Hörfunkbeitrag mit Prof. Dr. Hubert Röder zum Gebäudeenergiegesetz
Im Beitrag "Grüner Streit um Habecks Holzheizungspläne" vom 30. April 2023 hat BR-Journalist Florian Kienast u.a. mit Prof. Dr. Hubert Röder gesprochen. Röder ist Professor für Betriebswirtschaftslehre Nachwachsender Rohstoffe und Sprecher des Clusters Forst und Holz in Bayern.
Holzheizungen in neuen Häusern? Der Grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck will dafür hohe Hürden schaffen. Holz sieht er in Zukunft nicht mehr als erneuerbare Energiequelle. Widerstand dagegen bekommt er jetzt aus der eigenen Partei.
Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan feiert 20-jähriges Jubiläum
Kaniber überreicht Dätzel-Medaille an Frankenwald-Gymnasium
Das Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan ist ein einmaliges forstliches Kompetenzzentrum in Europa. Seit 20 Jahren arbeiten hier die Technische Universität München, die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft erfolgreich zusammen. Am 16. Mai 2023 feierten Mitglieder und Gäste aus Politik, Wissenschaft und Forstbranche dieses Jubiläum. Forstministerin Michaela Kaniber lobte die langjährige und wertvolle Zusammenarbeit. Die Georg-Dätzel-Medaille erhielt das Projekt „Zukunftswald“ des Frankenwald-Gymnasiums Kronach.

Prof. Dr. Klaus Richter, der Leiter des Zentrums begrüßte die Gäste und übergab das Wort an die Staatsministerin Michaela Kaniber. „Ich bin froh und dankbar ein forstwissenschaftliches Schwergewicht, wie das Zentrum Wald Forst Holz in Bayern zu haben. Denn fundiertes Fachwissen über den Wald sowie Aus- und Weiterbildung von jungen, engagierten Försterinnen und Förstern sind von zentraler Bedeutung, um die Herausforderungen im Klimawandel zu meistern. Den Grundstein für beides bilden die rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die rund 2000 Studierenden am Zentrum,“ so Kaniber.
Sie stellte heraus, dass der Forstcampus Weihenstephan exzellente Forschung mit fundierter und praxisnaher Ausbildung vereint. Hier entsteht neues Wissen für die Förderung und den Erhalt unserer Wälder als Lebensraum, als Erholungsraum und als Quelle des nachwachsendem Rohstoffes Holz. Die Studierenden erwerben hier ihre Kompetenzen in verschiedenen Studiengängen im Bereich Wald, Holz und Nachhaltigkeit. Damit ist das Zentrum die zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Waldbewirtschaftung. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht hervorragende Synergieeffekte. Zahlreiche Forschungskooperationen, gemeinsame Veranstaltungen und Fachtagungen sowie institutionsübergreifende Lehraufträge geben dieser Zusammenarbeit ein Gesicht.
"Als Ministerin ist mir wichtig, dass wir Entscheidungen immer auf Grundlage einer wissenschaftlich fundierten Basis treffen und, dass wir nie den Blick für das "Große Ganze" verlieren. Und dazu braucht es Einrichtungen wie das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan." Michaela Kaniber, Staatsministerin
Projekt „Zukunftswald“ erhält Dätzel-Medaille
In der Laudatio für das Schulprojekt des Frankenwald-Gymnasiums Kronach spannte Prof. Dr. Klaus Richter den Bogen weiter. „Um den von großen Kahlflächen gezeichneten Frankenwald wieder zu bewalden, bedarf es enormer Anstrengungen. Dies kann nur gemeinsam, durch die Zusammenarbeit der Waldbesitzer mit den Forstleuten vor Ort, den Baumschulen und vielen weiteren Akteuren gelingen. Durch neue, extreme Klimabedingungen ist auch das Wissen aktueller Forschung notwendig um stabile, zukunftsfähige Wälder zu erhalten und neu zu begründen.“Das Team um die Biologielehrerin Stefanie Springer suchte nach Lösungen, damit auf einer vom Borkenkäfer gezeichneten Fläche ein neuer, zukunftsfähiger Wald gedeihen kann. Dazu sammelten die Schülerinnen und Schüler Wissen über die zu erwartenden Klimaveränderungen und darüber, welche Baumarten sowohl heute als auch zukünftig geeignet sein können. Unterstützung erhielten sie vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg-Kulmbach, der Universität Bayreuth und dem Eigentümer der Privatwaldfläche. Gemeinsam haben die Schülerinnen und Schüler anschließend die Kahlfläche wiederaufgeforstet.
„Durch diese Vorgehensweise wird ganz im Sinne von Georg Dätzel Waldwissen verbreitet und angewandt,“ betonte Prof. Dr. Reinhard Mosandl
als Vorsitzender des Fördervereins Zentrum Wald Forst Holz, der jährlich die Medaille stiftet. An die ehemaligen Schülerinnen und Schüler sowie alle Projektbeteiligten gerichtet sagte
Ministerin Kaniber: „Ich finde es ganz besonders schön, wenn sich gerade junge Menschen für den Wald einsetzen und aktiv ihre Heimat gestalten. Das ist gelebter Klimaschutz pur!“
Empfang auf Einladung des Fördervereins
Beim anschließenden Empfang tauschten sich die Gäste intensiv aus, darunter auch Staatsminister a.D. Josef Miller und Prof. Dr. Manfred Schölch. Beide waren, wie auch Prof. Mosandl bereits seit der Geburtsstunde des Zentrums aktiv dabei und haben zusammen mit vielen weiteren Mitstreitern die Zusammenarbeit im Zentrum mitgestaltet. Herzlichen Dank geht an unseren Förderverein, der alljährlich nicht nur die Medaille stiftet, sondern auch unsere Geschäftsstelle unterstützt und den Jahresempfang finanziert.
Ernennung zum Präsidenten
Ministerin Kaniber nutzte den festlichen Rahmen, um Dr. Peter Pröbstle, den bisherigen Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) zum Präsidenten der LWF zu ernennen. Wir gratulieren recht herzlich und wünschen ihm weiterhin viele Erfolg.
Weitere Informationen
Arbeitskreis Forstgeschichte in Bayern
Verborgenes im Wald sichtbar machen
Am 6. März trafen sich im Mittleren Sitzungssaal des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur 62. Sitzung des Arbeitskreises Forstgeschichte in Bayern (AK Forstgeschichte).
Die große Teilnehmerzahl machte deutlich, dass der Arbeitskreis auf ein breites Interesse stößt und eine wichtige Plattform für die unterschiedlichsten Themen der Forstgeschichte bietet, auch über die Grenzen Bayerns hinaus. So nahmen auch Interessierte und Vortragende aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt teil.
Zu Beginn begrüßte Dr. Joachim Hamberger als Leiter des AK die Teilnehmenden und führte kurz in das Programm der Tagung ein. Da sich unter den vielen Teilnehmern auch neue Interessierte befanden, bekamen alle die Möglichkeit sich kurz vorzustellen und ihren Bezug zur Forstgeschichte darzustellen.
Das Programm begann mit zwei Buchbesprechungen von Prof. Dr. Egon Gundermann, der die beiden Bücher „Forstchronik Thüringen“ des ThüringenForst und „Generationenvertrag Wald: Verantwortung und Leidenschaft“ von Dr. Ulrich Sauter vorstellte und auf deren inhaltliche Qualität einging.

Mit LiDAR-Technik dem "Archiv Wald" auf der Spur
Dr. Anna Swider vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Sachsen-Anhalt berichtete in ihrem Vortrag „Archiv Wald“ über die Ergebnisse Ihrer Dissertation, in der Sie die vielfältigen Spuren der Waldnutzung des Harzes mittels digitaler Geländemodelle der LiDAR-Technologie akribisch auswertete und darstellte. So identifizierte sie anhand der Geländestruktur nicht nur alte Wegenetze, Ackerspuren, Wüstungsrelikte und Plätze von Kohlemeiler, die mit bloßem Auge im Gelände nicht ohne weiteres erkennbar sind, sondern auch künstlich angelegte Wassergräben, die im Zuge der Erzverarbeitung entstanden sind sowie großflächige Pingenfelder, in denen das Erz abgebaut wurde. Somit wird grafisch greifbar, wie eng die Forstgeschichte des Harzes mit dem Bergbau verknüpft ist.
Archäologische Geophysik macht sichtbar, was unter der Oberfläche liegt
Etwas weiter ging Dr. Armin Schmidt in seinem Vortrag zu geophysikalischen Prospektionen im Wald, in dem er die Herausforderungen und die Nutzung dieser Technologien vorstellte. Im Gegensatz zu den digitalen Geländemodellen der LiDAR Technik kann die archäologische Geophysik sichtbar machen, was sich unterhalb der Geländeorberfläche befindet. Die Methoden des Bodenradars, der Erdwiderstandsmessung und der Magnetfeldprospektion machen sich die unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften der Bodenzusammensetzung zu Nutze und können sichtbar machen, wo sich im Boden z.B. durch Mauerreste oder andere archäologische Artefakte der elektrische Widerstand oder das Magnetfeld ändert. Durch die Kombination der unterschiedlichen Methoden kann so zerstörungsfrei eingegrenzt werden, wo sich im Boden archäologisch interessante Strukturen befinden. Während diese Methoden auf flachen Ackerflächen und Wiesen ein gängiges Vorgehen darstellen, stoßen sie im Wald wegen des dort typischen Bewuchses auf Hindernisse und werden deshalb dort nahezu kaum angewandt. Herr Schmidt, der in Remagen die Prospektionsfirma GeoDataWIZ leitet, berichtete weiter von seinen Untersuchungen einer keltischen Viereckschanze im Gemeindewald des Rheinland-Pfälzischen Eisenach (Südeifel), von Untersuchungen im Białowieża Naturpark in Polen, wo ebenfalls Besiedlungsspuren im Waldboden nachweisen werden konnten, sowie in Sri Lanka, wo durch Geophysik auch Mauerreste unter Mangobäumen zum Vorschein kamen.
Historische Holzabfuhr im Werdenfelser Land und der Förster von Sailershausen
Nach der Mittagspause verdeutlichte ein Filmbeitrag des BR, wie gefährlich die Holzabfuhr im Hochgebirge nahe Eschenlohe in der „guten alten Zeit“ abgelaufen ist, auf den AK Mitglied Michael Friedel gestoßen war. Der Beitrag wurde am Silvesterabend 1959 erstmals ausgestrahlt. Auch durch solche einmaligen Zeitdokumente werden längst vergangene Praktiken lebendig gehalten und bleiben somit sichtbar.
Im Anschluss gewährte Hans Stark, vom unterfränkischen Universitätsforstamt Sailershausen Einblicke in die Tagebücher der Förster von Sailershausen, die deren Berufsalltag im Zeitraum von 1813–1852 sichtbar werden ließen.
Nutzungsgeschichte des Schwarzwaldes
Dr. Helmut Volk aus Freiburg gab in seinem Vortrag über die lange Nutzungsgeschichte des Schwarzwaldes ein flammendes Plädoyer dafür in der Forstgeschichte die intensive Nutzung des Waldes seit der Frühgeschichte stärker herauszustellen und zu verankern. Seit der Zeit von Kurt Mantel habe die Forstgeschichte kaum neue Erkenntnisse zum aktuellen Forschungstand aufgenommen, wie etwa Pollenanalysen, dendrochronologische Untersuchungen, etc. und die neuen Schlüsse, die daraus entstehen können. Oft beginnt die Nutzungsgeschichte des Waldes erst mit den Rodungsbemühungen des Mittelalters. So bedauert Herr Volk die aktuelle Darstellung der Naturschutzszene von unberührten Urwäldern, die mit immer aggressiver werdenden Forderungen nach Flächen des Nutzungsverzichts im Wald einhergehen. Hier schlug er auch den Bogen zum Vortag von Dr. Schmidt, der von der Untersuchung alter Siedlungsspuren im Białowieża-Naturpark nachweisen konnte und das Gebiet seit jeher unberührter Natur eingrenzte.
Arborglyphen als lebendige und vergängliche Denkmale des 2. Weltkriegs
Zum Schluss der Tagung berichtete Julian Gröber, Revierleiter bei Landesforsten Rheinland-Pfalz, von Baumritzungen, sogenannten Arborglyphen, die im BeNeLux-Gebiet und an der Westdeutschen Grenze in Verbindung mit dem 2. Weltkrieg in Bäumen entstanden sind. So verewigten sich Soldaten aller Kriegsparteien ebenso wie Bewohner vor Ort durch Ritzungen in Buchen mit Datum, Initialen und kunstvollen figürlicher (Selbst-)Darstellungen, die oft das letzte Lebenszeichen dieser Kriegsteilnehmer darstellen. Diese Form von Denkmalen einer unheilvollen Zeit sind kaum bekannt und müssen auch in Fachkreisen ins Bewusstsein gerufen werden, um aus dem Verborgenen zu treten. Denn durch den Klimawandel und das zunehmende Buchensterben sind die Arborglyphen stark gefährdet und müssen ggf. durch Scans der Rindenoberfläche für die Nachwelt erhalten bleiben. Durch einen aufmerksamen Waldbesuch kann hier jeder einen Beitrag zum Erhalt der Arborglyphen des 2. Weltkrieges leisten.
Joachim Hamberger beschloss mit der Terminankündigung der nächsten Sitzung des AK am 24. Juli in Landshut ein hoch informatives und abwechslungsreiches 62. Treffen des AK Forstgeschichte in Bayern.
AK Forstgeschichte
Weitere Informationen zum AK Forstgeschichte
Gemeinsam für eine erfolgreiche letzte Projektsaison
Letzte Chance ein Teil unseres Rehkitzprojektes zu werden und Ihre Rehkitzfunde zu melden

Wir gehen in die letzte Saison und brauchen Ihre Unterstützung: Ein letztes Mal wollen wir Sie ermutigen uns Ihre Rehkitzfunde und „Flächen-ohne-Fund“ über unser Online-Formular „Lime-Survey“ zu melden. Mit dem Online-Formular können Sie einfach aus dem Feld über Ihr Smartphone die Kitze melden. Das Formular ist über diesen Link zum Wildtierportal Bayern oder über den QR-Code aufrufbar. Aus den letzten beiden Jahren haben wir bereits einen großen Datenschatz von Ihnen erhalten, den wir mit Kitzen aus dem Jahr 2023 unbedingt erweitern wollen.
Die Rahmenbedingungen der Setz- und Aufzuchtorte für Rehkitze sind in Bayern je nach Region und vorwiegender Landschaftsnutzung sehr unterschiedlich. Im Süden, dem Grünlandgürtel Bayerns, prägt vorwiegend reines Grünland die Habitate der Rehe. Hingegen setzen sich die Setzhabitate der Rehgeißen, in anderen Teilen oft aus einem bunten Mix aus Grünland, Feldfutter- und Getreidebauflächen zusammen. Auch in Bezug auf das Klima, die Phänologie und vielen anderen Faktoren ist Bayern sehr divers und weist regionale Besonderheiten auf. Um im Projekt möglichst viele dieser kleinräumigen Unterschiede und Gegebenheiten in unsere Analysen miteinfließen zu lassen, möchten wir Sie auch in diesem Jahr nochmals zur Meldung über unser Online-Formular aufrufen.
Wir freuen uns über jede Kitzmeldung, genauso wie Angaben zu Flächen ohne Funde. Für den Fall, dass kein Kitz gefunden wurde, bitten wir Sie, das entsprechende Feld in der Mitte des Schlages zu markieren, damit eine eindeutige Zuordnung möglich ist. Falls Sie zudem aus vorangegangenen Jahren weitere Daten zu Kitzfunden oder auch Kitz-freien Flächen haben, würden wir uns über deren Zusendung sehr freuen (kitzmeldung.oekoklim.wzw@tum.de).
Besuch des Agricollegium Bavariae im Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan
Am 20. April 2023 besuchte das Agricollegium Bavariae das Zentrum Wald Forst Holz in Weihenstephan. Empfangen wurden die ca. 50 ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums für Ernährung Landwirtschaft und Forsten durch den Vizepräsidenten der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) Kurt Amereller und den Geschäftsführer des Zentrums Dr. Markus Schaller.

Nach einer Vorstellung des Zentrums und der LWF erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertiefte Einblicke in die Fernerkundung. Der Abteilungsleiter „Informationstechnologie“, Rudolf Seitz berichtete über den praxisnahen Einsatz von High-Tech (Einsatz verschiedener Satelliten, Luftbilder) im Wald für die Inventur von Baumarten, Vorräten und dem Waldzustand. Danach klärte Dr. Herbert Borchert über die aktuelle Diskussion zum Energieholz als nachwachsender Energieträger auf. Ca. 35 % aller Haushalte können mit Holz heizen. Borchert legte auf wissenschaftlicher Basis dar, warum die Energieholznutzung speziell in Bayern sinnvoll ist, um den CO²-Ausstoß zu verringern. Dr. Andreas Hahn, Abteilungsleiter „Waldschutz“ zeigte mit zahlreichen Anschauungsobjekten vom Borkenkäfer bis zum Asiatischen Laubholzbock, wie seine Abteilung hilft, den Wald gegen Kalamitäten durch Insekten zu schützen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmen, die teilweise selbst auch Waldbesitzer sind, waren an allen Themen sehr interessiert und brachten ihre beruflichen und persönlichen Erfahrungen in die ausführlichen Diskussionen ein, so dass ein gegenseitiger wertvoller Austausch von Wissen zwischen den Besuchern und Vortragenden gelang.
Neuer Bachelor-Studiengang an der HSWT
Arboristik und urbanes Waldmanagement

Am 01. Oktober 2023 startet an der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) der neue Studiengang »Arboristik und urbanes Waldmanagement«. Studierende erlangen in diesem Kenntnisse und Fähigkeiten, um eigenverantwortlich Aufgaben in Grünflächen und stadtnahen Wäldern im Bereich der Baumpflege, Verwaltung, Besucherlenkung und dem Naturschutz wahrzunehmen. Dazu werden im Studienverlauf alle notwendigen wissenschaftlichen und praktischen Inhalte vermittelt. Der Studiengang ist nicht zulassungsbeschränkt und umfasst sieben Semester. Im fünften Semester findet ein Praxissemester in einschlägigen Unternehmen oder Behörden statt. Studienabschluss ist der Bachelor of Engineering (B. Eng.).
Angesichts der wachsenden Bedeutung von Bäumen für Stadtklima und Erholung ist Urban Forestry ein weltweiter Trend, dem sich dieser im süddeutschen Raum einzigartige Studiengang anschließt. »Arboristik und urbanes Waldmanagement« ist für all jene die richtige Entscheidung, die praxisorientiert und fächerübergreifend studieren wollen. Das Lehrangebot wird aus den drei Fakultäten Wald und Forstwirtschaft, Landschaftsarchitektur sowie, Gartenbau und Lebensmitteltechnologie gespeist. Der Campus und die grüne Infrastruktur der Stadt Freising bieten reichlich Themen für Übungen, Praktika und Projekte. Auch die Möglichkeit des regen Wissens- und Informationsaustausches innerhalb des europaweit einmaligen Kompetenzzentrums »Wald-Forst-Holz Weihenstephan« ist ein großer Pluspunkt. Für Fragen steht der Studienfachberater Matthias Straßer gerne zur Verfügung (Tel.: +49 8161 71-3147, E-Mail: matthias.strasser@hswt.de).
Weitere Informationen
Fakultät Wald und Forstwirtschaft
Einladung zum Jahresempfang des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan
20 Jahre ZWFH und Verleihung der Georg-Dätzel-Medaille
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Sie recht herzlich zu unserem Jahresempfang am
Dienstag, 16. Mai 2023 ab 15:30 Uhr in Freising, Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1
einladen.
Mit Ihnen gemeinsam möchten wir das 20-jährige Jubiläum des ZWFH feiern. Wir freuen uns, die Gewinner des Dätzelpreises 2022 zu begrüßen und Ihnen in diesem besonderen Rahmen die Dätzel -Medaille überreichen zu können. Als besonderer Gast hat sich die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Frau Michaela Kaniber, angekündigt.
Wir würden uns freuen, Sie zu diesem Event in Freising begrüßen zu dürfen und bitten um Anmeldung bis 05. Mai 2023 an: sabine.bode@lwf.bayern.de
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Prof. Dr. Klaus Richter
Leiter ZWFH |
Dr. Markus Schaller
Geschäftsführer ZWFH |
27. Statusseminar des Kuratoriums für Forstliche Forschung
Wissenschaftliche Einblicke in das geheime Leben der Bäume
Wie Trockenheit, Hitze und Insekten unsere Wälder stressen

Am 29. März 2023 fand das 27. Statusseminar des Kuratoriums für Forstliche Forschung am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan statt. Am Vormittag präsentierten fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Forschungsergebnisse darüber, wie sich Trockenstress und Hitze auf verschiedene Baumarten auswirken. Am Nachmittag drehte sich alles um einen unscheinbaren Nachtfalter – den Schwammspinner. In vier Vorträgen zeigten die Referenten was passiert und was man tun kann, wenn sich Schwammspinner in Massen vermehren und durch Kahlfraß zur Gefahr für Eichenwälder werden. Wichtigstes Ziel des Statusseminars ist es neues Wissen für alle, die über die Zukunft des Waldes entscheiden, bereitzustellen. Über 350 Forstpraktiker sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nahmen an der online durchgeführten Tagung teil und diskutierten mit den Vortragenden.
Buche, Fichte und Kiefer am Rande der Existenz
Der fortschreitende Klimawandel bringt in den letzten Jahren weltweit wiederholte und langanhaltende Dürreperioden, die ein massives Sterben von Bäumen und Beständen verursachen. In einem einzigartigen Experiment wird seit mehreren Jahren untersucht, wie sich Trockenstress auf Bäume und Bestände auswirkt. Prof. Dr. Thorsten Grams von der Arbeitsgruppe Ökophysiologie der Pflanzen, der Technischen Universität München (TUM) stellte Ergebnisse eines großen Forschungsprojektes mit internationaler Beteiligung im Kranzberger Forst vor. Untersucht werden vor allem die Auswirkungen von mehrjähriger Sommertrockenheit, die Regenerationsfähigkeit der Bäume nach Aufhebung des experimentell herbeigeführten Trockenstresses, sowie die Bedeutung der Bodenmikrobiologie für die Resilienz. Bemerkenswert ist, dass das physiologische Anpassungspotenzial der Bäume bislang unterschätzt wurde und dass die Fichte von einer Mischung mit Buche profitiert.
Raschelndes Laub im Sommer – Welche Auswirkungen haben Dürresommer für die Buche?
Die Sommer in den Jahren 2018 bis 2020 waren insbesondere in Franken extrem trocken. Mit Hilfe von modernster Lasertechnologie untersucht Thomas Mathes in zahlreichen Waldbeständen auf der Fränkischen Platte und im Steigerwald, wie sich solche Dürresommer auf die Buche als Einzelbaum und als Bestand auswirken. Sein Projekt läuft an der Professur für Wald und Agroforstsysteme der Technischen Universität München (TUM), wo u.a. erforscht wird, wie die Adaptionskraft der Ökosysteme durch zielgerichtetes waldbauliches Handeln verbessert werden kann. Nachweisen konnte Mathes, dass Bäume im Unter- und Zwischenstand weniger leiden als große und dicke Bäume. Außerdem zeigten sich strukturreiche Waldbestände tendenziell resilienter als strukturarme, wobei der Effekt nur sehr schwach ausgeprägt ist.
Feldahorn, Flatterulme, Elsbeere und Hainbuche – Eine gute Alternative im Klimawandel?
Julia Schmucker, die am Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der TUM promoviert, zeigte auf Basis ihrer Untersuchungen, dass diese seltenen heimischen Baumarten im Klimawandel durchaus interessant sind. Bei richtiger Pflege und konsequenter Freistellung können sie als Mischbaumarten auch ökonomisch interessante Dimensionen und Zuwächse erreichen und helfen die negativen Folgen des Klimawandels abzumildern.
Wirkung von Trockenheit und Hitze auf Sämlinge von Buche und Eiche
Professorin Dr. Farhah Assaad vom Fachgebiet Botanik und Prof. Dr. Peter Annighöfer von der Professur für Wald- und Agroforstsysteme der TUM erforschen mit ihrem Team in zwei hochmodernen Klimakammern in Freising, wie sich Trockenheit und Hitze sowohl einzeln als auch in Kombination auf die Sämlingssterblichkeit in Rein- und Mischkulturen auswirken und konnten zeigen, dass die Eichensämlinge in vielerlei Hinsicht dem Klima mehr entgegenzusetzen haben als die kleinen Buchen.
Mimic – gegen den „Angriff der Killerinsekten“
Was nach Hollywood-Horror klingt, kann für Eichenwälder ernst werden. In einem umfangreichen Verbundprojekt arbeiten Forschende der TUM, der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und der Universität Würzburg an der Beantwortung der Frage, wie am besten auf die Massenvermehrungen des Schwammspinners reagiert werden sollte. Soll das Insektizid Mimic eingesetzt werden, um Kahlfraß und in Folge Absterben zu stoppen? Oder sind die Kollateralschäden höher als die vermiedenen Schäden?
Zunächst fasste Prof. Dr. Wolfgang Weisser, Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie der TUM die wichtigsten Ergebnisse der umfangreichen Studie zusammen, bevor drei Forscher aus dem Projektteam aus Sicht des Waldschutzes, des Waldwachstums und der Ökologie die Auswirkungen verschiedener Handlungsoptionen detaillierter vorstellten. Erfreulicherweise zeigte sich, dass sowohl die Auswirkungen des Schwammspinnerbefalls auf die Eiche als auch die Auswirkungen des Insektizideinsatzes gegen den Schwammspinner geringer sind als ursprünglich angenommen.
Dr. Hannes Lemme von der LWF in Freising zeigte, wie über Fernerkundungsmethoden Schäden erkannt und Prognosen über deren Ausmaß verbessert werden können. Hierzu nutzten sie Daten des Sentinel 1 Radarsatelliten in Kombination mit Daten aus der Gelegesuche. Auf dieser Basis wurden die voraussichtliche Dichte der Schwammspinnerpopulation und die daraus zu erwartenden Schäden durch Entlaubung vorhergesagt. Alles mit dem Ziel besser entscheiden zu können, ob Insektizide eingesetzt werden sollen oder nicht.
Dr. Torben Hilmers vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der TUM beantwortete die Frage: Wie wirkt sich ein Schwammspinnerbefall auf das Wachstum und Überleben von Eichen aus? Hilmers stellte fest, dass das Wachstum von Eichen nach Kahlfraß um 40 bis 60 Prozent geringer als bei Vergleichsbäumen ist. Abhängig von der Stärke der Entlaubung im Jahr der Kalamität, aber spätestens zwei Jahre danach war kein Effekt der Entlaubung mehr auf das Wachstum nachweisbar. Besonders schwierig ist die Feststellung der durch die Massenvermehrung des Schwammspinners verursachte Mortalität der Eichen. Mit zunehmender Entlaubung stieg die Absterbewahrscheinlichkeit von dickeren, älteren Bäumen, während sie bei dünneren, jüngeren sank. Allerdings konnte im Rahmen des Projekts nicht untersucht werden, welche Effekte bei einer wiederholten Entlaubung durch den Schwammspinner auftreten, da während der Projektlaufzeit kein zweiter Kahlfraß stattfand.
Auswirkungen von Schwammspinnergradation und Mimic-Bekämpfung auf Nachtschmetterlinge, Parasitoide, Vögel und Fledermäuse
„Eichenwälder sind Hotspots der Biodiversität“, betonte Prof. Dr. Jörg Müller von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er konnte auf Basis seiner wissenschaftlichen Forschung folgende Fragen beantworten: Welche Kollateralschäden hat der Insektizideinsatz gegen die Schwammspinner? Welche Arten sind Gewinner, welche Verlierer und wie lange dauern die Effekte an? So konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass die Nachtschmetterlingsdiversität durch Bekämpfung mit Mimic in den Eichenkronen bei kleinflächiger Behandlung über drei Jahre nicht zurückgeht. Zweitbruten bei Kohlmeise und Blaumeise wurden zwar durch die Bekämpfung beeinträchtigt, die Vogelgemeinschaften wurden aber nicht verändert. Auch bei den Fledermäusen, die über mehrere Jahre mit Batcordern erfasst wurden, zeigte sich, dass die Reduktion der Biomasse der Nachtschmetterlinge durch die Bekämpfung ohne Auswirkungen auf die Fledermäuse blieb.
Nach jedem Vortrag und am Ende der Veranstaltung standen die Vortragenden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Fragen und Diskussion zur Verfügung.
Finanziert wurden die Forschungsprojekte vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Das Kuratorium für Forstliche Forschung berät über die Förderung der eingereichten Projektanträge.
Die vorgestellten Projekte wurden überwiegend bei den drei Partnern im Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan durchgeführt, der Technischen Universität München, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
Programm
Kurzfassungen und Projektseiten zu den Vorträgen
Vormittagsblock
Fichte, Kiefer und Buche in Rein- und Mischbeständen nach Trockenheit – das Kroof II-Experiment
Trockenstress in Buchenwäldern – was kann der Waldbau tun?
Wachstum und Klimasensitivität seltener Baumarten
Auswirkungen von Trockenheit und Hitze auf Sämlinge von Buche und Eiche
- Zur Kurzfassung
143 KB - Zum Projekt / Zur Professur Wald- und Agroforstsysteme
Nachmittagsblock - Das Projekt Z 73
Die folgenden 4 Kurzfassungen beziehen sich auf das Projekt "Z 73 - Ermittlung forstlicher und ökologischer Kosten und Handlungsoptionen bei Massenvermehrungen des Schwammspinners in Bayern"
Handlungsoptionen bei Massenvermehrungen des Schwammspinners – Einführung und zentrale Erkenntnisse
Erkenntnisse aus Sicht des Waldschutzes
Einfluss von Schwammspinnergradation und Insektizideinsatz auf das Wachstum von Bäumen
Auswirkungen von Schwammspinnergradation und Mimic-Bekämpfung auf Nachtschmetterlinge, Parasitoide, Vögel und Fledermäuse
Professor Dr. Karl Eugen Rehfuess zum 90. Geburtstag
Gabriele Weber-Blaschke, Hermann Rodenkirchen, Sabine Ammer, Roland Baier, Richard Heitz, Christian Kölling, Eckart Kolb, Jörg Prietzel, Peter Schad
Am 21. März 2023 feierte Professor Dr. Karl Eugen Rehfuess seinen 90. Geburtstag. Er war von 1972 bis 1999 Ordinarius für Bodenkunde und Standortslehre der Ludwig-Maximilans-Universität München. Karl-Eugen Rehfuess war mit Leidenschaft beides – sowohl ein hochrangiger Forscher als auch ein brillanter Hochschullehrer. Sein Fundament war nicht nur die wissenschaftliche Theorie, sondern auch die gelebte Praxis. Nach dem Studium der Forstwissenschaft in Freiburg absolvierte er das Forstreferendariat in Baden-Württemberg, arbeitete anschließend als Standortskartierer im Bereich der Forstdirektion Südwürttemberg-Hohenzollern und leitete kurzzeitig das Staatliche Forstamt Sulz am Neckar, bevor er sich wieder der Wissenschaft hingab, bei Professor Dr. Willi Laatsch an der LMU München habilitierte und später dessen Nachfolger wurde.
In der Ära des „Waldsterbens“ bzw. der „neuartigen Waldschäden“ war Karl Eugen Rehfuess durch seine standortsdifferenzierte Forschung und sein kritisches Urteilsvermögen bekannt und geschätzt. Aufgrund seiner hohen fachlichen Reputation wurde er beratendes Mitglied zahlreicher Organisationen und Gremien. Er begleitete viele Exkursionen im In- und Ausland mit seinem Sachverstand und empfing auf seinen Forschungsflächen zahlreiche interessierte Wissenschaftler, Praktiker und Politiker, unter ihnen hochrangige Persönlichkeiten.
Seine Studierenden hielt er mit perfekt strukturierten und didaktisch hervorragenden Vorlesungen, Geländeübungen und Exkursionen in Bann. Seine Doktoranden und Habilitanden forschten begeistert in diskussionsanregender und vertrauensvoller Atmosphäre unter freier akademischer Führung. Er war ein wirklicher Doktorvater.
Wir freuen uns, dass Professor Rehfuess weiterhin an forstwissenschaftlichen Veranstaltungen teilnimmt, so z.B. auf der „Tutzinger Forsttagung“ im Februar 2023, wo er ein Plädoyer für die naturnahe, multifunktionale Waldwirtschaft hielt. Auch seinem letzten universitären Wirkungsort Freising-Weihenstephan fühlt er sich noch heute herzlich verbunden und freut sich dort seine Schülerinnen und Schüler, inzwischen gestandene Persönlichkeiten in Forschung, Lehre, Forstverwaltungen oder Selbständigkeit, zu treffen oder mit ihnen auf Exkursion zu gehen.
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Weitere ausführliche Würdigungen der Leistung von Professor Dr. Karl Eugen Rehfuess anlässlich seines 80. und 85. Geburtstags können in Artikeln von Hermann Rodenkirchen in standort.wald 48 (2014), 178-179 sowie standort.wald 50, 2018, 10-13 nachgelesen werden.
Wir Schülerinnen und Schüler danken unserem akademischen Lehrer Professor Dr. Karl Eugen Rehfuess sehr für die von ihm empfangene, auf Standort und Ökosystem bezogene, ganzheitliche Ausbildung, beglückwünschen ihn herzlich zum 90. Geburtstag und wünschen ihm alles erdenklich Gute für viele weitere schöne Jahre im Kreise seiner großen Familie.






















