LWF bei Deutschen Baumpflegetagen
Die Deutschen Baumpflegetage fanden vom 7. bis 9. Mai 2019 in Augsburg statt und gelten als das bedeutendste Baumpflege-Event in Europa. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) war wieder vor Ort vertreten und präsentierte zahlreiche Exponate.
Am LWF-Stand erwarteten die Baumspezialisten so viele lebende Insekten wie noch nie: Gespinstmotten, Ringelspinner und Eichenprozessionsspinner, Kiefernbuschhornblattwespe, Schwammspinner und verschiedene Borkenkäfer boten reichlich Anschauungsmaterial.
Darüber hinaus betreibt die LWF seit einiger Zeit einen Laserscanner und wir nutzten die Gelegenheit, seine Einsatzbereiche und Auswertungsmöglichkeiten vorzustellen. Hier konnten wir im Vergleich zum letzten Jahr einige Erfahrungen dazugewinnen und weitere Einsatzmöglichkeiten vorstellen, was auf großes Interesse stieß.
Am meisten Aufmerksamkeit erregte jedoch die Pilzausstellung, auf die in den letzten zwei Jahren verzichtet wurde. Insbesondere die Rußrindenkrankheit am Ahorn erregte große Besorgnis bei Baumpflegern und Kommunen, sodass hier unsere Pilz-Experten sehr gefragt waren.


Forstzentrum-Kickerturnier an der HSWT

Nach mehrjähriger Pause fand kurz vor Ostern am 17. April 2019 das Forstzentrum-Kickerturnier statt. Die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT stellte Infrastruktur und Organisation, langjährige Erfahrung und solide Eichen-Kickertische garantierten einen reibungslosen Turnierablauf. Nach Eröffnung durch den Schirmherr Professor Dr. Knut Hildebrand, Dekan der Fakultät WF, und anschließender Vorrunde kämpften die Teams in zwei Gruppen um jeden Platz. Dank webbasierter Turniersoftware waren die Spielstände nach einem Klick und Blick klar ersichtlich.
Vom LWF-Praktikanten über die TU-Doktorandin bis zum HSWT-Professor spielten Mitarbeiter aller drei Zentrums-Partner bunt gemischt um den heiß begehrten Wanderpokal. Auf Platz drei kamen Helmut Beer (HSWT) und Marcel Beckmann (LWF), Platz zwei erkämpften sich Dr. Frederik Franke (LWF) und Josef Gangkofer (HSWT). Gewinner des Turnieres wurden Dr. Klaus Pukall (TUM) und Joachim Heppelmann (HSWT). Aber auch die weniger siegreichen Spieler gingen nicht leer aus: Jeder Teilnehmer erhielt eine Urkunde.
Besonderer Dank geht an die Firma REITER, die Gutscheine für die Bestplatzierten im Gesamtwert von 100 Euro beisteuerte.
Save the Date
Das nächste Kickerturnier für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Forstzentrum findet am 11. November 2019 statt.
Zugversuch mit entrindetem Rundholz im Projekt „Debarking Heads II“

Mitte April erfasste ein Forscherteam der HSWT relevante Parameter zur Ladungssicherung verschiedener Rundholzsortimente am Campus Weihenstephan. Hierzu wurden 7,8 Millionen Einzel-Messwerte zu Haft- und Gleitreibung entrindeter, entrindet bewässerter und teilentrindeter Stämme sowie von Stämmen in Rinde über einen Zeitraum von einer Woche ermittelt. Das Projekt erhofft sich dadurch Erkenntnisse über die Unterschiede zum Rutschverhalten beim LKW-Transport von entrindetem Rundholz. Erste Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede im Rutschverhalten zwischen frisch entrindetem Holz und Rundholz in Rinde. Die Unterschiede verringerten sich allerdings im Laufe der Woche. Eine Kontrollmessung nach 14 Tagen zeigte bei trockener Witterung dann eine völlige Angleichung im Rutschverhalten. Bemerkenswert war außerdem die doppelt so schnelle Austrocknung entrindeter Sortimente im Gegensatz zu Holz in Rinde, welche eine Gewichtsabnahme um circa 30 Prozent in drei Wochen bedeutet. Das Forscherteam erhofft sich dadurch Einsparungen ökonomischer und ökologischer Art in der Holzlogistik.
Die Messungen werden im Rahmen der Doktorarbeit von Joachim Bernd Heppelmann (Projektbearbeiter Debarking Heads I und II, HSWT) und der Bachelorarbeit von Alois Reichenberger, HSWT 2019 veröffentlicht.
Weitere Informationen: https://forschung.hswt.de/web/1115/show_new
Zeichen gegen den Klimawandel
Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft: 35 Schüler helfen beim Waldumbau

Unsere Wälder sind auf Grund des Klimawandels bedroht. Damit der Wald an höhere Temperaturen und Trockenheit angepasst wird, pflanzen Förster und Waldbesitzer Baumarten, die mit dem Klimawandel besser zurechtkommen. Am 11. April 2019 wurden die Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft (VBF) dabei von Schülern der Realschule Rebdorf unterstützt. Nachdem Revierleiter Peter Wohlfahrt die Schüler in die Technik des Pflanzens eingeführt hatte, forsteten sie zusammen im Eichstätter Spitalwald eine Fläche mit jungen Tannen und Douglasien wieder auf. Der Borkenkäfer hatte zuvor den Fichtenwald zum Absterben gebracht. „Hier wächst nun ein klimastabiler Wald heran, der auch in Zukunft wichtige Leistungen für Gesellschaft und Klimaschutz erbringen kann.“ erklärt Christian Kaul, Sprecher der VBF. MdL Tanja Schorer-Dremel, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Bayern ergänzt: „Die Schüler wollten nicht nur demonstrieren sondern handeln und tatsächlich etwas für unser Klima tun.“ Nach der Pflanzung dankte sie den Schülern für ihr tatkräftiges Engagement zum Erhalt unserer Wälder.


Herzlichen Dank für die Vorbereitung und Unterstützung der Pflanzaktion geht darüber hinaus an alle Beteiligten, vor allem jedoch an Johann Stadler, Forstbetriebsgemeinschaft Eichstätt, den Revierleiter Peter Wohlfahrt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt und Rudolf Habereder, Bayerische Staatsforsten Forstbetrieb Kipfenberg.
Zum TV-Beitrag von Ingolstadt TV
Zm Artikel des Eichstädter Kuriers
www.die-bayerische-forstwirtschaft.de
Studieninformationstage der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Sicherheit im Fokus – Baumforum in Weihenstephan
Über 400 Baumspezialisten tauschten sich über Aktuelles zu Stadtbäumen aus: Das Bayerische Baumforum am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan fand am 14. März 2019 in Freising statt. Wie Daten zur Bruchgefahr kranker Bäume gewonnen werden, zeigte eine Praxis-Vorführung. Diese ergänzte das Tagungsprogramm mit Vorträgen und Fachausstellung.
Stand- und Bruchsicherheit beurteilen
„Deuten Rindenverletzungen, Baumhöhlen oder die Klopfprobe des Baumkontrolleurs auf eine Fäule im Holz hin, lässt sich diese mit mit einem RESI Bohrwiderstandmessgerät überprüfen" erklärt Michael Reiß von der Firma IML Instrumenta Mechanik Labor System GmbH die Außenvorführung. Am Baumforum konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer die RESI-Messung an einer Weide ausprobieren. Das Gerät zeigt, was von außen niemand sieht: Auf dem Display erscheint eine Messkurve, die verrät wo das Holz fest und unversehrt ist. Aber auch wo es weich ist und
nicht mehr trägt. Der Gutachter entscheidet dann, ob der Baum weiter erhalten bleiben kann, oder ob eine Bruchgefahr droht. „Hier zeigt die Messung, dass die Weide stehen bleiben kann." teilt Manfred Forstreuter, Leiter des Baumforums, mit.
Ahorn-Rußrindenkrankheit – Gefahr für Stadt und Wald?
Eine neue Gefahr für Ahorne in Bayern ist die Rußrindenkrankheit – ein schwarzer Belag unter der Rinde. „Bisher ist sie bei uns nur am Bergahorn aufgetreten, andere Ahornarten kann sie jedoch auch befallen" erläutert Ludwig Straßer von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. In Nordamerika kommt sie sogar an Platane, Linde und Birke vor. Straßer weiß: „Die Erkrankung ist ein Todesurteil für den Baum. In Städten ist sie bisher zum Glück nur vereinzelt aufgetreten. Befallene Bäume müssen jedoch zügig entfernt werden. Das Einatmen der Sporen kann Atemnot, Kopfschmerzen, Fieber sowie Lungenentzündung verursachen."
Klimawandel setzt Bäumen stark zu
Bäume sind die grüne Lunge der Stadt. Der Sommer 2018 zeigte jedoch vielerorts verdorrte und braune Wüsten statt grüne Oasen. Für Professor Hartmut Balder von der Beuth Hochschule für Technik Berlin steht fest: „Für die Städte der Zukunft kommt es nich auf die Quantität, sondern auf die Qualität des Grüns an." Er betont: „Häufig wird die Verantwortung für den Unterhalt der Baumbestände nicht wahrgenommen, es wird an den entscheidenden Stellen zu wenig bewässert." Dürre Bäume brechen leichter. Sperrungen von Parks – wie 2018 in Berlin – sind die Folge. „Das sollte im Sommer kein Dauerzustand sein!" meint Balder. Er plädiert für intelligente Stadtplanung und gut ausgebildetes Personal beim Grünunterhalt. „Es braucht weniger Versiegelung, eine günstige Wasserzuleitung von Regen zum Baum und einen angemessenen Wurzelraum." Auch begrünte Dächer und Fassaden helfen Städte im Sommer zu kühlen. Sie senken die Verdunstung und damit den Wasserverlust für Bäume. Gesundes Stadtgrün wird mit zunehmender Klimaerwärmung anspruchsvoller. Aber die Bedeutung für das Stadtklima nimmt ebenfalls zu.
Das Baumforum richtet sich an alle, die sich mit der Planung und Pflanzung, Erfassung, Pflege und Kontrolle von Bäumen befassen. Der Austausch von Informationen und Erfahrungen steht dabei im Mittelpunkt.
Wechsel in der Geschäftsstelle des Kuratoriums für forstliche Forschung – Binder wird Nachfolger von Leihs
Die Bayerische Forstverwaltung fördert praxisnahe Forschungsvorhaben, die von aktueller forst- oder holzwirtschaftlicher Relevanz sind oder das Wissen über das Ökosystem Wald erweitern. Bei der Auswahl der Projekte wird das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom Kuratorium für forstliche Forschung beraten. Für den Vollzug der Förderung und für die Abwicklung der Projekte ist die Geschäftsstelle des Kuratoriums zuständig. Diese ist an der der LWF angesiedelt.
Der langjährige Geschäftsführer des Kuratoriums Forstdirektor Erich Leihs ist Ende Februar in den Vorruhestand getreten. Seine Nachfolge hat Dr. Franz Binder angetreten. Binder studierte von 1977 bis 1982 Forstwissenschaften an der Ludwig Maximilians Universität in München. Nach Referendarzeit und Staatsexamen begann er 1984 seine berufliche Laufbahn am Forstamt Würzburg. 1986 wechselte er als Assistent zu Professor Dr. Burschel an den Lehrstuhl für Waldbau und Forsteinrichtung der LMU München und promovierte zum Thema „Aufforstung in Waldschadensgebieten – Untersuchungen zur künstlichen Verjüngung von Beständen im Frankenwald, Fichtelgebirge und in den Bayerischen Kalkalpen“. Im Februar 1993 wurde er stellvertretender Forstamtsleiter am Forstamt Neuburg an der Donau. Im Zuge der Forstreform 2005 kehrte Franz Binder in die forstliche Forschung zurück und übernahm die Leitung des Sachgebietes Schutzwald und Naturgefahren an der LWF. Bei der internen Reform der LWF zum 1. Januar 2011 wurde das Sachgebiet in die Abteilung Waldbau und Bergwald integriert und Franz Binder ihr stellvertretender Abteilungsleiter. In den letzten 13 Jahren leitete und bearbeitete er zahlreiche Forschungsprojekte auf nationaler und internationaler Ebene, die sich mit Fragen zum Bergwald, Auwald und nichtheimischen Baumarten befassten. Franz Binder ist gut im Zentrum Wald Forst Holz sowie mit den Kollegial-Institutionen im Bundesgebiet vernetzt und hofft diese Kontakte gewinnbringend zum Wohle des Waldes nutzen zu können.
Wir gratulieren zur neuen Aufgabe und wünschen viel Erfolg und alles Gute.
Weitere Informationen: http://www.lwf.bayern.de/forschungsfoerderung/index.php
Expertentreffen zur Forschung bei alternativen Baumarten
Die Extremwetterereignisse des Jahres 2018 und das massive Auftreten von Borkenkäfern haben die Diskussion über die Verwendung alternativer Baumarten verstärkt. Am 18.–19. Februar 2019 trafen sich 27 Experten aus den Sektionen Forstgenetik/Forstpflanzenzüchtung, Waldbau und Waldschutz des Deutschen Verbands Forstlicher Forschungsanstalten am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan zu einem gemeinsamen Workshop. Monika Arzberger moderierte den Workshop, der dem Erfahrungsaustausch über alternativen Baumarten in unterschiedlichen Fachdisziplinen diente. Die Teilnehmer diskutierten, welche Themen im Kontext künftiger Forschungsaufrufe relevant sind und welche Vorhaben interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordern. Als Ergebnis des konstruktiven Workshops, der im Handlungsfeld Ressource Wald und Holz der Charta Holz 2.0 angesiedelt war, wird ein Ideenpapier verfasst.
7. Forum Agroforstsysteme – Save the Date!
Unter dem Motto „Blick aufs Ganze! – Innovative Landnutzung mit vielfältigen Funktionen in der Kulturlandschaft“ findet das 7. Forum Agroforstsysteme am 10.–11. Oktober 2019 am Forstcampus Weihenstephan statt. Die Fachtagung wird gemeinsam von den Bayerischen Landesanstalten für Landwirtschaft (LfL) und für Wald und Forstwirtschaft (LWF), der Technischen Universität München und dem Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan ausgerichtet. Die Veranstaltung möchte Praktiker, Berater und Wissenschaftler gleichermaßen ansprechen und den Austausch untereinander fördern.
Das erwartet Sie:
- Mittwoch, 09. Oktober 2019: Get-together am Abend
- Donnerstag, 10. Oktober 2019: Vorstellung aktueller Forschungsergebnisse (ganzt.)
- Freitag, 11. Oktober 2019: Praxistag mit Vorträgen (vorm.) und Fachexkursionen in der Region (nachm.)
Call for papers
Wir laden Sie herzlich ein aktiv mitzuwirken. Bitte schicken Sie Ihren Abstract (200 Wörter, Angabe ob Vortrag oder Poster) bis 15. Mai 2019 an: Agroforstforum@lwf.bayern.de
Nähere Informationen folgen. Wir freuen uns, Sie im Oktober in Weihenstephan begrüßen zu dürfen!


