Studienfakultät Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement
Ein Blick in die nahe Zukunft
Am 1. Oktober 2019 habe ich den Aufgabenbereich als Studiendekan für Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement an der TUM München übernommen. Der Beginn dieser in der Regel dreijährigen Periode der akademischen Selbstverwaltung fällt in eine Zeit, die sowohl für das Studentische Leben auf dem Campus in Weihenstephan als auch für die Organisation der Lehre der gesamten TUM einschneidende Reformen und Neuerungen vorsieht.
Im Bewerbungspaket um die Fortschreibung des Status einer Exzellenzinitiative hat die TUM vorgesehen, eine Fakultäts- bzw. School- übergreifende Konzipierung neuer Studien- und Lehrformate im Schulterschluss mit dem neuen TUM Institute for Study and Teaching auf Universitätsebene zu entwickeln. Dieser Prozess wird von den Studienfakultäten zu begleiten sein, um frühzeitig Weichenstellungen zu erkennen und die Auswirkungen auf die betroffenen Studiengänge mit Bezug zum Forst und zur Nachhaltigkeit zu antizipieren. Am Campus in Weihenstephan hat man begonnen, die Verwaltungsstrukturen einer Fakultät zu transformieren und tritt zukünftig als School of Life Sciences auf. Man bekennt sich bewusst und fokussiert zu den Lebenswissenschaften und dem Brückenthema „One Health“. Zur Überwindung von traditionell starren Fachgrenzen und zur Dynamisierung und Flexibilisierung des Lehrangebots werden die bislang sechs Studienfakultäten aufgelöst und sämtliche BSc/MSc-Lehrangebote in einer einzigen Studienfakultät gebündelt. Das betrifft ganz offensichtlich die Arbeit der Studiendekane, die künftig als Studiengangsdirektoren benannt werden. Schon begonnen hat die School-Leitung, die bisher vorwiegend dezentral, d.h. räumlich nah in den sechs Studienfakultäten durchgeführten Verwaltungsabläufe und die Studierendenbetreuung zu zentralisieren, mit noch nicht ganz absehbaren Folgen für die Betroffenen. Hier ist es die Aufgabe des (noch) Studiendekans, gemeinsam mit dem Lehrkörper und der Fachschaft die thematische Ausdifferenzierung der Studieninhalte und die fachspezifische Zugehörigkeit unserer Studiengänge sowohl TUM intern als auch nach Außen weiterhin zu gewährleisten.
Neben diesen durch die Reform TUM Agenda 2030 ausgelösten Änderungen stehen jedoch auch die sehr aktuellen, die laufende Ausbildung unserer Studierenden betreffenden Aktivitäten auf dem Programm des Studiendekans/Studiengangdirektors. Ganz konkret stehen an:
- Reakkreditierung des MSc Studiengangs Forst- und Holzwissenschaft bis zum WS 2020/21
- Integration der neu zu uns gestossenen ProfessorenIn Seidl, Leonhardt und Annighöfer
- Wiederbesetzung der aktuell vakanten Professur Forstliche Verfahrenstechnik (Labelle)
- Unterstützung des Organisationskomitees bei der Vorbereitung und Durchführung der FOWITA 2020 im September in Freising.
Klaus Richter
Zur Person
Klaus Richter begann seine akademische Laufbahn an der Universität Hamburg. Sein Diplom als Holzwirt legte er dort 1983 ab. Im Anschluss folgte ein 2-jähriges DFG-Projekt zur Einführung dendrochronologischer und –klimatologischer Forschung auf der Iberischen Halbinsel, an das er eine Promotion an der Universität Hamburg anschloss. Von 1987 bis 2002 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Holz der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa in Dübendorf, Schweiz. Im Rahmen dieser materialwissenschaftlichen Tätigkeiten erfolgte ein 1-jähriger Post-Doc Aufenthalt von 1992 bis 1993 am USDA Forest Products Laboratory in Madison, Wisconsin, USA. 2003 übernahm er die Leitung der Abteilung Holz sowie Lehraufträge an der ETH Zürich und der TU Graz. Seit 2011 ist Klaus Richter Professor für Holzwissenschaft an der Technischen Universität München sowie Leiter des TUM Forschungslaboratoriums Holz (HFM@TUM).
Neue Broschüre: „TUM School of Life Sciences – Working for One Health“
Einblick in aktuelle Forschungsprojekte
Auf insgesamt 67 Seiten bietet die TUM einen Einblick in die fachübergreifenden Forschungs- und Arbeitsthemen aus den Bereichen Ökologie, Agrar- und Forstwissenschaften, Lebensmittel und Ernährung sowie Gesundheit.
Unter anderem mit Beiträgen zu Boden, Wald, Wachstum, Kohlenstoff oder grüner Infrastruktur von Städten im Klimawandel sowie Interviews mit Professorin Anja Rammig und Professor Klaus Richter.
Exemplare zum Mitnehmen liegen in der Geschäftsstelle des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan (Raum F9.349) aus, können beim WZW bestellt, oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Wortwitz und Parodie – Förster Kabarett 2019
Das Förster-Kabarett fand auch 2019 wieder traditionell in der Vorweihnachtszeit statt. Passend zur kurz bevorstehenden Wintersonnenwende fanden sich die Besucher in einem fast vollständig verdunkelten Seminarraum ein. Nur eine schummrige Bühnenlampe warf Licht auf die Kabarettisten Professor Michael Suda und Dr. Peter Biber, die mit wechselnden Auftritten für leuchtende Erheiterung und herzhaftes Lachen sorgten.
Zuerst schlüpfte Michael Suda in die nachdenkliche Rolle des traurigen Hundes Waldi. Dessen Herrchen versteht als ehemals grüner Förster im Lodenmantel die Welt nicht mehr. Und noch schlimmer: die Menschen verstehen den Förster nicht mehr.
Mit viel Elan nahm Peter Biber die Zuschauer mit auf eine fantastische Traumreise. Er selbst spielte die Hauptrolle, wurde aber recht bald von einem Bus überrollt. Oben im Himmel stellte er fest, dass Gott nur wenig Begeisterung für die Forstwissenschaft aufbringt. Biber erdreistet sich daraufhin den Allmächtigen mit einem Gedankenspiel um Steine, die selbst für Gott zu schwer zum Anheben sind, herauszufordern.
Michael Suda alias Pit Forster möchte mit dem Wald Geld verdienen. Dazu entwirft er verschiedene Waldtypen, die für jede Lebenslage die richtige Kulisse bieten. Er vermarktet den „Kur- und Heilungswald“, den „SUV-forest“, den „Begattungs- und den Scheidungswald“. Pit Forster ist begeistert, denn ganz nebenbei wird der Förster damit zum „Creator of unforgettable moments“.
In der letzten Rolle geht ein Arzt der Frage nach, welch vermooste Krankheitsbilder entstehen, wenn den säbelwüchsigen Förster trotz verschriebenem Sukzessionspflaster gegen die Kahlschlags-Allergie noch Naturschutz-Neurosen befallen.
Privatdozent Dr. Andreas König zum Professor ernannt
Privatdozent Dr. Andreas König, Arbeitsgruppe Wildbiologie und Wildtiermanagement am Wissenschaftszentrum Weihenstephan, wurde zum Professor für Wildbiologie und Wildtiermanagement an der TU München ernannt. Seine Forschungsgebiete reichen räumlich vom Hochgebirge bis in die urbanen Räume. Thematische Schwerpunkte liegen neben dem Stadtbewohner »Fuchs« vor allem bei Reh und Gams. Aufbauend auf Standarterhebungen über Altersstrukturen, Kondition und Konstitution sowie Stress lassen sich in Verbindung mit Analysen über die Energieaufnahme, der Funktionalität des Mikrobioms, der Parasitierung sowie der Reproduktion Rückschlüsse auf den Zustand der jeweiligen Populationen ziehen und ihre Anpassungsfähigkeit an die anstehenden klimatischen Veränderungen abschätzen. Gleichzeitig werden auch aktuelle Themen in der Forschung aufgegriffen wie der sich ausbreitende große amerikanische Leberegel Fascioloides magna bei Rothirsch und Reh.
Schüler-Waldprojekt gewinnt Dätzel-Medaille
Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan zeichnete das Schüler-Waldprojekt an der Mittelschule Essenbach aus. Zahlreiche Gäste aus Forschung und Lehre, Politik, Waldbesitz und Verbänden wohnten der Feierlichkeit im Rahmen des Neujahrsempfangs am 29. Januar 2020 in Freising bei.
"Es ist auch der Punkt gekommen, an dem man neues Wissen braucht!"
Professor Volker Zahner begrüßte als Leiter des Forstzentrums Preisträger und Gäste und eröffnete die Veranstaltung: „Der letzte Sommer brachte mit extremer Hitze und Trockenheit immense Waldschäden, selbst an unseren heimischen Laubbäumen wie den Buchen. Gleichzeitig ist der Wald in das Bewusstsein der Gesellschaft vorgedrungen. Er ist präsent in den Medien, in Kino, Fernsehen oder Zeitungen. Es gibt eine Vielzahl neuer Bücher und volle Vortragssäle. Wir Menschen brauchen den Wald, und jetzt braucht er uns, das ist glaube ich allen klar geworden. Viele Bürgerinnen und Bürger werden aktiv. Sie spenden für den Wald oder pflanzen selber Bäume. Aber es ist auch der Punkt gekommen, an dem man neues Wissen braucht!“ Als großer Forschungs- und Lehrstandort befasst sich das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan mit allen Fragen rund um Wald und Biodiversität, Holz und Nachhaltigkeit, erarbeitet neues Wissen und gibt dieses weiter.
Wissen mit anderen teilen
„Auch im Wald-Projekt von Lehrerin Bettina Graßl ging es um das Erarbeiten und Weitergeben von Wissen“, so Zahner. Die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse der Mittelschule Essenbach entwickelten eine große Waldausstellung zum Mitmachen für mehrere Grundschulklassen und Eltern. „Diesmal war es aber andersrum, wir von der Klasse 8A haben den jüngeren Schülern etwas beigebracht. Diesmal waren wir die Lehrer“, berichtete die Schülerin Franzi Niedermeier. Die Schulklasse war für die Preisverleihung fast vollständig angereist, um die Auszeichnung entgegen zu nehmen. Professor Reinhard Mosandl überreichte als Vorsitzender des Fördervereins Zentrum Wald-Forst-Holz e.V. die Urkunde und die Georg-Dätzel-Medaille an die Achtklässler. „Mit dem Preis würdigen wir Initiativen oder Aktionen, welche die Anwendung und Umsetzung von Waldwissen und seine Verbreitung fördern und damit eine Brücke zwischen forstlicher Forschung und der Gesellschaft bauen“, erklärte Mosandl.
"Jetzt, wo wir alles geschafft haben, sind wir ganz schön stolz!"
Die Schülerinnen und Schüler haben das Thema Wald multimedial aufbereitet. Sie erstellten Arbeitsmappen, Aufgabenstellungen, Erklär-Videos und präsentierten das alles in der großen Ausstellung. „Die Vorbereitungen waren ganz schön anstrengend. Fast zwei Monate lang hat das unsere Lehrerin Frau Graßl mit uns organisiert. Wir sind extra in den Wald gegangen um Zweige, Zapfen und Moos für die Ausstellung zu holen“, erzählte Franzi Niedermeier. Sie und ihre Mitschülerin Lisa Eppeneder stellten die Ausstellung näher vor: „An einer Station ging es um die Kunst des Fährtenlesens, an der Nächsten um alles rund um Vögel. An unserem Stand war das Reh etwas ganz wichtiges. Überhaupt waren an vielen Ständen Tierpräparate dabei. So konnten sich die Kinder alles genau ansehen. Sie mussten aber auch Aufgaben lösen und konnten sich ihre Lieblings-Tierspur abstempeln. Jede Station war anders aufgebaut und jetzt, wo wir alles geschafft haben, sind wir ganz schön stolz!“ Insgesamt sieben Stationen gingen auf die vielfältigen Funktionen des Waldes ein. Und auch außerhalb der Schule wurde das Projekt bekannt: Ein Zeitungsprojekt über die Ausstellung gewann den dritten Platz.
Kooperation mit externen Partnern
Die Lehrerein Bettina Graßl betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit mit anderen für das Gelingen war: „Es liefen Kooperation zwischen Schule, Gemeinde, Umweltreferenten und natürlich auch Förstern und Jägern. Nur wenn ein enges Netzwerk zwischen allen Fachbereichen aufgebaut wird, kann letztlich ein gegenseitiger Wissensaustausch und eine umfassende Bereicherung aller Beteiligten stattfinden.“
Förderverein Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan e.V.
Seit 2011 sponsert der Förderverein Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan e.V. jährlich die Georg-Dätzel-Medaille. Der Jahresempfang und die Preisverleihung wurden mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins durchgeführt.
Privatdozent Dr. Thomas Rötzer zum Professor ernannt
Im Februar 2019 bestellte die TU München den Privatdozenten Dr. Thomas Rötzer zum außerplanmäßigen Professor für stadt- und waldökologische Wachstumsmodellierung. Nach seinem Studium der Gartenbauwissenschaften an der TU München, seiner langjährigen Tätigkeit beim Deutschen Wetterdienst und seiner mehrjährigen Postdoc-Zeit an der Humboldt Universität zu Berlin kehrte Thomas Rötzer im Jahr 2001 an die TU München zurück. Seitdem liegt sein Forschungsfokus am Lehrstuhl für Waldwachstumskunde auf der prozessorientierten Modellierung des Baum- und Bestandswachstums in Abhängigkeit von Umweltbedingungen. Damit kann das Baumwachstum unter Klimawandelbedingungen realitätsnah abgebildet werden. Nur so können die Auswirkungen von Einzelbaummischungen untersucht und kleinräumige Verhältnisse berücksichtigt werden.
Ab 2012 erweiterte Thomas Rötzer seine Forschungstätigkeit auf das Wachstum und die Ökosystemleistungen von Stadtgrün. Die öko-physiologische Modellierung klimatisch wirksamer Prozesse von Stadtgrün, die Simulation des Wachstums von Bäumen und deren Ökosystemleistungen in Abhängigkeit des Wasserkreislaufs und anderer Umweltbedingungen spielen hierbei eine zentrale Rolle.
Es folgte der Aufbau einer Arbeitsgruppe am Wissenschaftszentrum Weihenstephan zum Thema „Stadtbäume und Klimaänderung“, die hauptsächlich vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde und vom Lehrstuhl für Strategie und Management in der Landschaftsentwicklung getragen wird. Ein integrierender Faktor zwischen multidisziplinärer Forschung und praktischer Anwendung der Forschungsergebnisse stellt dabei das im Jahr 2013 gegründete Zentrum für Stadtnatur und Klimaanpassung (www.zsk.tum.de) dar, in dem Thomas Rötzer seit 2017 stellvertretender Leiter ist. Dieses Zentrum ist für das Wissenschaftszentrum Weihenstephan ein Meilenstein im Bereich der anwendungsorientierten Forschung zu Stadtgrün im Klimawandel, vor allem angesichts der weltweit zunehmenden Urbanisierung und den damit verbundenen Folgen für Umwelt und Klima. Die öko-physiologische Modellierung von städtischen Grün und der damit verbundenen Ökosystemleistungen kann die Planung von leistungsfähigen Grünflächensystemen wesentlich unterstützen und so die Städte klimaresilienter gestalten.
Kontakt:
Sara Diana Leonhardt
Neue TUM-Professur für Pflanze-Insekten Interaktionen
Bienengesundheit und Bienensterben sowie Insekten und generell Artensterben sind nicht zuletzt seit der Krefeld Studie im vorletzten und dem Bayrischen Volksreferendum im letzten Jahr beständig in den Medien und damit nicht nur wissenschaftlich, sondern auch gesellschaftlich und politisch hoch aktuell und brisant. Insekten sind wichtig, nicht nur als Schädlinge und Vogelfutter, sondern insbesondere durch ihre Beteiligung an zahlreichen ökosystemaren Prozessen, wie der Nährstoffzersetzung oder Bestäubung. Diese Beteiligung ist oft eine unmittelbare Folge ihrer Interaktion mit Pflanzen.
Das Augenmerk der Professur liegt auf Pflanzen als Ressourcen für Bienen, d.h. als Nahrung, Nestbaumaterial oder als Schutz gegen Räuber, Krankheitserreger und Parasiten. Als Gegenleistung für die angebotenen Ressourcen bestäuben Bienen die Blüten zahlreicher Wild- und Nutzpflanzen. Damit sind sie landwirtschaftlich und ökonomisch von herausragender Bedeutung. Die Interaktion von Bienen mit Pflanzen hängt ihrerseits stark, wenn nicht sogar ausschließlich, von der pflanzlichen Chemie ab, d.h. von mannigfaltig abgesonderten Duftstoffen, zahlreichen Mikro- und Makronährstoffen in Blütenpollen und -nektar sowie diversen pflanzlichen Sekundärstoffen. Diese sind nicht nur hochdivers, sondern können extrem zwischen Pflanzen variieren. Hinzu kommen Interaktionen mit extern, d.h. meist durch die Landwirtschaft, eingebrachten Chemikalien, wie Pestiziden oder Antibiotika. Wir wollen verstehen, wie Chemie, Diversität und Variabilität von pflanzlichen Ressourcen sowie Interaktionen zwischen verschiedenen (auch extern eingebrachten) Substanzen Bienen (und andere Bestäuber) beeinflussen. Welche Anpassungen auf neuronaler Ebene und im Verhalten haben Insekten entwickelt, um auf die immense chemische Diversität und Variabilität angemessen zu reagieren? Und nicht zuletzt: Wie müssen wir v.a. landwirtschaftlich genutzte Landschaften gestalten, um ‚chemische Defizite‘ (z.B. eine unausgewogene Ernährung und/oder hohe Pestizidbelastung durch pflanzliche Monokulturen) zu vermeiden?
Laufende Projekte in Europa und den Tropen befassen sich mit Interaktionen zwischen Bienen und Blütenpflanzen sowie mit dem Einfluss verschiedener Habitate und von Biodiversitätsgradienten auf Gesundheit und Fitness von Bienen. Die Professur kombiniert dabei ökologische Methoden (Feldstudien, Biostatistik) mit klassischen physiologischen und verhaltensbiologischen Ansätzen (Konditionierung) und moderner chemischer Analytik (GCMS, HPLC).
Kurzbio
Prof. Leonhardt (*1982 in Stuttgart) studierte Biologie an der Universität Würzburg und der Duke University (NC, USA). Von 2007 bis 2010 promovierte sie in Würzburg zur Bedeutung von Harzen für Tropische Bienen. Im Anschluss forschte sie als Postdoktorandin an der Leuphana Universität in Lüneburg und als „associate lecturer“ an der University of the Sunshine Coast (Australien) zur Bedeutung von Biodiversität für Bienen. 2013 startete sie ihre Arbeitsgruppe an der Universität Würzburg. 2019 wurde sie auf die Professur für Pflanze-Insekten Interaktionen an die TUM berufen.
>49 Publikationen, >1400 Zitierungen
in weniger als 10 Jahren > 1 Mio. Drittmittel eingeworben
regelmäßig öffentliche Vorträge, u.a. zum Thema „Bienengefährdung“
Fünf wichtigste Auszeichnungen:
- BiodivERsA EU Grant (2019)
- Bosch Fast Track Career Development Fellowship (2017)
- GSLS PostDocPlus Research Award (2014)
- Eon Kulturpreis Bayern (2011)
- GSLS PhD Fellowship (2005)
Kontakt
http://pii.wzw.tum.de/en/home.html
Wie ungleichaltrige und gemischte Wälder funktionieren
Adrian Dănescu erhält für seine Dissertation den Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft 2019
Dr. Adrian Dănescu von der Professur für Waldbau erhält den mit 6.000 Euro dotierten Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft. In seiner prämierten Dissertation hat er sich mit der Funktion gemischter und strukturreicher Wälder beschäftigt, in denen kleine und große Bäume unterschiedlicher Arten auf engem Raum innig miteinander gemischt stehen. Diesen naturnahen Wäldern wird für die Anpassung an den Klimawandel eine wichtige Rolle zugeschrieben. Anhand der vorwiegend aus Fichten und Tannen bestehenden Bergmischwälder des Schwarzwalds hat Dănescu den Einfluss der Strukturvielfalt auf die Produktivität, die Verjüngungsdynamik und den Zuwachs von Bäumen bei Trockenstress untersucht. Für seine Untersuchungen konnte er auf umfangreiche Datensätze langfristiger Versuchsflächen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg zurückgreifen.
Dănescu zeigt in seiner Arbeit, dass zusätzlich zu dem bereits vielfach festgestellten Einfluss der Artendiversität auch die Strukturdiversität einen positiven Einfluss auf die Produktivität gemischter Wälder ausübt. Seine Befunde zum Trockenstress zeigen allerdings, dass in den untersuchten Tannen-Fichten-Mischwäldern die strukturelle Vielfalt keinen förderlichen Einfluss auf die Stabilität des Wachstums gegenüber Trockenstress hat. Dieses Ergebnis mag zwar einige Hoffnungen enttäuschen – für die Entwicklung wirkungsvoller Anpassungsstrategien ist diese Erkenntnis jedoch von großer Bedeutung.
Weiterhin konnte Danescu nachweisen, dass die Höhenentwicklung junger Bäume sowohl durch die Überschirmung als auch die strukturelle Vielfalt des Hauptbestandes beeinflusst wird. Junge Tannen zeigten sich dabei in den meisten Situationen gegenüber jungen Fichten im Höhenwachstum überlegen. Daher verläuft in diesen Wäldern bereits die gewünschte Verschiebung in der Artenzusammensetzung der Verjüngung, mit weniger Fichte, der großen Verliererin des Klimawandels, und mehr Tanne, die Trockenheit und Wärme besser erträgt.
Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Professur für Waldbau, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3678, juergen.bauhus@waldbau.uni-freiburg.de
Offener Brief Forststudierender auf den Artikel „Frei Zum Abschuss”
Offener Brief Forststudierender in Weihenstephan als Reaktion auf den Artikel „Frei Zum Abschuss", erschienen in der Wochenendausgabe (23./24. November 2019) der Süddeutschen Zeitung und als Onlineversion „Hemmungslos" von Rudolf Neumeier. Die Stellungnahme wurde von 422 Studierenden des Forstwesens in Weihenstephan mit einer persönlichen Unterschrift explizit unterstützt.
"Als Studierende des Forstwesens am Studienstandort Weihenstephan möchten wir uns zu dem oben genannten Artikel positionieren. Wir sehen uns vor einer unvoreingenommenen Leserschaft nicht differenziert und unzureichend beschrieben. Mit dieser Darstellung sind wir nicht einverstanden.
Die meisten von uns entschieden sich für das Forststudium, da wir uns berufen fühlen mit und in der Natur zu arbeiten. Der Wald ist ein wunderschöner Arbeitsplatz, deshalb leisten alle von uns ihren Beitrag ihn in seiner Gesamtheit zu verstehen, zu pflegen und nachhaltig zu gestalten.
Unsere Gesellschaft nimmt den Wald für sich in Anspruch, sei es in seiner Schutzfunktion, als Erholungsort oder grüne Lunge. Die Leistungen des Waldes müssen besonders im Zuge des Klimawandels bestehen. Die Zeit, in der die Förster hauptsächlich für die Produktion von Holz zuständig waren, ist vorüber. Längst wurde die forstliche Ausbildung an vielfältigere Ansprüche angepasst. Wir genießen ein sehr breit gefächertes und umfangreiches Studium, in dem unterschiedlichste Ansichten zur Geltung kommen.
Wir wehren uns gegen den Vorwurf einer „Gehirnwäsche" durch die Lehre, da dieser gegenstandslos ist. Freies und selbstständiges Denken wird gefördert und gefordert. Besonders die Auseinandersetzung mit verschiedenen Theorien und wissenschaftlichen Inhalten hält uns ganz selbstverständlich dazu an.
Das Ablegen einer Jägerprüfung steht im Studium allen Studierenden frei. Einige durchliefen die Jagdausbildung außerhalb des Studiums. Allesamt üben die Jagd in selbst gewähltem Sinne aus. Wir jagen mit Verstand, Maß und Ethik, weil wir uns der Notwendigkeit bewusst sind, durch die Jagd die Artenvielfalt in Flora und Fauna zu fördern, das Gleichgewicht des Ökosystems zu erhalten und ein natürliches Nachwachsen des Waldes zu ermöglichen. Dieser fachlich fundierte Blick auf die Jagd als Teil eines großen Ganzen wird nur durch umfassendes Verständnis erworben, nicht durch die uns vorgeworfene Indoktrination.
Wir finden es befremdlich, dass solch ein falsches Bild von uns erstellt wurde. Wir wünschen uns, dass die Süddeutsche Zeitung in zukünftigen Artikeln die Meinungen aller Betroffener angemessen zu Wort kommen lässt, ganz besonders bei einem so intensiv diskutierten Thema.
Gerne laden wir die Redaktion der Süddeutschen Zeitung zu einem Gespräch ein. Wir begrüßen einen offenen und reflektierten Diskurs. Des Weiteren sind Vorlesungen und Veranstaltungen an unseren Institutionen der Öffentlichkeit frei zugänglich, wodurch es für jeden möglich ist, sich ein Bild von der forstlichen Lehre am Studienstandort Weihenstephan zu machen.
Im Namen Studierender der Forstfakultäten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Technischen Universität München
Freising, den 02.12.2019"
Knapp 700 neue Studierende am Forstzentrum
Studienfakultät Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TUM
Im Wintersemester 2019/20 sind insgesamt 890 Studierende an der Studienfakultät Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TU München (TUM) eingeschrieben. 240 Ersteinschreibungen gibt es im Bachelor-Studiengang Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement. Im Master Forst- und Holzwissenschaft beginnen 58 Studierende.
Für den englischsprachigen Master Sustainable Resource Management (SRM) gab es 495 Bewerbungen. Immatrikuliert sind 115 Studierende aus 37 Nationen. Das ist einer der stärksten Jahrgänge der letzten Jahre. Der Anteil der deutschen Studierenden im SRM-Master liegt bei rund 20 Prozent. Neben Deutschland stellen die USA (10%), Indien (8%) sowie Mexiko und Nigeria (mit je 5%) die stärksten Gruppen. Die breite Streuung der Herkunftsländer ist sicherlich eines der Charakteristika dieses internationalen Studiengangs. Er bietet den Studierenden nicht nur eine exzellente fachliche Ausbildung, sondern auch interessante interkulturelle Begegnungen, die in heutigen Zeiten auch international nur von Vorteil sein können.
Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT
An der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) haben sich 126 Studienanfänger für den Bachelor-Studiengang Forstingenieurwesen immatrikuliert. Damit wurden ebenso viele Studierende zum Studium zugelassen wie die Lehrkapazität vorsieht. Mit rund 430 Bewerbungen ist der Forstingenieur-Bachelor der am stärksten nachgefragte Studiengang an der HSWT, mit einem Numerus clausus von 2,6 (z.B. Gymnasium) allerdings auch der mit der härtesten Zulassungsbeschränkung. Im Bachelor Management erneuerbarer Energien starten 119 im ersten Semester.
Insgesamt sind knapp 6000 Studierende an der HSWT. TUM-weit wuchs die Anzahl der Studierenden auf 42.000. Weitere Informationen zum hochschulweiten Blick gibt es von der HSWT hier und der TUM hier.
Zum Semesterstart erhalten die Studienanfängerinnen und Studienanfänger traditionell ein vom Förderverein ZWFH e.V. gesponsertes Willkommenspaket aus Stofftasche, Informationsmaterial sowie Block und Holzkugelschreiber von der Geschäftsstelle des Forstzentrums.


