Michael Suda

Ende September verließ Prof. Dr. Michael Suda, Leiter des damit aufgelösten Lehrstuhls für Wald- und Umweltpolitik, die TUM und „läuft“ in den Ruhestand. Seit 1995 gestaltete Suda aktiv die vielfältigen Umbrüche, die sich durch die Angliederung der Forstfakultät der LMU an die TUM, die organisatorischen Neuausrichtungen, die den Lehrstuhl schließlich in die School of Management der TUM führten, sowie die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium ergaben. Studierenden und Praktikern verdeutlichte er dabei als exzellenter Didaktiker – ausgezeichnet mit 13 Lehrpreisen – mit viel Humor den Wandel in der Gesellschaft und den Strukturwandel bei Privatwaldeigentümern und forstlichen Organisationen. Über seine Emeritierung hinaus leitet Suda weiterhin das Forschungsprojekt „WidK- Waldeigentum in der Krise“ und bleibt damit dieser wichtigen Thematik verbunden. Seine Begeisterung für den Wald und die Forstwissenschaft prägte viele Studierende, die mit einem kritischen Blick auf die vielfältigen Interessen am Wald die Zukunft der Wälder gestalten werden. Aufgrund seiner vielfältigen Forschung zur Umweltkommunikation konnte Suda Begriffe des Nachdenkens belegen, wie das oft falsch interpretierte „Schlachthausparadox“, in dem sich die Forstwirtschaft zwischen den rein positiv belegten Begriffen Wald und Holz befindet, die „Halbwertszeit des Vergessens“ zur schnellen Verdrängung vergangener Schadenereignisse durch Naturgefahren oder die „Multifunktionalität als sinnstiftende Le(e)(h)rformel".
Klaus Pukall

Wildtier-Fotokalender 2024 von Forststudent David Slawik


Der Herbst ist da und langsam, aber sicher kommt das neue Jahr 2024 näher. David Slawik, Forststudent der HSWT im dritten Semester und Naturfotograf hat hierfür einen abwechslungsreichen Wandkalender im DIN-A3-Format zusammengestellt. Die Motive zeigen 12 Wildtierportraits, unter anderem aus Norwegen und Ungarn, aber auch aus der direkten Freisinger Umgebung. Der Kalender ist für 22 € (zzgl. Versand) erhältlich und wird, nach Möglichkeit, direkt am Campus verkauft.
Bei Interesse kann entweder über Mail oder Instagram Kontakt aufgenommen werden:
Mail: davidslawikphoto@gmail.com
Instagram: @davidslawikphoto
Podcast WaldPilzWelten
Von der Corona-Notlösung für die Lehre zum Medienpreis

Entstanden war das Hörformat als ein Element eines Lehrauftrags während des Lockdowns in Coronazeiten für die Studierenden der Forstwissenschaften an der TU München im Fach Phytopathologie der Waldbäume, also der Lehre von den Krankheiten der Waldbäume.
Es sind nämlich Pilze, die für viele Schäden an den Bäumen sorgen. Die beiden mykologisch interessierten Wissenschaftler Angela Siemonsmeier und Markus Blaschke betreuten in den Übungen im Fach Phytopathologie Studierende im Labor am Mikroskop und erklärten ihnen viele Aspekte aus der Welt der Pilze. Doch als Corona diese Form der Lehre unmöglich machte, zeichneten die beiden als Ergänzung zu anderen Medien Zwiegespräche auf, in denen sie den Studierenden verschiedene Aspekte der Pilzwelt erklärten.
Als die ersten Folgen bei den Studierenden gut angekommen waren, entschieden sie, daraus einen Podcast für die Öffentlichkeit zu machen und nannten ihn „WaldPilzWelten“. Die Serie wurde um allgemeine Themen rund um die Welt der Pilze im Wald erweitert. So finden sich Pilze doch in unserem Leben in allen Ecken und Enden und es gibt viel um diese oft im Verborgenen bleibenden Lebewesen zu berichten. Die einzelnen Folgen beschäftigen sich mit der Lebensweise von Pilzen im Allgemeinen, ihre Bedeutung im Naturschutz, besonderen Eigenschaften, wie den Gerüchen der Pilze, und auch einer Reihe von Schäden bzw. Erkrankungen, die durch sie insbesondere im Wald hervorgerufen werden können.
Vor zwei Jahren ging der Podcast online. Seitdem sind bereits 35 Folgen erschienen, die häufig 20 Minuten bis eine gute halbe Stunde lang sind. Inhaltlich fokussieren sich die Podcasts jeweils auf ein spezielles Thema, in der neuesten Folge spielt der Zunderschwamm die Hauptrolle. Im September 2023 gewann WalPilzWelten dann den Medienpreis der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.
Wir gratulieren recht herzlich und wünschen weiterhin viel Freude und Erfolg mit WaldPilzWelten!
Der Podcast ist im Internet frei zugänglich:
Markus Blaschke
ist Mitarbeiter der Abteilung Biodiversität und Naturschutz der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
Prof. Dr. Angela Siemonsmeier
ist Professorin für Waldschutz und Risikomanagement an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.
Weihenstephaner Berglauf 2023


Nach mehrjähriger pandemie-bedingter Abstinenz war es am Donnerstag, 21. September 2023, wieder soweit und der beliebte Weihenstephaner Berglauf feierte sein „revival“. Etwa 100 Läuferinnen und Läufer machten sich auf den beschwerlichen, etwa sechseinhalb Kilometer langen Parcours, der im wahrsten Sinne des Wortes „über“ den gesamten Weihenstephaner Campus führte, inklusive zweimaliger Erklimmung des „Nährberges“. Bei bestem Wetter und Temperaturen, die auch allen Helferinnen und Helfern den Schweiss aufs Gesicht trieben, schafften es alle gesund und ohne Verletzungen zum Ziel im Hofgarten. Die Sieger, aber auch alle Mitläuferinnen und Mitläufer, wurden im Anschluss bei einem abendlichen und geselligen Grillfest gefeiert. Durch den Ruhestand von Prof. Ulrich Kulozik wurde der Lauf dieses Jahr nicht mehr vom Lehrstuhl für Lebensmittel- und Bio-Prozesstechnik organisiert, sondern von der Holzforschung München um Prof. J. Philipp Benz (Professur für Pilz-Biotechnologie in der Holzwissenschaft). Somit fand auch die Feier dieses Mal am Forstgebäude der TU München statt. Die Organisatoren danken allen fleißigen Helferinnen und Helfern, die dieses fröhliche Sportfest möglich machten!
Weitere Informationen
Fakultät Wald und Forstwirtschaft: Änderungen im Studienangebot
Mit dem neuen Wintersemester 2023/24 gibt es wichtige Veränderungen im Studienangebot der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
Neuer Studiengang „Arboristik & Urbanes Waldmanagement“
Am 1. Oktober 2023 startet der neue Studiengang „Arboristik & Urbanes Waldmanagement“. Ziel des Studiengangs ist die Ausbildung von Expert:innen für Baumpflege und das Management stadtnaher Wälder. Die möglichen Arbeitsfelder sind vielfältig und reichen von Baumpflegeunternehmen oder Sachverständigenbüros bis hin zu öffentlichen Verwaltungen oder (Forst-)betrieben. Weitergehende Informationen finden Sie unter https://www.hswt.de/studium/studienangebot/bachelor/arboristik. Das 5. Studiensemester ist ein Praxissemester, das erstmals im Wintersemester 2025/26 stattfindet. Dazu wird Unterstützung durch Betriebe, die einschlägige Ausbildungsstellen bereitstellen können, gesucht. Bei Interesse können Sie sich gerne an die Fakultät wenden.
Weiterentwicklung Studiengang Forstingenieurwesen
Neue Module „Ökosysteme im Klimawandel“ und „Umweltplanung und Naturschutz“
Gleichzeitig har die Fakultät den bewährten Studiengang „Forstingenieurwesen“ weiterentwickelt. Die Grundausrichtung einer breiten forstlichen Ausbildung mit Pflichtbelegung aller forstlichen Kernfächer wurde beibehalten, d.h. es gibt nach wie vor keine separaten Spezialisierungsrichtungen. Mit der Einführung der beiden neuen Module „Ökosysteme im Klimawandel“ und „Umweltplanung und Naturschutz“ bekommen wichtige aktuelle Themen ein stärkeres Gewicht.
Praktikum Betriebsarbeiten
Weiterhin wird die Praxisphase im 3. Semester mit dem Schwerpunkt Betriebsarbeiten von bisher 8 Wochen auf 4 Wochen verkürzt. Gründe hierfür waren, dass die lange Praxisphase den Studienablauf im 3. Semester erheblich beeinträchtigt hat, und dass Betriebsarbeiten, insbesondere die Holzernte, heute in vielen Fällen von Forstunternehmen durchgeführt werden und somit die Zahl von Praktikumsplätzen begrenzt ist. Die Kerninhalte dieser Praxisphase sind aber weiterhin Bestandsteil des Studiums und werden nach dem 3. Semester mit einer Studienarbeit und einer mündlichen Prüfung abgeschlossen. Dies bedeutet, dass Praktikant:innen 2023 zum letzten Mal für acht Wochen (bzw. neun Wochen mit jagdpraktischen Stunden) im Zeitraum August bis Anfang November an den Betrieben sind. Ab dem Jahr 2024 wird die Praxisphase vier (bzw. fünf) Wochen dauern und Anfang Oktober enden.
Praxissemester künftig im 5. Semester
Weiterhin wird das praktische Studiensemester vom 6. Semester (Sommerhalbjahr) in das 5. Studiensemester (Winterhalbjahr) verschoben. Dadurch ergeben sich einerseits deutliche Vorteile im Studienablauf, andererseits ist das Winterhalbjahr Arbeitsschwerpunkt der meisten Forstbetriebe. Damit werden die letzten Praktikant:innen nach der alten Studienordnung im Sommersemester 2025 (März bis September 2025) an den Ausbildungsstellen sein, die Praktikanten nach der neuen Studienordnung kommen erstmals im Wintersemester 2025/26 (Okt 2025 bis März 2026) an die Ausbildungsstellen.
Für eventuelle Rückfragen steht das Dekanat gerne zur Verfügung.
Kontakt
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Fakultät Wald und Forstwirtschaft
Gebäude F9
Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 3
85354 Freising
wf@hswt.de
Grenzüberschreitender Expertenaustausch am Forstzentrum Weihenstephan
Bergwälder fit im Klimawandel
Am 10. Juli 2023 folgten die österreichischen und bayerischen Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter des Forschungsprojektes "WINALP 21 – Bergwälder fit im Klimawandel" der Einladung von Verbundprojektleiter Prof. Dr. Jörg Ewald (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) in das Forstzentrum Weihenstephan, um über die Zukunft der Bergwälder der Nordalpen zu beraten. Im Rahmen des bereits dritten Projekttreffens wurden insbesondere methodische Aspekte der Arbeitspakete Klima-, Wasserhaushalts- und Baumartenverbreitungsmodellierung vorgestellt und diskutiert.

Ziel der länderübergreifenden Projektgruppe ist es, den forstlichen Standort, die Waldtypen und die Baumartenempfehlungen hinsichtlich des prognostizierten Klimawandels zu dynamisieren sowie Strategien und Konzepte zur proaktiven Anpassung der Bergwälder für die Forstpraxis zu erarbeiten. Das Forschungsprojekt startete zu Beginn des Jahres und hat eine Laufzeit bis Ende 2025. Gefördert und kofinanziert wird das Projekt durch das INTERREG VI-A Programm Deutschland/Bayern – Österreich 2021 – 2027, die Bayerische Forstverwaltung, die Ämter der Vorarlberger und der Tiroler Landesregierungen sowie das Land Oberösterreich gefördert. Das nächste Treffen findet Ende September anlässlich eines Bodenmodellierungsworkshops in Wien statt.
Mehr Informationen

Sommerfest der Försterinnen und Förster 2023
Mit Verleihung des SRM-Awards und des Preises der guten Lehre
Am 15. Juni 2022 veranstaltete die Fachschaft Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TU München wieder das Sommerfest der Försterinnen und Förster. Unterstützt von freiwilligen Helfer:innen richteten die Studierenden das Fest im Dreieck zwischen den Forstgebäuden der TUM, HSWT und der LWF aus.
Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Absolventinnen und Absolventen der Bachelor- und Master-Studiengänge verabschiedet. Academic Program Director Prof. Dr. Thomas Knoke überreichte dazu jeweils die Eichenlaub-Anstecker. Foodtrucks und Getränkestand sorgten für das leibliche Wohl und da dieses Mal keine Wertmarken verkauft wurden, lief es bei der Essens- und Getränkeausgabe besonders glatt. Die neu formierte Jagdhornbläser-Gruppe der HSWT gab nach nur einer guten Hand voll Proben am Sommerfest bereits ihr Debüt. Altbewährt trug auch die Weihenstephaner Blasmusik wieder hervorragend zur musikalischen Umrahmung bei. Auch die beiden Hochschulgruppen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und des Jungen Netzwerks Forsts waren mit Aktionen vertreten. Bei lauer Sommerluft feierten die Studierenden und Mitarbeiter bis spät in den Abend hinein. So war das Sommerfest wieder ein voller Erfolg.
Eindrücke vom Sommerfest 2023
SRM Award 2022
Vorab zum Sommerfest fand die Verleihung SRM Awards der Audi Stiftung für Umwelt statt. Franziska Kraft (m.l.) und Alena Anderson Chilian-Heeb (m.r.) haben diesen jeweils für ihre herausragenden Master-Arbeiten im Studiengang Sustainable Resource Management (SRM) an der TUM gewonnen.
Das Thema von Franziska Kraft lautet "Central European wildfire regimes under climate change: a sensitivity analysis based on simulations with iLand", das von Alena Anderson Chilian-Heeb "Consequences of land-use change on soil carbon storage forms, microbial 13C incorporation, and C-P relationships in Amazonian Dark Earth and Acrisols from Brazil". Überreicht habe den Preis Dr. Matthias Roßmann von der Audi Stiftung für Umwelt (re.) und Prof. Dr. Thomas Knoke, Academic Program Director Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement (li.).
Zum Beitrag über den SRM-Award auf der Internetseite der School of Life Sciences
Preis der guten Lehre
Im Rahmen des Sommerfests der Försterinnen und Förster fand auch die Verleihung des Preises der guten Lehre im Bereich Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement statt. Gewonnen haben ihn diesmal Herr Prof. Dr. Harald Luksch (Lehrgebiet Zoologie im Bereich Forst) und Frau Dr. Isabel Augenstein (Landscape planning, landscape management und methods of environmental assessment im SRM-Master sowie Landschaftsentwicklung im Forst-Bachelor). Überreicht haben die Preise jeweils Annika Schmidt und Stephanie Schulz von der Fachschaft.

Zwei Zitate aus der Abstimmung unter den Studierenden drücken die besondere Wertschätzung aus:
"Herr Prof. Luksch überträgt seine Begeisterung an der Fauna unserer Welt auf die Studierenden und sorgt so für eine motivierende und spannende Vorlesung."
"Mit Witz und Lockerheit begeistert Frau Dr. Augenstein und sorgt für spannende Vorlesungen und Übungen. Dadurch herrscht ein familiäres und entspanntes Arbeitsklima, welches zu einem aufgelockertem Universitätsalltag beiträgt."
Weitere Informationen über die Fachschaft
Großer Bayerischer Waldtag in Kelheim
mit vielen Ausstellern und Referenten vom Forstcampus Weihenstephan
Am Sonntag, 25. Juni 2023 kamen tausende Besucher zum großen Bayerischen Waldtag nach Kelheim und zur Bayerischen Waldbauernschule am Goldberg. Die Geschäftsstelle des Zentrums Wald Forst Holz Weihenstephan teilte sich mit der Abteilung Waldschutz der LWF einen größeren Stand auf dem Festgelände. Die Waldschutz-Profis brachten eine bunte Sammlung an Faltern, Käfern, Raupen, Baumpilzen und Insekten-Fraßbilder mit. Die Besucher konnten lebende Schwammspinner-Raupen in ihren verschiedenen Entwicklungsphasen begutachten und sich Borkenkäfer unter dem Mikroskop anschauen. Informationen zu den Studiengängen gab es auf der Seite des Forstzentrums, u.a. vom Fachstudienberater Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TUM. Neben Einblicken in das bayerische Luchsmonitoring stand hier auch eine Auswahl aktueller Broschüren und Merkblätter, überwiegend der LWF, für Waldbesitzer und Forstpraktiker zur Verfügung. Ebenfalls am Stand waren die Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft (VBF) sowie das Junge Netzwerk Forst.
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Prof. Dr. Axel Göttlein und Anne Meinhold mit Team vom Fachgebiet für Waldernährung der TUM hatten einen eigenen Stand zum Thema Drohnensaat. In Kooperation mit der Fa. Skyseed wird untersucht, wie Drohnen eine effiziente Unterstützung bei der Wiederaufforstung z.B. im Frankenwald sein können. Ein Bericht über eine Studie zu den Schadflächen im Frankenwald und der Aussaat von Pioniervegetation ist in der LWF aktuell 137 erschienen.
Waldparcours
Am Waldparcours lockten die LWF-Waldbautrainer die Besucher auf eine Eichensaatfläche von 2020. Sie informierten über die Möglichkeiten finanzieller Förderung und erklärten verschiedene Saatverfahren mit anschaulichen Videos. In der Saatfläche machten sich die Besucher ein Bild der gelungenen Saatmaßnahme. Vor der Saat fand eine streifenweise Bodenbearbeitung mit Raupen- und Anbaufräse statt. Anschließend wurde manuell und teilweise mit Saataggregat gesät. Aus 675 kg Eicheln wuchsen je nach Saatverfahren etwa 133.000 bis 24.000 junge Eichen pro ha Flächengröße.
Einen Eindruck über den forstwirtschaftlichen Einsatz von Holzrückepferden konnten sich die Besucherinnen und Besucher bei der Interessengemeinschaft Zugpferde e.V. (IGZ) machen. Unterstützung bekam die Vorführung von Florian Rauschmayr, dem kommissarischen Leiter der Fachgebiete Holzerntetechnik und Waldarbeitslehre an der HSWT.
An einer weiter Station auf dem Waldparcours führten die Forsttechnik-Mitarbeiter der LWF eine neue Methode der Borkenkäferbekämpfung vor: Das Rindenschlitzen. Wenn Fichtenholz nicht schnell aus dem Wald abgefahren werden kann, verhindert Rindenschlitzen neuen Befall mit Borkenkäfern. So kann ein Insektizideinsatz vermieden werden. Die Demonstration der Arbeitsabläufe mit Anbaugeräten für die Motorsäge macht deutlich, worauf es ankommt: Das komplette Durchtrennen der Rinde bis auf den Holzkörper ist ausschlaggebend für die Wirksamkeit.
Fachvorträge
Fachvorträge in der Waldbauernschule ergänzten das riesige Informationsangebot: „Wald - Hort der Vielfalt“ hieß der Vortrag von Prof. Dr. Volker Zahner von der HSWT, der sich mit verschiedenen Themen rund um Biodiversität im Wald befasste und darauf einging, wie die Waldbesitzer aktiv Biodiversität fördern können. Die Waldarbeit gehört zu den gefährlichsten Tätigkeiten. Um darüber aufzuklären, wie die Rettungskette Forst im Notfall optimal funktionieren kann, hielt Ralph Kisslinger, Lehrbeauftragter für Holzerntetechnik und Waldarbeitslehre an der HSWT einen Vortrag.
Auch sonst war viel geboten: Rund 150 Aussteller begeisterten Jung und Alt mit einem vielfältigen Programm. Ob VR-Baumfällung, Holzhandwerk-Ausstellung oder Baumklettern, für jeden war etwas Passendes dabei. Auch kulinarisch konnte der Waldtag überzeugen: Bei Rehragout und Wildburger genossen die Besucher das gute Wetter.
Waldpakt Bayern
Im Festzelt nutzten Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Staatsministerin Michaela Kaniber und die Waldbesitzerverbände sowie der Gemeinde- und Städtetag die Veranstaltung um den Waldpakt Bayern 2023 zu unterzeichnen. Söder sieht diesen als „einzigartigen Schulterschluss für die Zukunft unserer bayerischen Wälder“. Forschung und Lehre finden sich mit jeweils eigenen Absätzen im Waldpakt wieder.
Weitere Informationen
- Zur PM des StMELF "Gemeinsam für den Wald von morgen" – Ministerpräsident Söder und Waldministerin Kaniber unterzeichnen Waldpakt
- Zur Veranstaltungsseite Großer Bayerischer Waldtag
- Instagram Reel zum Waldtag Kelheim mit weiteren Eindrücken
Lehrveranstaltung
Themenwoche Waldbrand der HSWT
Die Waldbrandstatistik für 2022 erfasste in Bayern 145 Brände auf insgesamt 214 Hektar – ein neuer Rekordwert. Im Vergleich zum langjährigen Mittel brannte es damit 2022 doppelt so häufig (Vgl. Holzapfel, K.; Zimmermann, L.: 2023). In neun von zehn Fällen werden Waldbrände durch fahrlässige Verhaltensweisen, also von Menschen, verursacht.

Die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT ging auf diese Entwicklung ein und baute ihr Lehrprogramm zum Thema Waldbrand aus. Ab dem 22. Mai 2023 veranstalteten Florian Rauschmayr und Ralph Kisslinger vom Fachgebiet Waldarbeit und Holzerntetechnik eine Themenwoche für die Studierenden. Auf dem Programm standen die Brandvorbeugung durch waldbauliche Maßnahmen, die Brandprävention, aktive Brandbekämpfung und Zusammenarbeit mit den Feuerwehren sowie Aufgaben der Katastrophenschutzeinsatzleitung durch Forstbetriebe.
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Zunächst standen praktische Übungen auf dem Campus zu Löscharbeiten mit Feuerwehrschläuchen an. Den Theorieblock unterstützten externe Fachleute wie der Experte für Vegetationsbrandbekämpfung Dr. Ulrich Cimolino und für das Thema Witterung der Wehrführer Tobias Hennemuth von der Feuerwehr Fernwald. Lehrinhalte waren auch Kenntnisse zur Einschätzung des Brandverhaltens sowie dessen zeitlicher und räumlicher Veränderung anhand der Einwertung von Triggerpunkten im Gelände durch Faktoren wie Topographie, Windgeschwindigkeit und Bodenfeuchte. Auch die Schulung im Umgang mit Handwerkzeugen wie der Gorgui-Hacke oder der Einsatz von Löschrucksäcken mit Blasgerät standen auf dem Programm. Die aktive Brandbekämpfung kann von forstbetrieblicher Seite durch das Freilegen des Mineralbodens und mit zerstäubtem Wasser unterstützt werden. Eine Forstraupe mit Mulcher half bei der Anlage von Brandschneisen.
Unterstützt wurden die Lehrveranstaltungen von der TUM-Werkfeuerwehr Weihenstephan, dem Landkreis Freising und dem Forstbetrieb Gangkofer.
Weitere Informationen
Kontakt Florian Rauschmayr
LWF-Artikel auf Walddwissen.net: Waldbrände: Die Gefahr droht immer öfter








