Martin Moog
Zum Sommersemester 2023 ist Prof. Martin Moog, Inhaber des Lehrstuhls für Forstliche Wirtschaftslehre, in den Ruhestand gegangen.

In Göttingen studierte Martin Moog Forstwissenschaften und wurde dort mit einer Arbeit zu einem wirtschaftswissenschaftlichen Thema promoviert. Nach der Referendarzeit und dem Staatsexamen konnte er sich dank eines Stipendiums der DFG in 1991 mit einer Studie über das Angebotsverhalten von Forstbetrieben in Göttingen habilitieren. Kurz darauf folgte er dem Ruf an die Forstwissenschaftliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität. Nach dem Wechsel an die Technische Universität wurde der Lehrstuhl Teil der neu gegründeten Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.
Sein wissenschaftliches Interesse galt besonders den Fragen der Bewertungslehre. Im 19. Jahrhundert standen am Beginn der Entwicklung einer Forstlichen Betriebswirtschaftslehre vor allem Fragen der Waldbewertung. Nach einer fruchtbaren Zeit fand jedoch im 20. Jahrhundert eine Erstarrung zu einer Kunstlehre statt, und die Fortschritte in der BWL-Teildisziplin Unternehmensbewertung wurden bei der Bewertung von Wald ignoriert. Nach seiner Überzeugung müssen Grundsätze ordnungsmäßiger Bewertung jedoch objektunabhängig gelten. Deshalb bemühte er sich einerseits um eine Heranführung der Waldbewertung an die Unternehmensbewertung und andererseits versuchte er die von den Klassikern der Forstwissenschaften entwickelten Gedanken unter den Kollegen der BWL bekannt zu machen. Hier zeigte sich eine Begeisterung für Wissenschafts- und Theoriegeschichte, die er auch in der Lehre vermittelte. Weitere Schwerpunkte seiner Lehre lagen in den Bereichen der Investitionsrechnung und der Anwendung quantitativer Modelle des Operations Research auf forstliche Fragestellungen.
Theorieorientierung, methodische Klarheit und argumentative Stringenz sind ihm sehr wichtig und waren auch seine Leitlinien bei der Betreuung von Arbeiten sowie als Mitherausgeber mehrerer forstwissenschaftlicher Zeitschriften. Auf die Unabhängigkeit der Wissenschaft legt er größten Wert, und die Zusammenarbeit mit Kolleg:innen der Rechtswissenschaft schätzt er besonders.
Polia Tzanova und Tobias Miladinov
BDF-Prüfungssimulation Oberbayern und Schwaben 2023

Wie jedes Jahr führten die BDF-Jugendvertreter von Oberbayern und Schwaben gemeinsam eine Prüfungssimulation für die aktuellen Anwärterinnen und Anwärter (Forstlicher Vorbereitungsdienst, 3. QE) aus den beiden Regierungsbezirken durch. Insgesamt kamen 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 08. und 09. August 2023 nach Freising. In der simulierten mündlichen Prüfung wurden jeweils in einer halben Stunde die Fachgebiete Waldbau sowie Holzernte und Holzsortierung geprüft. Die Anwärterinnen und Anwärter erhielten anschließend ein ausführliches Feedback und konnten so einen Eindruck über ihren Wissenstand und ihre Kommunikationsfähigkeit gewinnen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die als „Prüfer“ fungiert haben und so zu einer erfolgreichen Prüfungssimulation 2023 beigetragen haben. Ebenso bedanken möchten wir uns beim Forstbetrieb Freising für die Bereitstellung des Prüfungsortes, sowie dem BDF und BDF Sozialwerk für das Sponsoring der Verpflegung.

Kilian Spicher (Lehrwaldförster BaySF/HSWT) und Korbinian Holzapfel (StMELF)
Jugendvertreter Oberbayern
Veröffentlichungen am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan

Wir sind Vorbild für Nachhaltigkeit
UNESCO und BMBF verleihen Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung
Die Deutsche UNESCO-Kommission und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben im Juni 2023 die »Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)« an das Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan (ZWFH) verliehen. Entgegengenommen haben diese die drei Partner im Zentrum, vertreten durch Prof. Dr. Klaus Richter für den Studienbereich Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der Technischen Universität München (TUM), Prof. Robert Vogl für die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), Dirk Schmechel für die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) sowie Dr. Markus Schaller als Geschäftsführer des ZWFH. Prof. Dr. Klaus Richter, zum Zeitpunkt der Preisvergabe der Leiter des Zentrums, freut sich über die Auszeichnung: „Die enge Zusammenarbeit unserer rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zentrum schafft hervorragende Synergieeffekte für die nachhaltige Sicherung und Nutzung einer unserer wichtigsten Lebensgrundlagen – den Waldökosystemen. Dieses vielschichtige Wissen bedient hervorragend unsere Lehrtätigkeiten und unsere Aus- und Weiterbildungsprogramme: sie alle haben einen klaren Fokus auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung!“ Von zentraler Bedeutung ist dabei, dass Ökologie, Ökonomie und soziale Aspekte gleichberechtigt betrachtet werden.

Master-Studiengang Sustainable Resource Management der TUM
So ist zum Beispiel der internationale Master-Studiengang »Sustainable Resource Management« an der TUM eine Besonderheit. Die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen steht hier im Mittelpunkt. Im Kontext von Klimawandel, Rückgang der Biodiversität, Bodendegradation und Luftverschmutzung ist das keine einfache Aufgabe. Das Master-Programm versetzt die Studierenden in die Lage, Strategien zum verantwortungsvollen Umgang mit unseren lebenswichtigen Ressourcen zu entwickeln. Bereits mehr als 2000 Absolventen aus über 100 Ländern haben diese universitäre Bildungsprogramm durchlaufen und tragen die erlernten Fähigkeiten und ihr Wissen zur Gestaltung von Nachhaltiger Entwicklung hinaus in die Welt.
Nachhaltigkeit an der Fakultät Wald und Forstwirtschaft, HSWT
An der HSWT ist Nachhaltigkeit gelebte Praxis und zentraler Ausbildungsbestandteil. Dies spiegelt sich in der Zertifizierung nach der EMASplus-Richtlinie, die die HSWT als erste und bisher einzige staatliche Hochschule in Deutschland erhielt. Die Forststudierenden setzen sich intensiv mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit und seiner Vermittlung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinander. Am Beispiel des Waldes wird Nachhaltigkeit im Rahmen von Schulklassenführungen vermittelt, die Studierende als obligate Prüfungsleistung konzipieren und durchführen. Unter Leitung von Prof. Vogl ist in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Forstverwaltung und weiteren Institutionen der weit über Bayern hinaus bekannte Bildungsordner »Waldpädagogischer Leitfaden nicht nur für Förster« entstanden. Mit Themen, die für eine nachhaltige Entwicklung unverzichtbar sind, setzen sich zum Beispiel die Studiengänge »Management erneuerbarer Energien« und »Climate Change Management« auseinander.
Waldpädagogik & BNE an der LWF
Waldpädagogik möchte den emotionalen Zugang zum Wald stärken und diesen mit allen Sinnen erlebbar machen. Dabei fördert Waldpädagogik nicht nur Verständnis und Akzeptanz für nachhaltige Waldbewirtschaftung, sie leistet auch wichtige Beiträge zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. An der LWF sind die Bereiche Waldpädagogik und Umweltbildung stark verankert. Zu den Aufgaben gehören Forschungsprojekte zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Waldpädagogik in Bayern und die Koordination der Weiterbildung zur zertifizierten Waldpädagogin bzw. zum zertifizierten Waldpädagogen. Darüber hinaus unterstützt die LWF die nationale und europaweite Vernetzung in der waldbezogenen Umweltbildung und wirkt an der Vergabe des Qualitätssiegels »Umweltbildung.Bayern« mit.
Für eine lebenswerte Zukunft
Die »Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung« würdigt Organisationen, Netzwerke und Kommunen, die sich im Rahmen des UNESCO-Programms BNE 2030 für eine lebenswerte und nachhaltige Gesellschaft einsetzen. Mit innovativen Bildungsangeboten, Inhalten und Ideen befähigen die drei Partner im Zentrum Lernende, aktiv und verantwortungsvoll an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken. Das Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan leistet damit einen wichtigen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.
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Hintergrund
BNE 2030 steht für „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen“. Nachhaltige Entwicklung heißt, Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt sicherzustellen. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ist die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. Das 2020 gestartete UNESCO-Programm BNE 2030 zielt darauf ab, die strukturelle Verankerung von BNE im gesamten Bildungssystem voranzubringen. In Deutschland wird BNE auf der Grundlage des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung umgesetzt.
Weitere Informationen
Die Partner im Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan
- Studienbereich Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der Technischen Universität München (TUM)
- Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)
- Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)
UNESCO
BMEL
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