„Kühlere Wälder, entspanntere Herzen“ – Neues Paper aus dem A-DUR-Projekt
Heiße Sommertage werden künftig häufiger und intensiver auftreten. Wälder können dabei eine wichtige Rolle spielen, denn sie schaffen kühlere und angenehmere Bedingungen als viele offene oder versiegelte Flächen. Doch welche Eigenschaften eines Waldes sind dafür besonders entscheidend?
Dieser Frage widmet sich eine aktuelle Studie von Forschenden der Technischen Universität München um Sophie Feiertag und Prof. Dr. Annette Mezel und ihrer Projektpartner im A-DUR-Projekt, die in der Fachzeitschrift Urban Forestry & Urban Greening erschienen ist. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Waldstruktur, lokale Klimabedingungen und die körperliche Belastung von Menschen zusammenhängen.
Für die Untersuchung begleiteten die Forschenden 145 Jugendliche und junge Erwachsene bei Spaziergängen durch die Auwälder der Mittleren Isar. Während der Wanderungen wurden Herzfrequenz, Wetterbedingungen und Waldeigenschaften gleichzeitig erfasst. Grundlage dafür waren Fitnessuhren, mobile Klimarucksäcke und hochauflösende Fernerkundungsdaten.
Die Auswertungen zeigen deutlich: Nicht jeder Wald schützt gleich gut vor Hitze. Besonders wirksam waren hohe, dichte und gesunde Waldbestände, denn dort herrschten kühlere Bedingungen. Die körperliche Belastung der Teilnehmenden fiel deutlich geringer aus als in lichteren oder offenen Bereichen. Auffällig war dabei vor allem die Bedeutung der Bestandshöhe: Die stärksten Kühlungseffekte wurden in Wäldern mit Höhen von mehr als 12 bis 15 Metern beobachtet.
Die praktische Anwendung betrifft ein weiteres interessantes Ergebnis: Die kühlende Wirkung eines Waldes lässt sich überraschend gut anhand von Fernerkundungsdaten abschätzen. Aufwendige Messkampagnen vor Ort sind dafür nicht zwingend erforderlich. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, thermisch besonders schützende Waldbereiche zu identifizieren und gezielt in die Planung von Erholungsräumen und Klimaanpassungsmaßnahmen einzubeziehen.
Die Studie liefert damit nicht nur neue Erkenntnisse darüber, wie Wälder das lokale Klima beeinflussen, sondern auch konkrete Anhaltspunkte für die klimaangepasste Gestaltung und Pflege von Stadt- und Auwäldern. Entscheidend ist dabei nicht allein die Waldfläche, sondern vor allem die Struktur des Waldes selbst: Je höher, dichter und vitaler ein Bestand ist, desto größer scheint sein Potenzial zu sein, Menschen vor Hitzebelastung zu schützen.
Wer mehr über das Paper und die kühlende Wirkung des Walds wissen will, kann die Veröffentlichung hier lesen (Englisch):
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1618866726003614

Jugendliche tragen den Klimarucksack durch die Wälder
(Titelbild: P. Wang, Beitragsbild S. Feiertag)
Ab in die Berge – Exkursion des Masters Naturraum- und Wildtiermanagement

Studieren, wo andere Urlaub machen – So könnte man die sieben Tage Exkursion beschreiben, in denen Studierende der HSWT die alpinen Gebirgslebensräume in Bayern kennen und verstehen lernten.
Zwei Tage Nationalpark und Mittelgebirge
Das gleichnamige Modul im Rahmen des Masters Naturraum- und Wildtiermanagement führte 15 Studentinnen und Studenten, unter der Leitung von Florian Rauschmayr und Dr. Maria Bauer, zunächst Anfang Mai in den Bayerischen Wald. Dort gab es im Hans-Eisenmann-Haus Einblicke in die Arbeit des Nationalpark-Teams und in ihre Erfahrungen mit dem Tourismus innerhalb des Nationalpark Bayerischer Wald. Bei einer anschließenden Führung durch das Falkensteingebiet besichtigte die Gruppe Borkenkäferflächen, Luderplätze und Maßnahmen in der Managementzone.
Nach einer Hüttenübernachtung auf dem Arber konnte tags darauf die unterschiedliche Nutzung des Arbergebiets erkundet werden: Die Liftanlagen und die Waldbewirtschaftung der Fürsten von Hohenzollern einerseits, den Waldbau der BaySF und ihren Umgang mit dem Auerhuhnvorkommen andererseits. Beendet wurde dieser Teil des Moduls mit einer außergewöhnlichen Sichtung: Ein ausgebüxter Weißkopfseeadler umrundete den Arber.
Schutzwald und Wildtiermanagement im Oberland
Mitte Juni ging es für den zweiten Teil an den Schliersee – und es wurde gleich am ersten Tag deutlich, wie wichtig der Schutzwald für die Alpen ist. Nach einer Einführung zu Schnee- und Lawinenschutz führte Udo Endres von der Fachstelle für Schutzwaldmanagement des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim über die Sanierungsflächen am Hagenberg. Lawinenverbau, Verbau zum Pflanzenschutz und Gleitschneeschäden – viele Eindrücke, die auch in weiteren Gesprächen mit Mitarbeitern der Fachstellen diskutiert werden konnten.
Bergwald besteht jedoch nicht nur aus Schutzwald, sondern ist auch regulär bewirtschaftet. Und das nicht ohne Hürden: Das Terrain ist anspruchsvoll, für Harvester und Forwarder zu steil – da hilft oft nur eine Seilkrananlage, die nahe des Forstlichen Bildungszentrums Laubau in Aktion war.
Der Fokus der verbleibenden Tage lag auf Rot- und Auerwild: Zwei markante Tierarten der alpinen Regionen, die aber viel Management brauchen, um im Einklang mit vielen Interessen im alpinen Raum zu stehen. Einen Einblick auf solche Maßnahmen gab es im Wintergatter Spitzingsee und auf wenig beschirmten Waldflächen, die für das Auerwild wichtig sind. Begleitet wurde die Gruppe von Revierleitern und Berufsjägern der Gebiete.
Im Gespräch mit Lasse Weicht, dem Forstbetriebsleiter des Staatsforstenbetriebs Schliersee kristallisierte sich nochmals der Managementbedarf unterschiedlichster Stakeholder heraus, mit denen sich nicht nur der Forstbetrieb beschäftigen muss: Touristische Nutzung der alpinen Räume, jagdliche und forstliche Interessen, Schutz für Anwohner und Naturschutz. Viele Themen und Konfliktfelder, für die die 15 Studierenden jetzt mehr Wissen und vielleicht eigene Lösungsansätze haben.
Satellitendaten machen Europas Umweltwandel sichtbar
Satellitendaten ermöglichen einen einzigartigen Blick auf die Veränderungen unserer Umwelt. Zwei aktuelle Projekte der Technischen Universität München (TUM) zeigen, wie wertvoll jahrzehntelange Erdbeobachtungsdaten für die Umwelt- und Waldforschung sind.
EUROLAND: Mehr als 50 Jahre Erdbeobachtung für Europa sichern
Im Projekt EUROLAND wollen die TUM und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) das vollständige Landsat-Satellitenbildarchiv seit 1972 auf deutscher Infrastruktur sichern. Das Landsat-Programm der NASA dokumentiert die Erdoberfläche seit mehr als fünf Jahrzehnten und stellt damit eine weltweit einzigartige Zeitreihe für die Erforschung von Umweltveränderungen bereit. Bislang werden die Landsat-Daten ausschließlich von der NASA bereitgestellt. EUROLAND soll deshalb einen dauerhaften und unabhängigen Zugang für die europäische Forschung ermöglichen. Neben der Sicherung der Originaldaten sollen speziell für europäische Fragestellungen aufbereitete Datenprodukte entstehen, die Forschenden frei zur Verfügung stehen. Eine zentrale Rolle übernimmt die Professur für Earth Observation for Ecosystem Management an der TUM School of Life Sciences unter Leitung von Prof. Dr. Cornelius Senf. Gemeinsam bündeln TUM, DLR und LRZ ihre Expertise in Erdbeobachtung, Datenverarbeitung sowie Speicher- und Recheninfrastruktur.
Europas Wälder verlieren zunehmend Biomasse
Welchen Wert langfristige Satellitendaten für die Waldforschung haben, zeigt eine weitere aktuelle TUM-Studie. Forschende untersuchten die Entwicklung der Waldbiomasse in Europa von 1985 bis 2023. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Einschnitt: Seit 2018 hat der jährliche Biomasseverlust stark zugenommen. Pro Hektar Waldfläche gingen seitdem jährlich durchschnittlich 46 Prozent mehr Biomasse verloren als zwischen 1985 und 2017. Besonders betroffen sind die biomassereichen Wälder Mitteleuropas. Zunehmende Dürren schwächen die Bäume und begünstigen Borkenkäferausbrüche. Hinzu kommen weitere Störungen wie Stürme und Brände. Die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Rolle der Wälder als Kohlenstoffspeicher. Die Forschenden sprechen sich daher dafür aus, die Waldbewirtschaftung stärker an den Klimawandel anzupassen. Widerstandsfähigere Wälder sollen sich nach Störungen besser erholen und ihre wichtige Funktion als Kohlenstoffsenke langfristig erhalten.
Beide Projekte verdeutlichen, wie moderne Erdbeobachtung zum Verständnis des Umweltwandels beiträgt: Langfristige Satellitendaten machen Veränderungen sichtbar, helfen ihre Ursachen zu verstehen und liefern wichtige Grundlagen für die Waldbewirtschaftung der Zukunft.
Weitere Informationen:
TUM: Beispielloser Biomasseverlust in Europas Wäldern seit 2018
TUM School of Life Sciences: TUM und DLR sichern das Landsat-Archiv für Europa
Titelbild: Dr. Katja Kowalski & Dr. Cornelius Senf (Sebastian Kissel / TUM)

Bild: EUROLAND-Logo mit Satellitendaten von Landsat (NASA)
Absolventenverabschiedung Forstingenieurwesen 2026
Mit einer feierlichen Veranstaltung verabschiedete die Fakultät Wald und Forstwirtschaft am 31. Juli ihre Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Forstingenieurwesen. Rund 70 Absolventinnen und Absolventen feierten gemeinsam mit ihren Familien, Freunden sowie dem Team der Fakultät den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums. Durch das Programm führte Semestersprecher Simon Mauerer. Vizepräsident Prof. Dr. Carsten Lorz gratulierte im Namen der Hochschulleitung und lud die Absolventinnen und Absolventen dazu ein, der Hochschule auch nach dem Studienabschluss verbunden zu bleiben, etwa über das Alumni-Netzwerk der HSWT. Die Bedeutung eines starken fachlichen Netzwerks hob auch Prof. Dr. Andreas Rothe, Leiter des Zentrums Wald Forst Holz Weihenstephan, hervor. Er stellte die deutschlandweit einzigartige Zusammenarbeit innerhalb des Zentrums vor und warb für eine Mitgliedschaft im Förderverein des Zentrums. Mit Blick auf die Zukunft des Berufsstandes sprach Studiendekan Prof. Dr. Christian Zang über die Auswirkungen des Klimawandels, den wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz auf die forstliche Praxis und die zunehmende Bedeutung des lebenslangen Lernens. Dekan Prof. Dr. Stefan Wittkopf ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, ihre fachliche Kompetenz auch über den Wald hinaus einzubringen, insbesondere bei der Gestaltung der Energiewende. Diese sei ein entscheidender Baustein im Kampf gegen die Klimakrise. Für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschte er ihnen viel Erfolg und lud sie zugleich ein, beim Weihenstephaner Forsttag am 20. November 2026 zum Thema „Waldnaturschutz“ an ihre Hochschule zurückzukehren und den Kontakt zur Fakultät zu pflegen.
Zum Studienabschluss erhielten alle Absolventinnen und Absolventen ein von einem studentischen Redaktionsteam gestaltetes, rund 180 Seiten starkes Alumnibuch, ein Brotzeitbrett aus Douglasienholz aus dem HSWT-Lehrwald sowie eine Stofftasche des Zentrums Wald Forst Holz Weihenstephan aus EcoVero-Buchenholzfasern. Das Holz der Brotzeitbretter hatte dabei einen besonderen Bezug zum Abschlussjahrgang: Die Douglasie war im Rahmen einer Sortierübung bei Prof. Walter von den Absolventinnen und Absolventen selbst sortiert und anschließend eingeschnitten worden. Das Alumnibuch wurde von den Redakteurinnen Veronica Dremer, Malena Keller und Alena Zengerle an ihre ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen überreicht. Eine besondere Geste hatten die Studierenden auch für das Team der Fakultät vorbereitet: Als Dank für die Begleitung während des Studiums erhielten die anwesenden Professoren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Trauben-Eichen oder Nordmanntannen. Ein Dankeschön ging außerdem an Benjamin Handel, Franziska Ruhl und Andreas Dost, die sich um die Organisation der Abschlussfeier vor Ort gekümmert hatten. Auch sie erhielten für ihr Engagement einen der jungen Bäume. Nach dem offiziellen Teil und einem gemeinsamen Gruppenfoto ging es hinauf zum Weihenstephaner Berg. Bei Sektempfang und anschließendem gemeinsamen Abendessen im Bräustüberl Weihenstephan ließen die Absolventinnen und Absolventen gemeinsam mit ihren Gästen und dem Team der Fakultät den Abend ausklingen.
Titelbild: Absolventinnen und Absolventen des Abschlussjahrgangs Forstingenieurwesen 2026 gemeinsam mit dem Team der Fakultät Wald und Forstwirtschaft (Foto: Stefan Wittkopf).
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| Organisationsteam: Von links: Benjamin Handel, Franziska Ruhl, Andreas Dost und Simon Mauerer (Semestersprecher) | Geschenke: Alumnibuch des Abschlussjahrgangs 2026, HSWT-Brotzeitbrett aus Douglasienholz aus dem Lehrwald und Stofftasche des Zentrums Wald Forst Holz Weihenstephan aus EcoVero-Buchenholzfasern (Foto: Stefan Wittkopf) |
Internationale Zusammenarbeit mit der Universität Sarajevo weiter ausgebaut
Im Rahmen des Erasmus+-Programms begrüßte die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in dieser Woche eine Delegation der Forstfakultät der Universität Sarajevo. Der Besuch ist Teil einer bereits seit mehreren Jahren bestehenden Zusammenarbeit beider Hochschulen und dient der weiteren Vertiefung des wissenschaftlichen Austauschs. Zu Gast waren Prof. Dr. Besim Balić, Dekan der Fakultät für Forstwirtschaft der Universität Sarajevo, Prof. Dr. Ćemal Višnjić sowie Prof. Dr. Sead Vojniković. Die drei Professoren vertreten die Fachgebiete Waldbau, Waldökologie, Biodiversität, Klimawandel und nachhaltige Forstwirtschaft. Verantwortlich für die Organisation des Besuchs war Prof. Dr. Erwin Hussendörfer. Während der Besuchswoche erhielten die Gäste einen umfassenden Einblick in Forschung, Lehre und forstliche Praxis an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sowie bei ihren Partnerinstitutionen. Das Programm umfasste unter anderem einen Besuch des Walderlebniszentrums Grafrath, des Jahrringlabors, des Lehrwaldes sowie des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan. Ergänzt wurde das Programm durch Fachgespräche im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, den Austausch mit Studierenden im Rahmen einer Waldbauübung und der Vorbereitung des Praxissemesters sowie eine Exkursion in den Sachsenrieder Forst und den Paterzeller Eibenwald. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die weitere Zusammenarbeit zwischen beiden Fakultäten, die Entwicklung von Studiengängen sowie zukünftige Kooperationsmöglichkeiten in Forschung und Lehre. Ein weiteres Thema war die INTERFORST, die die Kolleginnen und Kollegen aus Sarajevo im Herbst gemeinsam mit ihren Studierenden besuchen möchten. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf freut sich darauf, die langjährige Partnerschaft mit der Universität Sarajevo weiter auszubauen und den internationalen Austausch in Forschung, Lehre und Praxis gemeinsam fortzuführen.

Bildautor: Dr. Markus Schaller
Dr. Alfred Fuchs erhält den bayerischen Löwen
Eine besondere Ehre für den Freisinger Forstbetriebsleiter: Dr. Alfred Fuchs wurde der Bayerische Löwe für seine großen Leistungen in der forstlichen Forschung überreicht. Philipp Gloning übergab die Auszeichnung im Auftrag von Staatsministerin Michaela Kaniber.
Der bayerische Löwe wird nur sehr selten verliehen und markiert für Dr. Fuchs das Ende einer Ära – die seiner gut 20 Jahre langen Tätigkeit im Kuratorium für Forstliche Forschung des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. In seinem Forstbetrieb Freising laufen zahlreiche Forschungsprojekte, tatkräftig unterstützt und begleitet von Alfred Fuchs und dessen Team, wobei die langjährige Erfahrung und Expertise den Projekten zum Forschungserfolg verhalf.
Obwohl seine Zeit als Forstbetriebsleiter im November enden wird, wird Fuchs Freising und der forstlichen Forschung in der Pension erhalten bleiben.
Das Zentrum Wald Forst Holz ist unter anderem wegen des A-DUR-Projektes eng mit Alfred Fuchs und dem Forstbetrieb Freising verbunden – und gratuliert sehr herzlich zu dieser Auszeichnung!


Internationale Forstexkursion in den Pazifischen Nordwesten der USA
Im Mai 2026 nahmen Studierende der Forstwissenschaften der Technischen Universität München (TUM) gemeinsam mit Studierenden der Yale School of the Environment an einer zweiwöchigen Fachexkursion durch die Bundesstaaten Washington und Oregon teil. Die Exkursion ist Teil einer seit über 40 Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen der TUM und der Yale University, die den wissenschaftlichen Austausch fördert und den Teilnehmenden internationale Perspektiven auf Waldökologie, Waldbau und nachhaltiges Ressourcenmanagement eröffnet. Gemeinsam erkundeten die Studierenden die außergewöhnliche Vielfalt der Waldökosysteme des Pazifischen Nordwestens und diskutierten aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze der modernen Forstwirtschaft.
Die Reise führte von den temperierten Regenwäldern des Olympic National Parks über die subalpinen Wälder des Mount Rainier National Parks bis in die trockenen Ponderosa-Kiefernwälder der Yakama Nation Reservation. Dabei erhielten die Studierenden Einblicke in unterschiedlichste Eigentums- und Managementformen, von industrieller Forstwirtschaft über kommunale und staatliche Forstverwaltungen bis hin zu Familienforstbetrieben, Forschungswäldern und gemeinnützigen Organisationen.
Zu den Stationen der Exkursion zählten unter anderem die industrielle Waldbewirtschaftung bei Weyerhaeuser, der Pack Experimental Forest der University of Washington, die Familienforstbetriebe Hama Hama und Hyla Woods, die Hood River County Forests, die Oregon State University Extension sowie die Urban Forestry der Stadt Portland. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Yakama Nation Reservation, bei dem die Teilnehmenden einen Einblick in das Ressourcenmanagement der Yakama Nation erhielten und erfuhren, wie traditionelles ökologisches Wissen mit modernen wissenschaftlichen Methoden und nachhaltiger Forstwirtschaft verbunden wird.
Im Mittelpunkt der Exkursion standen aktuelle Themen wie klimaangepasster Waldbau, Waldbrandprävention und Feuerökologie, Biodiversität, Kohlenstoffspeicherung, Wildtiermanagement, Urban Forestry sowie moderne Forschungs- und Monitoringmethoden, beispielsweise der Einsatz von LiDAR-Technologien. Darüber hinaus wurden unterschiedliche Strategien zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel sowie die vielfältigen gesellschaftlichen Ansprüche an Wälder, von Holzproduktion über Naturschutz bis hin zu Erholung und Wasserschutz, intensiv diskutiert.
Neben den fachlichen Exkursionszielen bot die Reise zahlreiche Möglichkeiten zum internationalen Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Forstpraktikerinnen und Forstpraktikern sowie Studierenden aus den USA. Der direkte Vergleich nordamerikanischer und europäischer Waldbewirtschaftung eröffnete neue Perspektiven auf gemeinsame Herausforderungen wie Klimawandel, zunehmende Waldbrandgefahr, Biodiversitätsverlust und die nachhaltige Nutzung der Ressource Holz. Gleichzeitig entstanden wertvolle internationale Kontakte und Freundschaften, die weit über die Exkursion hinaus Bestand haben werden.
Die Exkursion verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig der internationale Dialog für Forschung und Lehre ist. Der unmittelbare Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sowie das Kennenlernen unterschiedlichster Managementansätze ermöglichten den Teilnehmenden, globale Zusammenhänge besser zu verstehen und neue Impulse für Studium und berufliche Praxis mitzunehmen.
Ein herzlicher Dank gilt allen Gastgeberinnen und Gastgebern in den USA für ihre große Offenheit, die spannenden Einblicke und den intensiven fachlichen Austausch. Ebenso bedanken wir uns bei der Eva Mayr-Stihl Stiftung und der Technischen Universität München, deren Unterstützung diese außergewöhnliche Exkursion ermöglicht hat.
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Neue Professorin für Naturraum und Wildtiermanagement an der HSWT
Mit dem Master Naturraum und Wildtiermanagement gibt es einen neuen Studiengang, viele neue Studentinnen und Studenten – und jetzt auch eine neue Professorin an der HSWT!
Seit Januar 2026 ist Prof. Dr. Tanja Straka als Professorin für Naturraum- und Wildtiermanagement an der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf tätig.
Und damit jetzt fest an der Fakultät, an der sie schon einmal an Wildtieren forschte.
Ihre akademische Laufbahn begann Tanja Straka mit einem Diplom in Biologie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, wo sie ihre Diplomarbeit über Fledermäuse am Chiemsee schrieb.
Um Fledermäuse, aber auch Biber und Spechte ging es bei der nächsten Station: Gemeinsam mit Prof. Volker Zahner arbeitete sie 2010 im Projekt „Dynamisierung der Donauauen zwischen Neuburg und Ingolstadt“ an der HSWT.
Von 2011 bis 2015 promovierte Prof. Straka an der University of Melbourne im Bereich der Stadtökologie. Dabei wandte sich ihr Fokus von reiner Biologie hin zur sozial-ökologischen Forschung. „Human Dimensions of Wildlife and Natural Resource Management“, also die menschlichen Dimensionen in unserem Umgang mit Wildtieren und Natur, standen im Mittelpunkt.
Als Postdoc arbeitete Tanja Straka am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin, an der Technische Universität Berlin und der Freien Universität Berlin – im Fokus immer Mensch-Natur-Wildtier-Beziehungen. 2024 habilitierte sie an der Universität Münster zu „Human Biodiversity Interactions in urban areas“.
Nun wieder an der HSWT, will Tanja Straka besonders die schon angesprochenen menschlichen Dimensionen in Naturraum- und Wildtiermanagement einbringen.
„Bisher im deutschsprachigen Raum kaum etabliert, aber wir wissen, v.a. aus dem angloamerikanischen Raum wie relevant dies für das Naturraum- und Wildtiermanagement ist; insbesondere, wenn es darum geht, ein besseres Verständnis zwischen Menschen, Natur und Wildtieren zu schaffen und Lösungen für ein nachhaltiges Zusammenleben zu entwickeln. Wir wissen ja, dass Mensch-Wildtier-Konflikte häufig weniger Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren als vielmehr Konflikte zwischen Menschen selbst sind“, so die Professorin.
Wir hoffen, dass Prof. Dr. Tanja Straka gut in Freising angekommen ist, und freuen uns, sie am Zentrum Wald-Forst-Holz begrüßen zu dürfen!

Zentrums-Geschäftsführer Dr. Markus Schaller begrüßt Dr. Tanja Straka (Foto: Jakob Hiller, ZWFH)
A-DUR Statuskolloquium: Forschungseinblicke aus dem Isar-Auwald
Wie entwickeln sich die Auwälder an der Mittleren Isar? Und welche Rolle spielen die komplexen Wechselwirkungen zwischen Wasserhaushalt, Waldentwicklung, Biodiversität, Klima- und Erholungsleistungen sowie gesellschaftlichen Ansprüchen für ihre Zukunft?
Diesen Fragen widmet sich das Forschungsprojekt A-DUR im Auwald entlang der Mittleren Isar zwischen München und Landshut. Beim Statuskolloquium am 15.06.2026 stellten die fünf Teilprojekte aktuelle Arbeiten, Zwischenergebnisse und nächste Schritte vor. Gemeinsam mit Projektpartnern sowie weiteren Gästen aus Forstverwaltung, Naturschutz und Forschung wurden die bisherigen Erkenntnisse diskutiert und der interdisziplinäre Ansatz von A-DUR vorgestellt.
Die Beiträge zeichneten insgesamt ein differenziertes Bild der Waldentwicklung. Erste Ergebnisse aus der Walddynamik und Verjüngung deuten auf eine anhaltende Verschiebung der Baumartenzusammensetzung hin: Während klassische Auenbaumarten wie Esche und Erle weiter zurückgehen, nimmt insbesondere der Anteil von Bergahorn in der Verjüngung zu. Auch Vegetationsaufnahmen verdeutlichen die Veränderungen der Waldgesellschaften unter veränderten hydrologischen Bedingungen.
Besonders deutlich wurde die Rolle der Auwälder im aktuellen Klimakontext. Durch ihre hohe Evapotranspiration tragen sie wesentlich zur lokalen Kühlung bei und wirken als effektive thermische Ausgleichsräume. Vergleichende Betrachtungen zeigen, dass Auwälder in ihrer Kühlleistung gegenüber terrestrischen Wäldern häufig überlegen sind. Insbesondere typische, standortangepasste Auenbaumarten tragen hierzu besonders stark bei. Vor dem Hintergrund zunehmender Hitzewellen gewinnt diese Funktion deutlich an Relevanz und unterstreicht die Bedeutung der Auen für das Stadt- und Landschaftsklima.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gesellschaftlichen Dimension: Im Rahmen des Verbundprojekts startet aktuell eine Citizen-Science-Studie zur Wahrnehmung und Nutzung der Isar-Auen. Mit dem Photovoice-Ansatz dokumentieren Teilnehmende viermal im Jahr eine feste Route (ca. 4 km) durch die Auen anhand vorgegebener Leitfragen. Die Beiträge werden mit kurzen Texten ergänzt, wissenschaftlich ausgewertet und pseudonymisiert. Auch hier werden die Ergebnisse am Projektende gemeinsam mit Interessierten für eine öffentliche Ausstellung in den umliegenden Städten aufbereitet. Interessierte können sich für weitere Informationen per Mail melden.
Weitere Informationen zu A-DUR-Veranstaltungen: https://forstzentrum.de/index.php/de/was-bieten-wir/auwaldforschung-a-dur/veranstaltungen-a-dur

Die Doktoranden des A-DUR Forschungsprojekts

















