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Verabschiedung in den (Vor-)Ruhestand

Interview mit Professor Dr. Manfred Schölch

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf verabschiedete Ende November Prof. Dr. Manfred Schölch im Rahmen des 31. Weihenstephaner Forsttags in den (Vor-)Ruhestand. Er war 23 Jahre lang an der Fakultät Wald und Forstwirtschaft tätig und dabei von 2003 bis 2007 deren Dekan. Ab Oktober 2007 war Schölch zwei Jahre lang Leiter des Zentrums Wald-Forst-Holz. Seine Fachgebiete waren Waldbau und Waldwachstumskunde. Er betreute den Lehrwald der Fakultät sowie Versuchsflächen. In Lehre und Forschung wird er zunächst weiterhin teilweise aktiv sein.

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Sehr geehrter Professor Schölch, woher stammen Sie und wie kamen Sie zum Forststudium?

Es klingt vielleicht pathetisch, ist aber wahr: Einen wesentlichen Teil meiner Jugend habe ich auf Bäumen zugebracht, im badischen Odenwald. Wald-Natur-Holz-Jagd-Nachhaltigkeit bildeten das Fundament, tiefer vorzudringen in eine interessante Welt, in der schadlos nutzen möglich ist. Damals beherrschte das Waldsterben das Denken, die Presse. Autofreie Sonntage zuvor infolge der "Ölkrise" machten klar, dass die Menschheit nicht so weiter wirtschaften kann, wie bisher. Also: selbst etwas wirtschaftlich Vernünftiges tun, das auch Freude bereitet!

Nach der Berufsausbildung hatte ich zuerst an der FH begonnen zu studieren. Mir wurde es dort – leider wahr – zu eng. Gegen alle Ratschläge wechselte ich an die Ludwigs-Maximilians-Universität – eine absolut richtige Entscheidung! Dort zu studieren hat mir richtig Freude bereitet und mich enorm motiviert.

Was war die Motivation sich an der Fakultät WF zu bewerben?

Die Erwartung, relativ selbständig für den Wald und die Waldwirtschaft zu arbeiten, Wald zu gestalten, etwas zu forschen und junge Menschen für die naturnächste Form der Landnutzung zu begeistern. Wichtig war mir, waldbaulich selbst Hand anzulegen, etwas zu machen, nicht nur zu reden! Es motiviert mich enorm zu zeigen, wie sich der althergebrachte, einförmige Wald verändern lässt. Und das gelingt recht schnell! Im Lehrwald kann ich das an vielen Beständen nachweisen.

Wenn Sie sich an Ihr Studium zurückerinnern und es mit dem heutigen Studium an der Fakultät WF vergleichen, welche Unterschiede fallen Ihnen dabei am stärksten ins Auge?

Die Möglichkeiten, sich blitzschnell und umfassend zu informieren. "Wissen" ist scheinbar beliebig verfügbar geworden.

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Was waren in all den Jahren die Dinge, die Sie am meisten geschätzt haben?

Am meisten geschätzt habe ich die Zusammenarbeit mit den Studierenden, die vielen gelungenen Exkursionen, die guten Kontakte zu Forstleuten, Wissenschaftler:innen und natürlich zu den Kolleginnen und Kollegen.

Was waren persönliche Höhepunkte für Sie?

Zu den Höhepunkten gehören sicherlich die hohe Nachfrage nach Studienplätzen in Weihenstephan, die Fertigstellung des Neubaus der Fakultät im Jahr 2003 sowie die Gründung des Zentrums Wald-Forst-Holz. Fachliche Höhepunkte waren für mich Auslandsexkursionen und das Forschungssemester bei 'First Nations' in den USA.

Wo sehen Sie künftig die größten Herausforderungen in Ihrem Arbeitsfeld?

Eine große Herausforderung ist mit Nachdruck zu zeigen, dass moderne Forstwirtschaft beweist, wie nachhaltig auf diesem Planeten gewirtschaftet werden kann. Dazu braucht es umfassend kenntnisreiche Experten im Waldbau. Von Stilllegungen alleine kann keiner überleben.

Was bedeutete Ihnen das Zentrum Wald Forst Holz?

Es ist eine lebende, große Chance, die stetig genährt werden muss.

Was würden Sie der Fakultät und dem Zentrum gerne noch für die Zukunft mit auf den Weg geben?

Der Fakultät wünsche ich weiterhin die notwendige Weitsicht in fachlichen Fragen. Im Zentrum könnte man verstärkt außerfachliche gemeinsame Veranstaltungen praktizieren. Wer sich gut kennt und wertschätzt, leistet im Verbund gemeinsam mehr als in einzelnen Teilen.

Wissenschaft und Lehre sind oft mehr Berufung als Beruf. Haben Sie vor, sich weiterhin für die Forschung und/oder die Lehre zu engagieren?

Ja, in bescheidenem Umfang in noch laufenden Projekten. Auch in der Lehre, wenn dringender Bedarf gesehen wird. Mehrere Vortragsanfragen freuen mich, aber alles hat seine Zeit.

Wissen Sie schon mit welchen Beschäftigungen Sie Ihr Plus an Freizeit füllen wollen?

Na klar! Kinder und Enkelkinder freuen sich auf Besuche, in zwei forstlichen Vereinen darf ich mitwirken, Projekte laufen noch und jagen motiviert. Aber auch zu Wasser und zu Lande warten Überraschungen, diese kennenzulernen lockt ...  ... ob die freie Zeit ausreicht?

Das Interview führten Matthias Straßer, HSWT und Christoph Josten, ZWFH

Weitere Informationen

31. Weihenstephaner Forsttag: https://www.hswt.de/presse/news/article/31-weihenstephaner-forsttag-ist-die-oekologische-waldwirtschaft-der-koenigsweg-fuer-waelder-im-klimawa.html

Verabschiedung Prof. Schölch durch Fachschaft und Studierende auf Instagram: https://www.instagram.com/p/CXBvzPlsZgv/

 

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