Klima-Holzwürfel on Tour 2021
Landesgartenschau Ingolstadt
Bei der Landesgartenschau in Ingolstadt präsentieren unter dem Motto „Waldfaszination- staunen, erleben, gestalten“ das AELF Ingolstadt-Pfaffenhofen a.d.Ilm und seine Kooperationspartner die Wälder der Region. Das Hauptthema ist „Waldumbau im Zeichen des Klimawandels“. Einen wesentlichen Faktor in der Diskussion um den Klimawandel stellt der Wald als Kohlenstoffsenker dar. Eindrucksvoll zeigt der Klima-Holzwürfel der Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft und des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan die Speicherleistung des Waldes in Bayern.
WaldZukunft? Klimawandel, Wald und Du?
Der Naturpark Altmühltal stellt in seiner Ausstellung „WaldZukunft?“ zu den Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels in unseren Wäldern auch den Klima-Holzwürfel in den Mittelpunkt. Auch in dieser Region wirkt sich der Klimawandel massiv auf die Wälder aus. Ziel ist es laut Naturpark-Geschäftsführer Christoph Würflein „durch die Ausstellung das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass jeder von uns einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten kann.
Holz macht Sachen! Holz, Baum, Wald und Du?
Bei der Wander-Ausstellung „Holz macht Sachen! Holz, Baum, Wald und Du?“ geht es um die jahrtausendealte Verbindung der Menschen mit den Bäumen. Die Ausstellung ist ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt zum Thema Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung, das die Verbindung zwischen Mensch und Natur, insbesondere zwischen der Menschheit und dem Rohstoff Holz, in den Fokus stellt. Ziel des Projektes ist es, Nachhaltigkeitsthemen zu vermitteln und das Umweltbewusstsein der Menschen zu stärken. Auch hier visualisiert der Klimaholzwürfel einen wichtigen Teil der Waldfunktionen. Die Ausstellung ist derzeit im Museum KulturLand Ries in Maihingen zu sehen.


Weitere Informationen zum Klima-Holzwürfel
- www.die-bayerische-forstwirtschaft.de
- http://www.klimaholzwuerfel.de/
- Bildergalerie Klima-Holzwürfel
Feld-Aufnahmen zur Waldzustandserhebung in Bayern 2021

Nach der Schulung für die Aufnahmetrupps lief die Waldzustandserhebung (WZE) am 12. Juli an. Die Aufnahmen an den 314 Inventurpunkten sollen bis zum 6.8. abgeschlossen sein. Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels sowie der Wetter- und Schadereignisse der letzten Jahre steigt der Bedarf an zuverlässigen Informationen über den Wald. Das Interesse am Wald war seit den Zeiten des „Waldsterbens“ in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch nie so groß wie heute. Die Waldzustandserhebung stellt aufgrund ihrer Konzeption als jährliche Großrauminventur zur überregionalen Erfassung der Vitalität der Wälder ein wichtiges Instrument dar, um die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald zu belegen und Steuerungsimpulse für politische Entscheidungsträger zu liefern. Die Ergebnisse werden im Herbst im Waldzustandsbericht veröffentlicht. In diesem Jahr wird dabei auch der Einsatz von Unternehmern erprobt, die künftig die Erhebungen unterstützen sollen.
Weitere Informationen
https://www.lwf.bayern.de/boden-klima/waldzustandserhebung/index.php


Holzströme - der Weg des Holzes vom Wald zum Produkt
Forschungsprojekt CarboRegio zeigt: Regionalität der Holzströme ist ausbaufähig!

Wohin geht das Holz aus den Wäldern des Allgäus und wieviel davon wird in der Region verarbeitet? Das ist eine der Fragestellungen des Forschungsprojektes CarboRegio, für die jetzt erste Ergebnisse vorliegen. „Es existieren im Allgäu aktuell schon viele regionale Holzflüsse, aber mengenmäßig ist noch deutliches Potenzial zur Steigerung vorhanden, besonders in der Kette Waldbesitzer – Sägewerke – Zimmereien“, fasst Markus Briechle, Projektbearbeiter am Holzforum Allgäu, zusammen.
Wald ist in Bayern überall vorhanden. Doch wie groß ist das Potenzial der regionalen Produktion und Vermarktung von Holzprodukten und welche regionalen Produkte aus Holz eignen sich aktuell und in Zukunft hinsichtlich ihres Beitrags zum Klimaschutz besonders? Dazu erhebt seit Mitte 2020 das „Projekt CarboRegio“ Zahlen und Fakten. Das Kooperationsprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und des Holzforums Allgäu wird vom Waldklimafonds des Bundes gefördert. Als erster Schritt wurde im Allgäu eine sogenannte Stoffstromanalyse durchgeführt. Dabei werden die Wege des Holzes vom Wald bis zum Endkunden verfolgt und somit die regionalen Holzströme erfasst. Mithilfe einer schriftlichen Befragung der Betriebe im Forst-Holz-Sektor im Allgäu wurden Daten zur Beschaffung und zum Absatz des Holzes erhoben. Insgesamt wurden 467 Betriebe in den verschiedenen Teilbranchen befragt, von denen fast die Hälfte antwortete.
„Grundsätzlich zeigen die Ergebnisse, dass die Holzflüsse alles andere als auf die Region begrenzt sind“, sagt Christina Brand, die das Projekt seitens der LWF bearbeitet. Große Mengen des Rohholzes und auch des verarbeiteten Holzes sowie von Holzbrennstoffen verlassen das Allgäu, umgekehrt werden erhebliche Mengen an Rohholz, Restholz für energetische Nutzung sowie Halbprodukten wie zum Beispiel Platten von außen in die Region gebracht. Es lässt sich jedoch feststellen, dass rein mengenmäßig der gesamte Rohholzbedarf der regionalen Sägewerke aus den Allgäuer Wäldern gedeckt werden könnte sowie gleichzeitig der Schnittholzbedarf der Zimmereien und Schreinereien in der Region leicht von den ansässigen Sägewerken bereitgestellt werden könnte. Die Teilbranche der Zimmereien ist dabei im Vergleich zu den Schreinereien allerdings wesentlich bedeutsamer. Es ist demnach insbesondere noch Potenzial beim Holzstrom Waldbesitzer – Sägewerke – Zimmereien vorhanden. Diese Aussage bezieht sich jedoch nur auf die reine Holzmenge. Inwiefern regionales Angebot und regionale Nachfrage bei den einzelnen Holzprodukten übereinstimmen, wie zum Beispiel bei Bauholz oder Schreinerware, ist mit der durchgeführten Befragung nicht zu beantworten. Die Stoffstromanalyse wird deshalb im Verlauf des Projekts ergänzt durch eine Angebot-Nachfrage-Analyse von regionalen Holzprodukten. Erst dann lässt sich die Frage beantworten, inwiefern die regionalen Holzströme im Allgäu tatsächlich noch gesteigert werden können und welche Produkte und Maßnahmen am geeignetsten sind.

Dennoch liefern die ersten Ergebnisse bereits wertvolle Erkenntnisse.„Die erhobenen Zahlen heben deutlich die Bedeutung regionaler Strukturen hervor und kommen zum richtigen Zeitpunkt. Die aktuellen Bestrebungen zur Stärkung der regionalen Wertschöpfungskette Holz im Allgäu werden durch die Daten perfekt untermauert“, meint Hugo Wirthensohn, 1. Vorsitzender des Holzforums Allgäu.
Weitere Informationen
- https://www.lwf.bayern.de/waldbesitz-forstpolitik/waldfunktionen-landesplanung/252969/in-dex.php
- https://www.holzforum-allgaeu.de/projekte/carbo-regio-regionales-holz/
„Wood Adhesion Science“ – 20. Münchner Holzkolloquium erstmals als hybride Veranstaltung

Die Corona Bestimmungen haben auch dem zum 20. Mal durchgeführten Münchner Holzkolloquium (MHK) eine besondere Durchführungsform abverlangt. Allerdings entschieden sich die Veranstalter aufgrund der sinkenden Inzidenzwerte nicht für eine „klassische“ Videokonferenz, sondern für ein hybrides Workshop-Format. Zehn in der Bibliothek der Holzforschung München anwesende Holz-Klebstoffforscher tauschten sich in Vorträgen und längeren Diskussionsblöcken mit Wissenschaftlern aus Amerika und Asien aus, um relevante Themen und Forschungsfragen für die weitere Entwicklung der Holzklebung abzustimmen. Das Videoformat erlaubte es zudem bis zu 90 weiteren WissenschaftlerInnen und Gästen, den Austausch über einen Zoom Link mit zu verfolgen und Diskussionsbeiträge einzubringen. Damit hat die Veranstaltung trotz des fokussierten Themas einen hervorragenden Outreach erzielt. Die Forscher haben u.a. die Frage diskutiert, wie die zukünftigen wissenschaftlichen Arbeiten auszurichten sind, damit die Holzindustrie bei steigender Holzarten- und Eigenschaftsvielfalt und zunehmender Substitution von synthetischen mit biobasierten Klebstoffbestandteilen weiterhin leistungsfähige und sichere Materialverbunde erzielen kann. Die Erkenntnisse werden in einem Beschlusspapier zur Forschungsplanung zusammengefasst.
Leo-Schörghuber Preis für Holzforschung
Traditionell wird im Rahmen des MHK der Leo-Schörghuber Preis für Holzforschung verliehen, mit dem junge Forscher/innen für hervorragende Doktor- oder universitäre Abschlussarbeiten ausgezeichnet werden. Dieses Jahr erhielten den Preis Natalie Pfoser für ihre Masterarbeit an der TU Graz über „Stabilitätsuntersuchungen von im Formpressverfahren hergestellten Kreuzprofilen aus Buchenfurnieren“, und Dr.-Ing. Ani Khaloian Sarnaghi für ihre Doktorarbeit an der TU München, Professur für Holztechnologie, über „Development of a numerical method for the strength prediction of timber“.
HoliSoils

New project focuses on management, modelling and monitoring for European forest soils
Soils are increasingly recognised to have an important role, both for human wellbeing and for the global climate. There are clear benefits for people and the planet in the sustainable transformation of land management to practices that reduce soil degradation, mitigate erosion, and maintain or restore soil organic carbon, nutrients, and soil water. From maintaining biodiversity to providing ecosystem services, good forest management practices start in the soil.
Yet there are significant knowledge gaps on forest soil processes and soil monitoring is not sufficiently harmonised, which limits the EU’s ability to maintain soil-related ecosystem services and to reach climate policy targets.
Holistic management practices, modelling and monitoring for European forest soils (HoliSoils)
HoliSoils is a new EU H2020 project which will provide an improved, integrated, and harmonised monitoring and modelling framework for forest soils across Europe.
The 4.5-year project, which kicked off in May 2021, will identify and test soil management practices aiming to mitigate climate change and sustain provision of various ecosystem services essential for human livelihoods and wellbeing. HoliSoils incorporates novel methodologies and expert knowledge on analytical techniques, data sharing, model development, and soil properties and biodiversity. It will develop tools for soil monitoring and for greenhouse gas (GHG) assessment in the land use, land-use change & forestry (LULUCF) sector. It will also enhance efficiency of GHG mitigation actions, and improve numerical forecasting of soil-based mitigation, adaptation, and ecosystem services.

Through a collaborative, multi-actor approach, the multidisciplinary consortium brings leading expertise on soil analysis and databases, development of advanced analytical techniques, complex system modelling, digital soil mapping, soil ecology, disturbance ecology, forest and GHG inventories, social sciences, and communications. From the outset, HoliSoils will engage actively with its diverse stakeholders, including forest owners and managers, industry actors, forest extension services, a certification body, forest and soil researchers, climate policy support and greenhouse gas (GHG) inventory experts, and policymakers.
HoliSoils is coordinated by the Natural Resources Institute Finland (Luke), and is made up of a consortium of 20 project partners, 18 from across Europe with partners from South America (Uruguay) and Asia (Japan) broadening the perspective globally. The Technische Universität München (TUM) is participating with the Group of Prof. Grams (Ecophysiology of Plants) and Prof. Pretzsch (Chair of Forest Growth and Yield Science) and will in particular study the effect of forest mixture vs. monoculture as a sustainable soil management measure.
HoliSoils coordinator, Raisa Mäkipää, stated that she is “really excited about the multidisciplinary work initiated by the HoliSoils consortium. We have such wide expertise from soil scientists to mathematicians and social scientists that we can address timely and challenging global problems on sustainable soil management and mitigation of climate change.”
More information:
Project Coordinator: Raisa Mäkipää, Luke; raisa.makipaa @ luke.fi
Communications: Sarah Adams, European Forest Institute; sarah.adams @ efi.int
Save the Date
ForschungsLand Bayern – Hier wächst Wissen
zum Themenschwerpunkt „Klimawandel“
am Mittwoch, den 20. Oktober 2021, ab 9.30 Uhr im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München

Extremwetterereignisse mit Hitze- und Dürreperioden, Starkregenfällen und Überschwemmungen: Die weitreichenden Folgen des Klimawandels sind bereits heute zu beobachten.
Welche innovativen Ansätze es gibt, den gravierenden Folgen der globalen Erwärmung entgegenzutreten und unsere Lebensgrundlagen für künftige Generationen zu erhalten, zeigen die bayerischen Forschungsaktivitäten rund um Klimaschutz und Klimawandel: Die Experten der Ressortforschungseinrichtungen geben als Um- und Weiterdenker Einblicke in spannende und zukunftsweisende Projekte und präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse aus den Bereichen Land- und Fortwirtschaft, Gartenbau und Nachwachsende Rohstoffe.
Erfahren Sie, welchen Beitrag die landwirtschaftliche Produktion zum Klimaschutz leisten kann, wie der Wald von morgen aussieht und wie digitale Technologien uns helfen können, den künftigen Herausforderungen bei der Landbewirtschaftung besser zu begegnen.
Lassen Sie sich vom abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm überraschen und notieren Sie sich heute schon den Termin:
20. Oktober 2021, im Veranstaltungssaal des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Ludwigstraße 2, 80539 München.
Die Teilnehmerzahl vor Ort ist begrenzt, daher freuen wir uns, Sie auch als virtuellen Teilnehmer unserer Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Detaillierte Information zu Programm und Anmeldung erhalten Sie Mitte September. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Kain (Tel. 089/2182-2287, E-Mail: michaela.kain@stmelf.bayern.de).
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Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Referat G2 - Ressortforschung, Innovationen Ludwigstraße 2 80539 München |
Wald-Prüfung
Bachelor-Kolloquium an der TUM

Das Bachelorkolloquium bildet seit 2018 den Abschluss des Studiengangs Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement (BSc) an der TU München. In diesem Sommersemester 2021 fand die Prüfung an drei aufeinanderfolgenden Tagen Ende Juni statt.
Die Studierenden zeigen im Rahmen einer 30-minütigen mündlichen Prüfung anhand eines realen Waldbildes, dass sie die Bestandssituation auf Bachelor-Niveau beschreiben und diskutieren sowie Zusammenhänge darstellen können. Insbesondere sollen bei der Prüfung ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in Verbindung gesetzt werden. Damit ein möglichst breites Wissen abgefragt wird, wird die Prüfung immer von zwei Dozierenden aus unterschiedlichen Fachbereichen gemeinsam durchgeführt.
Es laufen möglichst immer drei Prüfungen parallel, von einem zentralen Treffpunkt aus müssen also drei Prüfungsorte fußläufig in wenigen Minuten erreichbar sein. Die Prüfungsorte liegen im Bestand, prüfungsrelevant ist grundsätzlich das nähere Umfeld, also der Sichtbereich. Die Studierenden haben jeweils fünf Minuten Zeit sich
mit der Bestandssituation vertraut zu machen. Jeder Prüfungsstandort wird vor Beginn der ersten Prüfung mit Biertisch, Bank, großem Schirm und Bohrstock ausgestattet. Die Prüfungsorte wechseln jeweils von Vormittag zu Nachmittag.
Weitere Informationen zum Studiengang:
https://www.wzw.tum.de/index.php?id=484
Save the Date: 31. Weihenstephaner Forsttag
Ökologische Waldwirtschaft: Königsweg für Wälder im Klimawandel?
Freitag, 26.11.2021, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Hörsaal D1.202, Freising
Die Hitze und Dürre der letzten Jahre haben viele Forstleute aufgeschreckt und tief verunsichert. Ist das der Beginn eines unbeherrschbaren Klimawandels? Sind die bewährten waldbaulichen Prinzipien und Rezepte noch anwendbar? Oder sind sie Teil des Problems und müssen durch ein neues Paradigma der ökologischen Bewirtschaftung abgelöst werden? Diese Fragen bewegen den Berufsstand und die Öffentlichkeit wie selten zuvor.
Die Fakultät Wald und Forstwirtschaft bittet namhafte Experten zum öffentlichen Dialog. Lernen Sie unterschiedliche Sichtweisen und Argumente besser kennen. Diskutieren Sie mit uns!
Professor Dr. Wolf Rommel und Professor Dr. Manfred Schölch, die die Fakultät über viele Jahre geprägt haben, verabschieden sich mit Beginn des Wintersemesters 2021 in den - zumindest offiziellen - Ruhestand. Im Anschluss an den Forsttag gibt es einen kleinen Stehempfang mit beiden Professoren.
Programm:
Download PDF "31. Weihenstephaner Forsttag 26.11.2021.pdf" (101 KB)
Anmeldung
Die Anmeldung ist noch nicht geöffnet.
Ahorn-Rußrindenkrankheit – Gefahr für Baum und Mensch!
LWF startet Untersuchungen zur Verbreitung in Bayern
Bei feucht-kühlen Pflanzbedingungen legte vor wenigen Wochen die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) eine Versuchsfläche für das Projekt „Rußrindenkrankheit in Bayern“ an. Dr. Peter Pröbstle, der Leiter der Leiter der Landesanstalt erläutert: „Wir wollen wissen, welche Baumarten in welchem Ausmaß von der Ahornrußrindenkrankheit befallen werden können“. Mit rund fünfzehn verschiedenen Ahornarten sowie fünf weiteren gefährdeten Baumarten werden in den nächsten Jahren die jungen Bäume auf ihre Anfälligkeit gegenüber dem Erreger der Ahornrußrindenerkrankung „Cryptostroma corticale“ untersucht und bewertet“.
Seit 2018 führt dieser mikroskopisch kleine Pilz Cryptostroma corticale in warmtrockenen Gebieten Bayerns zu Schäden vornehmlich an Bergahorn. Die teils flächig auftretende Krankheit tritt häufig in Waldinseln sowie städtischen Gebieten mit milderem Klima auf. Bei zunehmenden Klimaextremen mit Trockenheit und Hitze, so befürchtet Ludwig Straßer, der Leiter des Projektskönnte der Erreger zu großen Schäden in Ahornwäldern und bei einzelnen Ahornen führen.
Wie aktuelle Befunde zeigen, ist der Erreger der Rußrindenkrankheit möglicherweise bereits bedeutend weiter verbreitet als bislang angenommen. Daher sollen bayernweit forstwissenschaftliche Studien zu Verbreitung und Gefährdungspotenzial in geschädigten Beständen aber auch in solchen ohne Krankheitssymptomen vorgenommen werden. Der Fokus liegt dabei auf dem Bergahorn, aber auch Spitz-, Feldahorn und andere Ahornarten werden untersucht. Durch das LWF-Projekt sollen so Erkenntnisse über die Verbreitung des Pilzes sowie förderliche Standortfaktoren für eine Ausbildung der Pilzsporen von Cryptostroma corticale erarbeitet werden.
Neben den typischen trocken-warmen Gefährdungsregionen werden aber auch Ahornbestände mit optimaler Wasser- und Nährstoffversorgung auf das Vorkommen des Erregers untersucht werden. Dies soll zeigen, ob und wie wichtig künftig die Rußrindenkrankheit für Wald und Forstwirtschaft in Bayern werden könnte.
Gefährlich für den Menschen sind die Sporen des Pilzes, die in dicken Belägen unter der Rinde wachsen und diese zum Aufplatzen bringen. Von der schwarzen („rußigen“) Farbe dieser Sporen hat die Erkrankung ihren Namen.
Bei Inhalation können die staubfeinen Sporen auch beim Menschen schwere Entzündungen der Lungenbläschen auslösen. Deshalb sind bei allen forstlichen oder baumpflegerischen Arbeiten aufgrund der gesundheitlichen Gefahr einer Lungenbläschenentzündung mit Reizhusten, Fieber, Atemnot bis hin zu Schüttelfrost die aktuellen Arbeitsschutzvorschriften strikt zu beachten.
Weitere Infos zur Rußrindenkrankheit:



