Online Symposium „Wald und Gesundheit“ trifft auf großes Interesse

Das Thema „Wald und Gesundheit“ hat in den letzten 5 Jahren eine enorme gesellschaftliche Aufmerksamkeit gewonnen. Flächendeckend entstehen Angebote für unterschiedliche Aktivitäten in Wäldern zu Gesundheitszwecken. Daher war es nicht überraschend, dass fast 200 Interessierte an unserem Online-Symposiumam 16. November 2021 teilgenommen haben. Dieses bildete den Abschluss des Forschungsprojektes „Waldnutzung zu Gesundheitszwecken“* des Lehrstuhls für Wald- und Umweltpolitik der Technischen Universität München, das in Kooperation mit der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft durchgeführt wurde.

Das Thema Wald und Gesundheit hat sich auch in der Medizin zu einem spannenden Forschungsfeld entwickelt. Gisela Immich vom Lehrstuhl für Public Health der LMU stellte in einem spannenden Beitrag die Ergebnisse unterschiedlicher Studien vor, zeigte jedoch auch die Grenzen mancher Studien auf. Dr. Anika Gaggermeier und Prof. Michael Suda vom Lehrstuhl für Wald-und Umweltpolitik der TUM stellten die Ergebnisse des Forschungsvorhabens in Form eines Dialoges vor. Im Mittelpunkt standen dabei unterschiedliche Wahrnehmungen und Ansprüche an den Wald und die Waldbesitzer aus der Perspektive von Aktiven im Gesundheitswesen. Die beiden Referenten verwiesen darauf, das abgesehen von speziellen Anforderungen z.B. bei Heil- und Kurwäldern die Wälder in der Umgebung den Ansprüchen der Gesundheitsbranche weitgehend entsprechen. Die Kontaktaufnahme mit den Waldbesitzern ist jedoch manchmal nicht ganz einfach. Auch die Ausbildung zum Gesundheitstrainer zeigt deutlich, dass die Trainer über die notwendigen forstlichen Kenntnisse verfügen, die einen reibungslosen Ablauf ermöglichen. Als besonderes Highlight lockerte die Waldgesundheitstrainerin Elke Seidel aus Bad Alexandersbad den bunt gemischten Teilnehmerkreis in besonderer Weise auf: Sie lud zu einer gemeinsamen Achtsamkeits-Laufübung ein, die sie virtuell anleitete. Entspannt folgten ihr die Teilnehmer zu einem „Waldbad“, indem sie auch zeigte, welche Übungen sie für unterschiedliche Gruppen anbietet.
Die rege Beteiligung unterschiedlichster Akteure aus Gesundheitsbranche und Forstwirtschaft an diesem Forum unterstrich das große Potential der möglichen Synergien, die aus der Zusammenarbeit der Gruppen in diesem Themenfeld entstehen können. Es zeigte sich aber auch, wie viel Ungewissheit bei allen Beteiligten innerhalb dieses Themenkomplexes noch vorhanden ist und dass ein hoher Informationsbedarf in der Praxis besteht.
Der Wunsch, diese Veranstaltungsreihe fortzusetzen, war für die Verantstalter ein besonders positives Feedback.
Nancy Koller
*Das Projekt G41 „Waldnutzung zu Gesundheitszwecken“ wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert.
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Beitrag der Abteilung 7, LWF für den Newsletter des Zentrums Wald-Forst-Holz
Die Bayern und ihr Wald – Ergebnis der Bevölkerungsbefragung zu Wald und Forstwirtschaft

Der bayerische Wald ist in der letzten Zeit wieder verstärkt in den Fokus der bayerischen Bevölkerung gerückt. So ist der Wald gleichzeitig Erholungsort in der Corona-Pandemie, Holzlieferant, helfende Kohlenstoffsenke im Klimawandel und Geschädigter durch Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer. Grund genug der bayerische Bevölkerung 64 Fragen mit vielen Unterfragen zu ihrer Einstellung über den Wald, die Forstwirtschaft und seine Funktionen, wie die Produktionsfunktion, Schutzfunktion und Erholungsfunktion, zu stellen. Der verwendete Fragebogen wurde mit der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in der Schweiz und der Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg abgestimmt, sodass die bayerischen Ergebnisse mit den parallel durchgeführten Bevölkerungsbefragungen in der Schweiz und Baden-Württemberg verglichen werden können.
In Bayern wurden insgesamt 3504 Personen mittels eines standardisierten Online-Fragebogen im November 2020 befragt. Die Teilnehmenden der Befragung wurden aus dem Access-Panel der Firma Respondi AG anhand der Quotierung nach Alter, Geschlecht und räumlicher Verteilung auf die Städte und Landkreise in Bayern ausgewählt und bilden somit einen Querschnitt der bayerischen Bevölkerung ab.
Die Bevölkerungsbefragung liefert ein detailliertes Stimmungsbild der Gesellschaft über den Wald und die Forstwirtschaft. Dabei offensichtlich werdende Informationsdefizite können in der Folge durch verbesserte und gezielte Kommunikation behoben werden.
Die Antworten der Bevölkerung sind nun ausgewertet und werden demnächst themenweise in einer Artikelserie in der LWF aktuell vorgestellt.
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https://www.lwf.bayern.de/waldbesitz-forstpolitik/waldfunktionen-landesplanung/287545/index.php
Trockenstress in unseren Wäldern – waldbauliche Antworten, Handlungsempfehlungen und Perspektiven
Tagung der Sektion Waldbau im Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten

Die diesjährige Tagung der Sektion Waldbau im Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) fand am 11. und 12. Oktober 2021 im Raum Würzburg statt. Nach 2005 trafen sich die Mitglieder und Gäste der Sektion Waldbau damit erstmals wieder einmal in Bayern. Die etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer befassten sich bei der Veranstaltung mit dem Thema „Trockenstress in unseren Wäldern – waldbauliche Antworten, Handlungsempfehlungen und Perspektiven“. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den Schäden an Buchen, die vor allem in niederschlagsarmen Regionen seit den Trockenjahren 2018/2019 bundesweit vermehrt festgestellt werden.
Nach der Begrüßung durch Franz Paulus, dem Leiter des Referats „Waldbau, Waldschutz, Bergwald“ am StMELF, erhielten die Teilnehmer anhand von zahlreichen Vorträgen einen umfassenden Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse. So wurde beispielsweise die „Mortalität der Rotbuche in bewirtschafteten und unbewirtschafteten Wäldern Hessens“ (Dr. Peter Meyer, NW-FVA) thematisiert. Maximilian Axer (TU Dresden) ging auf „Das Potenzial einheimischer Baumarten zur Arealanpassung im Klimawandel [im speziellen Buche und Eiche]“ ein. Von Klaus Kremer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) wurde die „Entwicklung risikoarmer Verfahren zur Verjüngung abgestorbener Fichtenbestände in der Modell-Region Südschwarzwald“ vorgestellt. Stefan Tretter (LWF) erläuterte die „Waldbaulichen Konzepte der Bayrischen Forstverwaltung unter Klimawandelaspekten“.
Bei einer anschließenden Exkursion konnten sich die Teilnehmer ein Bild von den Trocken- bzw. Hitzeschäden im nahegelegenen Guttenberger Forst machen. Zusammen mit Vertretern des Forstbetriebs Arnstein und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg wurden an drei verschiedenen, z.T. stark geschädigten Waldbeständen die Ausgangssituation analysiert und die weitere Bestandesbehandlung in der Gruppe diskutiert.

An der Waldklimastation erläuterte Hans Peter Dietrich von der LWF die Besonderheiten der fränkischen Platte.Diese Klimabedingungen veranschaulichte er den Teilnehmern anhand aktueller Messreihen von Temperatur und Niederschlag.
Wie dramatisch die Situation der Buche auf der mainfränkischen Platte ist, machte Elfi Raunecker, Bereichsleiterin Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kitzingen-Würzburg deutlich: "Zur Überraschung von uns allen fängt auch die Buche, die dominierende Baumart in unseren Wäldern, massiv zu schwächeln an", erläuterte sie. Dafür gebe es vielerlei Gründe, unter anderem die geringen Niederschläge, die hohe Sonnenscheindauer und die intensive Sonnen-Bestrahlung.

Brandaktuelle Forschungsergebnisse vermittelten Prof. Dr. Annighöfer und Thomas Mathes (beide TU München) den Forstleuten vor Ort aus dem Projekt „Auswirkungen von Waldstrukturen auf die Trockenheitsresilienz von Einzelbäumen“. Ebenso erläuterten Rudolf Seitz und Christoph Straub (beide LWF) am Beispiel eines Exkursionsbestandes, wie geschädigte Buchen mittels Luft – und Satellitenbilder automatisiert erfasst werden können (Projekt „BeechSat“).
Am zweiten Tag wurde die Vortragsreihe im Walderlebniszentrum „Gramschatzer Wald“ fortgesetzt, unter anderem mit Vorträgen zu „Alternativbaumarten im Klimawandel“ (Dr. Axel Albrecht, FVA), „Containerpflanzen: Ein Begriff – mehrere Systeme“ (Jana Hanke, Landesbetrieb Wald und Holz/NRW) und „Waldentwicklungstyp Mittelwald in Baden-Württemberg“ (Dr. Alexander Abt, Forst BW)
Die Veranstaltung endete mit der Besprechung von Sektionsangelegenheiten.
Für die Organisation vor Ort war die Abteilung Waldbau und Bergwald der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft zuständig.
Forest & Technology – VR2
Ernst-Otto-Fischer Lehrpreis 2021
Der Ernst-Otto-Fischer-Lehrpreis zeichnet in jeder Runde bis zu drei innovative und erfolgreiche Lehrprojekte aus, die an der TUM umgesetzt wurden. Der Preis würdigt damit das Engagement herausragender Dozierender in der Hochschullehre.
Prof. Dr. Michael Suda, Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik, SoM, TUM
Prof. Dr. Hans Pretzsch, Lehrstuhl für Waldwachstumskunde, SoLS, TUM

Entscheidungen werden heute zunehmend auf der Basis von Abbildungen der „realen“ Welt in komplexen virtuellen Systemen getroffen. Wo liegen die Unterschiede zwischen diesen Realitäten? Unser Projekt sollte den Studierenden verdeutlichen, dass in den Forstbetrieben, in denen Sie künftig arbeiten werden, diese Realitäten aufeinandertreffen werden. Sensibilisiert für diese Aspekte werden Führungskräfte ihre Mitarbeiter aus der Praxis und deren oft unterschiedliche Sichtweise besser verstehen.
Mit dem Projekt „Forest & Technology“ haben wir ein zentrales und hochaktuelles Thema der Forstwissenschaft und Praxis aufgegriffen. Hochtechnisierte Datenerfassungs- und -verarbeitungssysteme ermöglichen heute die Abbildung natürlicher Strukturen in virtuellen Welten. Durch die Modellierung natürlicher Systeme gelingt es zunehmend Handlungen zu simulieren und deren Auswirkungen zu bewerten. Im Rahmen des Lehrprojektes VR2 – virtuell and real reality – haben wir Lehrflächen im Wald angelegt und entscheidungsrelevante Daten erhoben. In diesem Reallabor können forstliche Maßnahmen (Holzernte, Pflege) von Studierenden simuliert und deren Wirkungen auf das Gesamtsystem mit Hilfe von Simulationsmodellen erfasst werden. Im virtuellen Labor steht dieser „Wald“ ebenfalls für Simulationen zur Verfügung. Auch hier können entsprechende Maßnahmen geplant, durchgeführt und bewertet werden. Der Einsatz beider Labore in der Ausbildung der Studierenden verknüpft somit unterschiedliche Realitäten, die für eine zielgerichtete Planung und Nutzung von Wäldern unabdingbar sind.
Ziel des Projektes war es moderne Technologie zur Abbildung komplexer Systeme für die Lehre nutzbar zu machen. Durch den enormen technischen Fortschritt ist es heute möglich, natürliche Systeme mit Hilfe von unterschiedlichen technischen Verfahren (Lasertechnik, Satellitentechnik, Radaraufnahmen) in ihrer Struktur zu erfassen und in Rechnern ihre zeitlich-räumliche Dynamik abzubilden. Für die integrative Lehre können diese Lehrwaldflächen für einen interdisziplinären Unterricht besondere Bedeutung erlangen. Den Studierenden (warum nicht) aller Studiengänge der TUM, die sich mit unterschiedlichen Realitäten auseinandersetzen, wird ein Tool zur Verfügung gestellt, das es ermöglicht unterschiedliche Handlungsentscheidungen zu simulieren und deren Auswirkungen abzuschätzen. Der integrative Aspekt der Lehre konnte durch unser Projekt weiter gefördert werden.
Die Umsetzung des geplanten Lehrwaldprojektes VR2 wurde in diesem Jahr abgeschlossen.
Wir bedanken uns bei der TUM für den Ernst-Otto-Fischer Lehrpreis.
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PREISTRÄGERINNEN UND PREISTRÄGER DES JAHRES 2021
Wir müssen reden – Digitale Vortragsreihe „KlimaDiskurse“
bayklifs Juniorforschungsgruppen haken nach

Der Klimawandel stellt die Menschheit vor komplexe Herausforderungen und erfordert Anstrengungen und Lösungen aus allen Lebensbereichen. Hierbei helfen neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch Menschen mit Kreativität, Mut und einer Prise Humor, die aufrütteln und inspirieren. In der Vortragsreihe „KlimaDiskurse“ wollen die fünf Juniorforschungsgruppen des Bayerischen Klimaforschungsnetzwerks bayklif mit solchen Menschen reden und ganz verschiedene Facetten des Klimawandels diskutieren.
In der Auftaktveranstaltung am 23. November 2021, die in Kooperation mit der Jungen Akademie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina stattfindet, werden die Veranstalter im Gespräch mit Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitung „DIE ZEIT“, der Frage nachgehen, warum die notwendigen Entscheidungen zu einer wirksamen Bekämpfung des Klimawandel bisher ausgeblieben sind. Im monatlichen Rhythmus wird die Klimareise dann entlang der Spannungsfelder Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst fortgesetzt.
Die Vorträge finden jeweils ab 18 Uhr als ZOOM Veranstaltung statt. Den Link zur Anmeldung und weitere Informationen gibt es unter www.bayklif.de/klimadiskurse. Eingeladen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.
Das Bayerische Klimaforschungsnetzwerk bayklif soll dazu beitragen, die im Freistaat Bayern ansässige Forschung über ökologische und gesellschaftliche Folgen des Klimawandels zu vernetzen und zu stärken. Um die Arbeit des Netzwerkes erfahrbar zu machen und mit interessierten Menschen in Dialog zu treten, startet es jetzt die Vortragsreihe „KlimaDiskurse“.
Kontakt:
Prof. Dr. Christian Zang
Leiter der bayklif Juniorforschungsgruppe HyBBEx
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Fakultät Wald und Forstwirtschaft
Bayerisches Klimaforschungsnetzwerk bayklif
Münchner Wissenschaftstage mit FORSCHA – Das Entdecker-Reich
„Wissen live erleben“ hieß es drei Tage lang für rund 4.800 interessierte Laien, neugierige Kinder, unternehmungslustige Familien; Studierende, Azubis und Nachwuchsforscher:innen im Deutschen Museum Verkehrszentrum. Bei 20 Vorträgen, Diskussionsrunden, an 40 Experimentier- und Mitmachstationen der Aussteller aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik drehte sich alles um gigantische Herausforderungen und brisante Themen, die uns heute und in Zukunft bewegen, wurden faszinierende Ideen und innovative Lösungsansätze begreifbar. Science Slam und Schlagermatinee erweiterten den Blick aus künstlerischer Perspektive und sorgten für inspirierendes Edutainment. Die Neuauflage der Münchner Wissenschaftstage gemeinsam mit FORSCHA – Das Entdecker-Reich war also ein voller Erfolg.
„Die Förderung von Nachwuchstalenten im MINT-Bereich ist eine wichtige Investition in die Zukunft dieses Landes. Mitmachmessen wie die FORSCHA sind daher ungemein wichtig, weil sie es jungen Menschen ermöglichen, die faszinierende Welt von Wissenschaft und Forschung hautnah zu erleben“, so Kultusminister Piazolo.
Forstzentrum bringt den Wald auf die FORSCHA
Am Stand des Forstzentrums erlebten die Besucher unter anderem am Holznutzungsbaum, wie vielseitig der Rohstoff Holz verwendet wird, oder wie viel CO2 in Bäumen und Holz steckt. Sie konnten die Welt der Borkenkäfer mit Mikroskop erkunden und einiges über verschiedene Baumarten, Biotopbäume, Tiere und Biodiversität erfahren. Für Lehrkräfte war der Ordner Forstliche Bildungsarbeit besonders interessant und das vielfältige Studienangebot am Forstcampus war ebenfalls ein wichtiger und nachgefragter Bestandteil unseres Stands.
Ebenfalls vertreten war der bayklif-Stand des Bayerischen Netzwerks für Klimaforschung und informierte über die verschiedenen Forschungsprojekte.

Die zwei Vorträge aus dem Forstzentrum „Phänologie und Citizen Science“ von Professorin Dr. Annette Menzel, TUM / bayklif und „Köpfen für die Vielfalt – Hochstümpfe als Biodiversitätsstrategie“ von Professor Dr. Volker Zahner, HSWT zeigten verschiedene Aspekte der Forschung in Weihenstephan und bereicherten das Veranstaltungsprogramm.
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Professor Richter ist neuer Leiter des Forstzentrums

Professor Dr. Klaus Richter, Akademischer Programm Direktor Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement an der TU München (TUM) ist seit Oktober 2021 der neue Leiter des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan. Er übernimmt turnusgemäß die Leitung von Professor Dr. Volker Zahner, Prodekan der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan Triesdorf (HSWT). Alle zwei Jahre wechselt die Leitung zwischen den drei Partnerinstitutionen, der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, des Studienbereichs Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TU München und der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT.
Als Diplom-Holzwirt promovierte Richter an der Universität Hamburg. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn auf die Iberische Halbinsel, zu verschiedenen Stationen in der Schweiz und in die USA. Seit 2011 ist Klaus Richter Professor für Holzwissenschaft an der TUM sowie Leiter der Holzforschung München »HFM@TUM«. 2019 übernahm er die Aufgaben des Studiendekans für Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement. Seit der TUM-Verwaltungsreform im Oktober 2020 ist er Akademischer Programm Direktor Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement.
Richter ist langjähriges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Waldpolitik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), des Beirats des Cluster Forst und Holz in Bayern und Mitglied des Kuratoriums des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung (WKI). Seit Dezember 2020 ist Professor Richter Mitglied im Bioökonomierat der Bundesregierung.
Herbst-Tagung des Arbeitskreises Forstgeschichte
Zu Gast im Holzknechtmuseum Ruhpolding – Forsttechnikgeschichte und forstliche Museumslandschaft in Bayern
Der Arbeitskreis Forstgeschichte in Bayern beschäftigte sich auf seiner jüngsten Tagung im Holzknechtmuseum in Ruhpolding mit Forsttechnikgeschichte und mit der forstlichen Museumslandschaft in Bayern.

Die Dauerausstellung im Holzknechtmuseum Ruhpolding hat eine völlig neue Konzeption erhalten. Sie erzählt die von der Nutzung der Gebirgswälder und dem harten Leben der im Wald Arbeitenden. Weil die heute die visuellen Bedürfnisse der Besucher viel stärker sind als früher, wurde mehr mit Bildern und Exponaten gearbeitet als mit Text. Diese neue Ausrichtung war der Anlass für den Arbeitskreis Forstgeschichte, der meist im Forstministerium München tagt, sich das neugestaltete Museum vor Ort anzusehen.
Rund 35 Teilnehmer aus ganz Bayern, aber auch aus Österreich, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nahmen an der Tagung teil. Stilgemäß begann diese in einer der Museumshütten. Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer begrüßte die Anwesenden und stellte die tiefe Verbundenheit der Ruhpoldinger mit der Arbeit im Bergwald heraus. Der 400 Jahre alte Vinzenzi-Verein sei eine wichtige kulturelle Säule des Ortes. Früher sei die Wirtschaft Ruhpoldings am Holz gehangen, heute sei es der Tourismus, für den das Holzknechtmuseum ein wichtiger Faktor sei, womit sich der Kreis schließe. Dr. Sebastian Paar vom Bildungszentrum Laubau der Bayerischen Staatsforsten stellte die moderne Forsttechnik im Hochgebirge vor. Die Kurzfilme auf der Internetseite seien bislang 11 Millionen mal aufgerufen worden, eine einzigartige Nachfrage nach einem eigentlich sehr speziellen Bereich. Alfons Leitenbacher, Leiter des AELF Traunstein hob die Verbindung von Mensch und Wald hervor und wie wichtig gute Beratung der Waldbesitzer sei. Die Museumsleiterin Dr. Ingeborg Schmid freute sich über den Besuch so vieler Fachleute im Museum, die sie auf einer umfassenden Führung in viele Details der Ausstellung einführte und Hintergründe erläuterte. Die sich anschließenden Vorträge befassten sich mit der forstlichen Erschließung des Prientals (Rupert Wörndl) mit der Neukonzeption des Bergbaumuseums Achthal (Roland Klosa) und ganz intensiv mit zwei sehr guten wissenschaftlichen Arbeiten, die die Studentinnen Johanna Chaillié und Sabine Sandholz über die Konzeption von Forstmuseen in Bayern angerfertigt haben.

Weitere Informationen
Der Arbeitskreis Forstgeschichte besteht seit 28 Jahren. Bei zwei Treffen im Jahr werden Vorträge gehalten bzw. Informationen ausgetauscht. Der Arbeitskreis steht jedem/jeder offen. Kontakt über: sina.riedel@lwf.bayern.de
Zur Website des AK Forstgeschichte
Forstwissenschaftliche Tagung 2021
Wald: Wie weiter? #ScienceForFuture
Vom 13. September bis zum 15. September 2021 fand die Forstwissenschaftliche Tagung am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan in einem komplett digitalen Format statt. 440 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tauschten sich zu Themen wie Wald, Politik und Gesellschaft, Klimawandel, Biodiversität und Schutz der Lebensgrundlagen, Störungen, Baumartenwahl, Betriebswirtschaft, Bioökonomie sowie Ökosystemleistungen, Fernerkundung und Genetik aus.

Besonders begehrt waren die Keynotes mit bis zu 280 Zuhörern, aber auch die Sessions “Waldsterben 2.0”, “Forstliche Ökosystemleistungen”, “Baumartenwahl im Klimawandel” sowie “Digitalisierung und Klimaanpassung” und “Wasserhaushalt und Trockenstressrisiko im Klimawandel” waren stark frequentiert. Einen Höhepunkt der Tagung bildete die Verleihung des durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung ausgestatteten Deutschen Forstwissenschaftspreises an Privatdozent Dr. Sebastian Seibold von der Technische Universität München (TUM) für seine herausragenden Arbeiten zur Biodiversität von Wäldern.
Eine moderne Tagungsplattform mit vielfältigen Möglichkeiten der Interaktion, störungsarmer Präsentation der einzelnen Vorträge und zahlreichen Diskussionsräumen ermöglichte unter den pandemiebedingten Einschränkungen den Austausch zwischen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und stellte insbesondere für die zahlreichen jungen Teilnehmenden eine hervorragende Möglichkeit zur Präsentation ihrer Ergebnisse bereit. Das digitale Format ermöglichte beispielsweise auch jungen Müttern und Vätern eine aktive Teilnahme oder sogar ein “Reinschnuppern” aus dem Urlaub. Alle Vorträge wurden aufgezeichnet und können von den Tagungsteilnehmenden über 30 Tage hinweg im Anschluss an die Veranstaltung nachgehört werden.
“Zwar mussten sich alle erst ein wenig an das unkonventionelle Tagungsformat gewöhnen, am Ende konnten die grundsätzlichen Ziele aber hervorragend erreicht werden: Die Forstwissenschaftliche Tagung bildet die Forstwissenschaften in ihrer gesamten disziplinären Breite ab und dient dadurch dem Austausch der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die disziplinären Grenzen hinweg,“ so der Sprecher des Organisationskomitees Professor Dr. Thomas Knoke, TUM.
Veranstaltet wird die Forstwissenschaftliche Tagung im zweijährigen Turnus gemeinsam von den Forstwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universitäten in Dresden, Freiburg, Göttingen und München und dem Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten.
Tagungswebsite
https://www.fowita-konferenz.de/
Weitere Informationen zum Deutschen Forstwissenschaftspreis
Bitte beachten Sie auch die PM der TU München zur Verleihung des Deutschen Forstwissenschaftspreises unter:
Wissenschaftlicher Kontakt:
Fachgebiet für Waldinventur und nachhaltige Nutzung
Prof. Dr. Thomas Knoke
Technische Universität München
Tel.: 08161 71-4701
E-Mail: ifm@forst.wzw.tum.de
https://www.ifm.wzw.tum.de/start.html



