Hilfe für die Ukraine
Wir sind schockiert über den Krieg in der Ukraine und in Gedanken bei unseren ukrainischen Partnern. Am Forstcampus Weihenstephan bestehen verschiedene, oft langjährige Netzwerke zu ukrainischen Kolleginnen und Kollegen.
Hilfsbereitschaft und Solidarität für die Ukraine setzen Zeichen und spenden Hoffnung für Demokratie und Freiheit.
Hilfsprogramme der TUM – Spendenaufruf für Studierende und Stipendien für Forschende
Der Krieg in der Ukraine hat zahllose Menschen ins Unglück gestürzt. Die Technische Universität München (TUM) solidarisiert sich mit den Betroffenen und legt deshalb zwei eigene Hilfsprogramme auf. Diese wenden sich an Forschende aus der Ukraine und an betroffene TUM-Studierende.
Hier gehts zur Meldung der TUM
Sammelaktion von Verbandsmaterial der Werkfeuerwehr Weihenstephan
Bis 7. März 2022 sammelt die Werksfeuerwehr Weihenstephan der TUM Verbandsmaterial. Abgelaufenes oder noch haltbares Verbandsmaterial bitte direkt in der Wache der Werkfeuerwehr im Emil-Erlenmeyer-Forum 2 abgeben.
Statement der Hochschulleitung der HSWT zum Angriff auf die Ukraine –Wissenschaft für Frieden und Demokratie
zum Beitrag auf der Website der HSWT
Initiative der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT für den Spendenaufruf des Vereins Ostwind e.V.
Seit über 15 Jahren gibt es zwischen der Fakultät Wald und Forstwirtschaft einen regen wissenschaftlichen und studentischen Austausch mit der Technischen Universität Lviv und dem Karpatischen Biosphärenreservat in der Ukraine.
Neben anderen Hilfsaktionen hat auch der Verein Ostwind e.V. eine Hilfsaktion gestartet (siehe Anlage). Ostwind e.V. ist seit 1998 in Osteuropa und insbesondere auch in der Ukraine im ökologischen Tourismus aktiv setzt sich für den Erhalt der Urwälder in den Karpaten ein.
In Anlage findet sich der Spendenaufruf von Ostwind e.V., den wir gerne unterstützen und auch um Unterstützung bitten.
Mit einem Absolventen der HSWT, einer Försterin und Waldpädagogin aus der Ukraine in München und engen Kontakten an der TU Lemberg können wir den dringenden Bedarf der Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden im Krisengebiet abfragen und gemeinsam mit Ostwind e.V. dafür sorgen, dass die Hilfsgüter auch bei diesen Menschen ankommen.
Ostwind e.V. hat freundlicherweise angeboten, dass Spenden über sie verwaltet werden können.
Spendenkonto bei der GLS-Bank in Bochum:
IBAN: DE95 4306 0967 0014 7660 00
SRM-Award der Audi Stiftung für Umwelt 2021
Strategien für den Umgang mit Wasserknappheit & Starkregen
In der vorabendlichen englischsprachigen Feierstunde am 07. Februar 2022 wurde in digitalem Rahmen der SRM Award 2021 jeweils an MSc. Lauren Former und MSc. Yanin Pawijit verliehen. Die Audi Stiftung für Umwelt lobt den mit 1.500 € dotierten Preis für herausragende Master-Arbeiten im Studiengang Sustainable Resource Management (SRM) an der TU München aus. Rund 44 Teilnehmer*innen nahmen an der Preisverleihung teil.

Lauren Former stellte anschaulich dar, wie Kalifornien und Bayern die Wasserwirtschaft organisieren und wie sie mit Wasserknappheit umgehen. Sie stellte Gemeinsamkeiten und Unterschiede vor und schlussfolgerte, dass beide Länder von einem Wissensaustausch profitieren könnten. Yanin Pawijit teilte in ihrem Vortrag ihre Erkenntnisse, welche Auswirkungen unterschiedliche Flächennutzungen in urbanen Räumen bei Starkregenereignissen haben können. Es können aus ihrer Analyse Ableitungen gemacht werden, welche Baumartenzusammensetzung sich in welchem Klima für die Abminderung der Überschwemmungsgefahr eignet. Dr. Rüdiger Recknagel der Audi Stiftung für Umwelt stellte Projekte der Stiftung vor, die das Sauberhalten von Wasser zum Ziel haben. Er und Prof. Dr. Klaus Richter (Akademischer Programmdirektor Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement, TUM) würdigten die beiden Preisträgerinnen.
Ergänzt wurde der Abend mit einem Festvortrag von MSc. Anna Schomberg (Universität Kassel) mit dem Titel „Using the water scarcity footprint against problem shifting – Insight into methodological development and applications“. Sehr eindrücklich wurde in dem Vortrag betont, wie wichtig es ist, Wassernutzungsarten vergleichen zu können und dafür geeignete Methoden zu kennen. Sie spannte den Bogen thematisch bis zu den Forschungsfeldern der Preisträgerinnen und schaffte so einen runden Abschluss der Veranstaltung.
Alle drei Vorträge beleuchteten die Ressource Wasser von verschiedenen Seiten und waren sich einig, dass die Bedeutsamkeit dieser Ressource durch den Klimawandel weiter zunehmen wird und es wichtig ist, jetzt geeignete Strategien abzuleiten um mit auftretender Wasserknappheit umgehen zu können.
Mehr Informationen zum Master-Studiengang Sustainable Resource Managament:
„Es muss nicht unbedingt multispektral sein“
VDV-Landespreis Bayern für die Bachelorarbeit „Potenzial des Einsatzes von UAV zur Untersuchung bei Trockenheitsschäden zu Buchen“

Um Trockenschäden an der Baumart Buche in räumlich hochaufgelösten Drohnenaufnahmen erkennen zu können, müssen nicht unbedingt Kanäle des nichtsichtbaren Lichts Anwendung finden. Zu diesem grundlegenden Ergebnis kam Lukas Decker in seiner 2021 angefertigten Bachelorarbeit mit dem Titel „Potenzial des Einsatzes von UAV bei Untersuchungen zu Trockenheitsschäden an Buchen“, die an der Fakultät für Kunststofftechnik und Vermessung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) angefertigt wurde. Herr Decker untersuchte RGB- und Multispektraldaten aus Drohnenbefliegungen 2019 und 2020 im Irtenberger Forst südwestlich von Würzburg. Er errechnete verschiedene Vegetationsindizes unter Einbeziehung von RGB-Daten sowie aus der Kombination von RGB- und Infrarotdaten und verglich die automatisierten Einwertungen mit ca. 1800 Einzelbaumeinwertungen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). Lukas Decker kam zum Ergebnis, dass Vegetationsindizes mit Eingangsdaten aus dem sichtbaren Spektralbereich des Lichtes aufgrund der hohen Auflösung der UAV-Daten zu nahezu vergleichbar guten Einwertungen geführt haben wie Vegetationsinidizes, basierend auf „multitspektralen Indizes“. Die wissenschaftliche Arbeit wurde an der FHWS geleitet durch Prof. Dr. Ansgar Brunn. Initiiert und begleitet wurde die Arbeit am ZWFH von Dr. Hans-Joachim Klemmt (LWF). Die Arbeit wurde vom Verband Deutscher Vermessungsingenieure VDV bzw. vom Bundesverband für Geodäsie und Geoinformatik als herausragend angesehen und im Rahmen des Geodätischen Kolloquiums 2021 seitens des VDV prämiert. Die Übergabe der Urkunde konnte coronabedingt erst am 03. Februar 2022 in Schwandorf erfolgen.
Organisationsänderungen und Personalrochaden an der LWF
Zum Jahreswechsel führte die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) mehrere Organisationsänderungen durch, die auch verschiedene Personalwechsel nach sich zogen. Mit der Neuorganisation möchte sich die Landesanstalt in einer komplexer werdenden Forschungslandschaft noch besser aufstellen und ihre Kompetenzen im Bereich der forstlichen Forschungsförderung und der Einwerbung von Drittmitteln weiter ausbauen.
Dazu wurde eine neue Abteilung „Forstliche Forschung, Controlling und Großrauminventuren“ eingerichtet. Hier werden die forstlichen Großrauminventuren konzentriert, zu denen unter anderem die Bundeswaldinventur, die Waldzustandserhebung und das Forstliche Gutachten zählen. Die Stabstelle "Forschungsförderung, Controlling" wurde mit der Pensionierung ihres Leiters FD Dr. Franz Binder aufgelöst und ihre Aufgaben an die neue Abteilung übertragen. Dazu zählen insbesondere die Geschäftsführung des Kuratoriums für forstliche Forschung sowie das LWF-interne Controlling. Mit dem Aufbau und der Leitung der neuen Abteilung wurde Ltd. FD Stefan Tretter betraut.
Ebenfalls mit Wirkung vom 1. Januar tritt Ltd. FD Dr. Hans-Joachim Klemmt die Nachfolge von Herrn Tretter als Abteilungsleiter „Waldbau und Bergwald“ an. Neben den klassischen Aufgaben werden in der Waldbauabteilung künftig auch Fragen des Terrestrischen Laserscannings, sowie des Drohneneinsatzes in Wissenschaft und Forstlicher Praxis bearbeitet. Die Nachfolge von Herrn Klemmt als Leiter der Abteilung „Boden und Klima“ ist derzeit noch offen.
Üben für den Ernstfall
Rettungsübung der Fakultät Wald und Forstwirtschaft
Am 18. Januar 2022 veranstaltete die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT eine groß angelegte Rettungs-Übung zu im Lehrrevier der HSWT / Bayerische Staatsforsten. Die Lehrveranstaltung für das 5. Semester Forstingenieurwesen umfasste vier Rettungsszenarien forstlicher Arbeitsunfälle:
- Bewusstlos unter Stamm eingeklemmt
- eingeklemmter Fuß zwischen Stamm und Wurzelstock durch Seilwindenarbeit
- eingeklemmt durch Kronenteil im Führerhaus eines Schleppers
- von Stamm am Kopf und Brustkorb getroffen
Trainiert wurde dabei das Auffinden und Versorgen von verunfallten Personen bei der Waldarbeit sowie das Organisieren der Rettungskette. Dazu gehören die Verwendung der bayernweiten Rettungstreffpunkte, die Schwierigkeiten im Gelände bei der Rettung und das Zusammenspiel und die Einweisung verschiedener Beteiligter wie Waldarbeiter, Unternehmer, Förster, Rettungsdienst und Feuerwehr.
Unterstützt wurde diese Übung durch das Lehrinstitut für Präklinische Rettungsmedizin, der Rettungsdienstschule München, der Werksfeuerwehr der TUM und den BaySF-Forstbetrieb Freising.
Auf unserem Instagram-Kanal kann ein kurzes Video zur Rettungsübung angesehen werden.
Waldstammtisch Weihenstephan des Jungen Netzwerks Forst
Am 31. Januar 2022 lud das junge Netzwerk Forst (JNF) zum virtuellen Stammtisch am forstlichen Hochschulstandort Weihenstephan ein. JNF-Landesvertreter Dr. Roman Koster begrüßte die Runde in Webex und übergab das Wort an Marcel Püls, der das JNF am Campus Weihenstephan vertritt. Nach einer Einführung zum JNF, einer Rückschau bisheriger Aktivitäten – wie z.B. der gemeinsamen Exkursion mit der ANW-Hochschulgruppe Weihenstephan in den Bayerischen Wald im Herbst 2020 – ging es auch um die Frage, wie sich das JNF am Campus Weihenstephan in Zukunft ausrichten möchte.
Das Junge Netzwerk Forst ist die Nachwuchsorganisation des Deutschen Forstvereins, bei der alle Interessierten kostenlos Mitglied werden können. Zielgruppe in Weihenstephan sind Studierende und junge Forstleute, die sich sowohl fachlich als auch persönlich austauschen und weiter vernetzen möchten. Da Marcel Püls mittlerweile Trainee im Nordschwarzwald ist, werden auch Nachfolgerinnen und Nachfolger für die Vertretung des JNF am Campus Weihenstephan gesucht. Wer JNF-Mitglied werden möchte, kann sich online unter www.jungesnetzwerkforst.de anmelden. Für Weihenstephan existiert zudem eine Whatsapp-Gruppe (bei Interesse bitte eine Mail mit Handynummer an forst.tu-muenchen@jungesnetzwerkforst.de).
Geschäftsführerwechsel im Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan
Dr. Markus Schaller folgt auf Heinrich Förster
Heinrich Förster, der bisherige Geschäftsführer des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan (ZWFH), wurde zum 30. November 2021 in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist seit dem 1. Dezember 2021 Dr. Markus Schaller.
Langjähriges und erfolgreiches Engagement als Geschäftsführer
Professor Dr. Klaus Richter, der amtierende Leiter des Zentrums, dankte Heinrich Förster für sein langjähriges und erfolgreiches Engagement als Geschäftsführer. „Über 12 Jahre lang hat Heinrich Förster das Zentrum maßgeblich geprägt. Neben dem Transfer von Wissen in die Praxis lag ihm die politische Arbeit besonders am Herzen. Nicht zuletzt aufgrund seiner Arbeit nimmt unser Zentrum im Bereich der Wald- und Holzforschung im europäischen Raum eine ganz besondere Stellung ein.“
Die Geschäftsführung des ZWFH übernahm Förster 2009. Über seine Arbeit sagt der Forstdirektor selbst: „Am meisten geschätzt habe ich über all die Jahre die Kontakte zu allen Ebenen der Wissenschaft, der Praxis, der Politik, der Verbände und der Bürgerinnen und Bürger sowohl im kleinen Rahmen als auch bei Großveranstaltungen. Wichtig war mir bei diesen Gelegenheiten immer der Austausch mit den Menschen“. Unter Försters Leitung führte das Zentrum federführend oder als Partner regelmäßig Veranstaltungen wie das jährliche Statusseminar des Kuratoriums für forstliche Forschung, das Bayerische Baumforum sowie Kongresse zu aktuellen Themen durch.
„Unser Leben und Wirtschaften muss hin zu mehr Nachhaltigkeit transformiert werden"
„Ich freue mich, dass wir mit Dr. Markus Schaller einen Nachfolger als Geschäftsführer mit breiter Expertise und großem Netzwerk gewonnen haben. Ich wünsche ihm einen guten Start an diesem einzigartigen Zusammenschluss der drei großen Forstinstitutionen“ so Richter. Der Forstwissenschaftler Schaller kennt den Campus Weihenstephan sehr gut, er war bereits zwischen 1996 und 2011 in verschiedenen Positionen hier tätig: z.B. Am Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre der Technischen Universität München (TUM), als Auslandsbeauftragter für das Wissenschaftszentrum Weihenstephan oder als Leiter des internationalen Doktorandenprogramms für Nachhaltigkeit und Umweltmanagement doctoraTUM.
Zu seinem Antritt betont Schaller: „Unser Leben und Wirtschaften muss hin zu mehr Nachhaltigkeit transformiert werden. Wald, Forst und Holz können einen wichtigen Beitrag zur Lösung der aktuellen und zukünftigen Probleme leisten. Unser Zentrum kann diese Transformation unterstützen und wie ein Katalysator wirken“. Der Wechsel in der Geschäftsführung fällt in eine Zeit, in der die Forschung so gefragt ist wie selten zuvor. Existenzielle Zukunftsfragen zum Wald und die Herausforderungen im Klimawandel erfordern interdisziplinäre Ansätze. Institutionsübergreifende Synergien zu nutzen, ist dabei von grundlegender Bedeutung.
Das Zentrum ist ein Zusammenschluss des Studienbereichs Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TUM, der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Die direkte Nachbarschaft am Carlowitz-Platz begünstigt den täglichen Austausch unter den rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Leitung des Zentrums wechselt alle zwei Jahre zwischen den Partnern. Derzeit wird das Zentrum von Prof. Dr. Klaus Richter (TUM) geleitet, ihm zur Seite stehen Prof. Dr. Andreas Rothe (HSWT) und der Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Dr. Peter Pröbstle.
Heinrich Förster
Forstdirektor Heinrich Förster studierte bis 1983 Forstwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach dem Referendariat war der gebürtige Würzburger als Standortserkunder der Bayerischen Staatsforstverwaltung in der Oberpfalz und in Niederbayern tätig. Es folgten stellvertretende Leiterposten an den Forstämtern Gräfendorf, Goldkronach und Forchheim. 2005 übernahm er die die Leitung der Servicestelle für Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik am Amt für Landwirtschaft und Forsten Fürth und war hier für die Regierungsbezirke Mittel- und Oberfranken verantwortlich.
Dr. Markus Schaller
Dr. Markus Schaller studierte Forstwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben der Erfahrung aus den oben genannten Tätigkeiten am Campus Weihenstephan bringt er auch viel Erfahrung aus der forstlichen Praxis und Verwaltung mit, z.B. als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ehemaligen Oberforstdirektion Ansbach, als stellvertretender Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten im Gebirgsforstbetrieb Ruhpolding oder als Referent für Bergwald und Schutzwaldsanierung am Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Wichtig für Schaller ist es über den Tellerrand hinaus zu blicken, sowohl fachlich als auch räumlich. Sein Berufsweg führte ihn daher auch für einige Jahre ins Ausland, wo er in der Schweiz an der Berner Fachhochschule forschte und lehrte. Nach der Rückkehr nach Deutschland arbeitete er für 18 Monate am Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, zuletzt als stellvertretender Leiter des Referats für Grundsatzfragen der Industrie, Chemie-, Textilindustrie, Holz und Papier, Bioökonomie. In dieser Zeit wurde in einem großen partizipativen Prozess die Bayerische Bioökonomiestrategie entwickelt.
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Weitere Informationen
Verabschiedung in den Ruhestand
Interview mit Heinrich Förster
Heinrich Förster, der langjährige Geschäftsführer des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan (ZWFH), wurde mit Ablauf des Monats November 2021 in den Ruhestand verabschiedet. Die Geschäftsführung übergab er an Dr. Markus Schaller. Prof. Dr. Volker Zahner hat mit ihm zum Abschluss seiner Dienstzeit ein Interview geführt.

Sehr geehrter Herr Förster, woher stammen Sie und wie kamen Sie zum Forststudium?
Geboren bin ich in Würzburg. Mein Ziel war ein naturwissenschaftliches Studium mit Kontakt zu Menschen, kein reiner Labor- oder Schreibtischjob. Ein damaliger Bekannter, ein junger Forstrat, machte mir den Forstberuf schmackhaft – eine ideale Verbindung von Natur, Mensch und Gesellschaft. So war es schnell klar, dass der Forstberuf einfach der Beruf für mich ist.
Was war die Motivation sich an das Forstzentrum zu bewerben?
Die Möglichkeit über bis dahin zwei Regierungsbezirke hinaus, in denen ich für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich war, in ganz Europa für die Erkenntnisse der Wissenschaftler aus dem ZWFH öffentlichkeitswirksam und politisch tätig zu sein.
Wie viele Jahre haben Sie nun am Zentrum WFH gewirkt?
Seit dem 16. März 2009 war ich als GF tätig, also über 12 Jahre.
Was waren in all den Jahren die Dinge, die Sie am meisten geschätzt haben?
Die Kontakte zu allen Ebenen der Wissenschaft, Praxis, der Politik und der Verbände, den verschiedenen Interessensvertretern und den Bürgern sowohl im kleinen Rahmen als auch bei Großveranstaltungen, die von der Geschäftsstelle des ZWFH organisiert wurden. Wichtig war mir bei diesen Gelegenheiten der Austausch mit den Menschen.
Was waren persönliche Höhepunkte für Sie?
Erfolgreiche Veranstaltungen, bei denen die geplanten Zielgruppen erreicht werden konnten, z.B. die für die Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft organisierten Waldtage, bei denen vom interessierten Bürger bis zu Entscheidern in der Politik alle eine Plattform fanden.
Wo sehen Sie künftig die größten Herausforderungen in Ihrem Arbeitsfeld?
Die Forstberufe an die gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen, d.h. die Ansprüche der Bürger zu erkennen und wenn nötig im öffentlichen Wald zu berücksichtigen, den Privatwaldbesitzern die Unterstützung zu geben und auch deren Vorstellungen wenn möglich, nachzukommen, ohne Verluste an eigenen Zielen und finanziellen Verlusten.
Was bedeutete Ihnen das Zentrum Wald Forst Holz?
Die Geschäftsstelle des ZWFH, als europaweit einzigartiges Kompetenzzentrum mit seinen Wissenschaftlern und deren Institutionen war über die Jahre ein einzigartiger Arbeitsplatz. Es ist uns in dieser Zeit gelungen die interne und externe Kommunikation zu verbessern. Die Wahrnehmung des ZWFH in der Politik bayernweit, deutschlandweit und auch europaweit konnte deutlich verbessert werden. Kontakte zu z.B. EFI, DFWR, AGDW Verbänden und Interessensvertretern wurden entwickelt, intensiviert und konnten im Sinne der Strategie des ZWFH weiter ausgebaut werden. Die Möglichkeiten hier am Campus „über den Hof“ Gespräche zu führen und Teams zusammenzustellen darf auch in Zeiten erfreulicher Entwicklungen in der digitalen Kommunikation nicht unterschätzt werden.
Was würden Sie dem Zentrum gerne noch für die Zukunft mit auf den Weg geben?
Bei aller Wichtigkeit der Individualität der Partner, gemeinsam an wichtigen Strängen in die gleiche Richtung zu ziehen, um die Möglichkeiten der gemeinsamen umfassenden Kompetenz für die erfolgreiche Weiterentwicklung des ZWFH in verschiedenen wichtigen Wissensbereichen und der Politik zu nutzen.
Wissen Sie schon mit welchen Beschäftigungen Sie Ihr Plus an Freizeit füllen wollen?
Möglichst erfolgreich Herr meiner Zeit zu sein, sie mit Sport und Lesen zu füllen. Mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen, insbesondere in der Zeit nach Corona, mit unserer Tochter, die in London lebt, live, und nicht nur am Rechner zu verbringen.
Die Arbeit war schön, aber auch bei einem kreativen Arbeitsfeld ist man in vielen Bereichen fremdbestimmt. Davon befreit zu sein, ist ausgesprochen verlockend.
Weitere Informationen
Pressemitteilung "Geschäftsführer-Wechsel im Zentrum Wald-Forst-Holz"
Verabschiedung in den (Vor-)Ruhestand
Interview mit Professor Dr. Manfred Schölch
Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf verabschiedete Ende November Prof. Dr. Manfred Schölch im Rahmen des 31. Weihenstephaner Forsttags in den (Vor-)Ruhestand. Er war 23 Jahre lang an der Fakultät Wald und Forstwirtschaft tätig und dabei von 2003 bis 2007 deren Dekan. Ab Oktober 2007 war Schölch zwei Jahre lang Leiter des Zentrums Wald-Forst-Holz. Seine Fachgebiete waren Waldbau und Waldwachstumskunde. Er betreute den Lehrwald der Fakultät sowie Versuchsflächen. In Lehre und Forschung wird er zunächst weiterhin teilweise aktiv sein.

Sehr geehrter Professor Schölch, woher stammen Sie und wie kamen Sie zum Forststudium?
Es klingt vielleicht pathetisch, ist aber wahr: Einen wesentlichen Teil meiner Jugend habe ich auf Bäumen zugebracht, im badischen Odenwald. Wald-Natur-Holz-Jagd-Nachhaltigkeit bildeten das Fundament, tiefer vorzudringen in eine interessante Welt, in der schadlos nutzen möglich ist. Damals beherrschte das Waldsterben das Denken, die Presse. Autofreie Sonntage zuvor infolge der "Ölkrise" machten klar, dass die Menschheit nicht so weiter wirtschaften kann, wie bisher. Also: selbst etwas wirtschaftlich Vernünftiges tun, das auch Freude bereitet!
Nach der Berufsausbildung hatte ich zuerst an der FH begonnen zu studieren. Mir wurde es dort – leider wahr – zu eng. Gegen alle Ratschläge wechselte ich an die Ludwigs-Maximilians-Universität – eine absolut richtige Entscheidung! Dort zu studieren hat mir richtig Freude bereitet und mich enorm motiviert.
Was war die Motivation sich an der Fakultät WF zu bewerben?
Die Erwartung, relativ selbständig für den Wald und die Waldwirtschaft zu arbeiten, Wald zu gestalten, etwas zu forschen und junge Menschen für die naturnächste Form der Landnutzung zu begeistern. Wichtig war mir, waldbaulich selbst Hand anzulegen, etwas zu machen, nicht nur zu reden! Es motiviert mich enorm zu zeigen, wie sich der althergebrachte, einförmige Wald verändern lässt. Und das gelingt recht schnell! Im Lehrwald kann ich das an vielen Beständen nachweisen.
Wenn Sie sich an Ihr Studium zurückerinnern und es mit dem heutigen Studium an der Fakultät WF vergleichen, welche Unterschiede fallen Ihnen dabei am stärksten ins Auge?
Die Möglichkeiten, sich blitzschnell und umfassend zu informieren. "Wissen" ist scheinbar beliebig verfügbar geworden.

Was waren in all den Jahren die Dinge, die Sie am meisten geschätzt haben?
Am meisten geschätzt habe ich die Zusammenarbeit mit den Studierenden, die vielen gelungenen Exkursionen, die guten Kontakte zu Forstleuten, Wissenschaftler:innen und natürlich zu den Kolleginnen und Kollegen.
Was waren persönliche Höhepunkte für Sie?
Zu den Höhepunkten gehören sicherlich die hohe Nachfrage nach Studienplätzen in Weihenstephan, die Fertigstellung des Neubaus der Fakultät im Jahr 2003 sowie die Gründung des Zentrums Wald-Forst-Holz. Fachliche Höhepunkte waren für mich Auslandsexkursionen und das Forschungssemester bei 'First Nations' in den USA.
Wo sehen Sie künftig die größten Herausforderungen in Ihrem Arbeitsfeld?
Eine große Herausforderung ist mit Nachdruck zu zeigen, dass moderne Forstwirtschaft beweist, wie nachhaltig auf diesem Planeten gewirtschaftet werden kann. Dazu braucht es umfassend kenntnisreiche Experten im Waldbau. Von Stilllegungen alleine kann keiner überleben.
Was bedeutete Ihnen das Zentrum Wald Forst Holz?
Es ist eine lebende, große Chance, die stetig genährt werden muss.
Was würden Sie der Fakultät und dem Zentrum gerne noch für die Zukunft mit auf den Weg geben?
Der Fakultät wünsche ich weiterhin die notwendige Weitsicht in fachlichen Fragen. Im Zentrum könnte man verstärkt außerfachliche gemeinsame Veranstaltungen praktizieren. Wer sich gut kennt und wertschätzt, leistet im Verbund gemeinsam mehr als in einzelnen Teilen.
Wissenschaft und Lehre sind oft mehr Berufung als Beruf. Haben Sie vor, sich weiterhin für die Forschung und/oder die Lehre zu engagieren?
Ja, in bescheidenem Umfang in noch laufenden Projekten. Auch in der Lehre, wenn dringender Bedarf gesehen wird. Mehrere Vortragsanfragen freuen mich, aber alles hat seine Zeit.
Wissen Sie schon mit welchen Beschäftigungen Sie Ihr Plus an Freizeit füllen wollen?
Na klar! Kinder und Enkelkinder freuen sich auf Besuche, in zwei forstlichen Vereinen darf ich mitwirken, Projekte laufen noch und jagen motiviert. Aber auch zu Wasser und zu Lande warten Überraschungen, diese kennenzulernen lockt ... ... ob die freie Zeit ausreicht?
Das Interview führten Matthias Straßer, HSWT und Christoph Josten, ZWFH
Weitere Informationen
31. Weihenstephaner Forsttag: https://www.hswt.de/presse/news/article/31-weihenstephaner-forsttag-ist-die-oekologische-waldwirtschaft-der-koenigsweg-fuer-waelder-im-klimawa.html
Verabschiedung Prof. Schölch durch Fachschaft und Studierende auf Instagram: https://www.instagram.com/p/CXBvzPlsZgv/





