Waldbaulicher Austausch mit Sachsenforst – Marteloskopeinsatz
Nach zwei Corona bedingt vergeblichen Anläufen nutzten 12 Forstleute von Sachsenforst Anfang April 2022 die Möglichkeit, sich über den Einsatz von Marteloskopen in der Bayerischen Forstverwaltung zu informieren. Der Austausch kam nach Anfrage durch die sächsischen Kollegen auf Empfehlung des European Forest Institutes (EFI) in Bonn zustande. Anlass war, dass die Geschäftsleitung von Sachsenforst entschieden hatte, in Beispielrevieren Marteloskope für eine integrative naturgemäße Waldbewirtschaftung zu erstellen. Diese wurden auch schon in größerem Umfang eingerichtet, allerdings noch ohne ein entsprechendes Nutzungskonzept für deren Anwendung. Revierleiter*innen solcher Beispielsreviere haben über fünf Jahre die Möglichkeit, in ihren Revieren beispielhaft ausgewählte waldbauliche Methoden und Herangehensweisen anzuwenden, um diese dann als „Best Practice-Beispiele“ anderen Revierleiter*innen vorzustellen.
Durch die beiden Waldbautrainer der Bayerischen Forstverwaltung instruiert, lernten Sie sowohl Methodik/Didaktik des Waldbautrainings als auch spezielle Elemente wie den Umgang mit der EFI-Software INTEGRATE+ auf Tablets und die Grundzüge des Standortinformationssystems BaSIS kennen. Nach der Analyse des Bestands wurden die Ziele für den bevorstehenden Eingriff und darüber hinaus in Kleingruppen erarbeitet. Die anschließende Auszeichnung und die unmittelbar danach zur Verfügung stehenden Auszeichnungsergebnisse ermöglichten eine intensive waldbauliche Diskussion um die unterschiedlichen Herangehensweisen im waldbaulichen Umgang mit dem Kiefern-Buchen-Bestand mit Lärche und Fichte. Die beteiligten Kollegen waren beeindruckt von BaSIS, gaben ein sehr positives Feedback zum Waldbautraining und dem Umgang mit dem Instrument Marteloskop wieder und fuhren mit neuen Eindrücken, Informationen und Ideen zurück nach Sachsen.
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zur Website der Abteilung Waldbau und Bergwald der LWF
Naturpark Altmühltal gewinnt Dätzel-Medaille
Aiwanger gratuliert den Preisträgern
Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan zeichnete den Naturpark Altmühltal für seine Ausstellung „WaldZukunft? Klimawandel, Wald und Du!“ mit der Georg-Dätzel-Medaille aus. Die Ausstellung des Naturparks zeigt die Waldschäden im Altmühltal und ruft jeden Einzelnen zu mehr Klimaschutz auf. Die Preisverleihung fand am 11. Mai 2022 am Jahresempfang des Forstzentrums mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger statt.

Dr. Peter Pröbstle, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft begrüßte die Gäste aus Politik, Verbänden und Wissenschaft. Pröbstle sprach in Vertretung für Prof. Dr. Klaus Richter, dem Leiter des Zentrums. Mit dem Preis werden Projekte, Initiativen oder Aktionen gewürdigt, die die Anwendung und Umsetzung von Waldwissen in der forstlichen Praxis oder seine Verbreitung in der Öffentlichkeit fördern und damit die Brücke zwischen dem forstlichen Kompetenzzentrum Weihenstephan und der Gesellschaft schlagen. „Prämiert wurde vorwiegend die Ausstellung, aber ebenso die Kooperation zwischen den verschiedenen beteiligten Organisationen – neben dem Naturpark wirkten der BUND Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz, die Bayerischen Staatsforsten AöR sowie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt-Pfaffenhofen maßgeblich an der Ausstellung mit“, so Pröbstle in der Laudatio.
„Wir müssen die Leute aufrütteln, damit wir auch in Zukunft noch eine lebenswerte Umwelt haben!“
„Das Thema Klimawandel brennt uns allen – den Förstern, den Naturschützern und natürlich auch uns im Naturpark – unter den Nägeln“, betonte Monika Klement vom Informations- und Umweltzentrum Naturpark Altmühltal bei der Preisverleihung. „Wir müssen die Leute aufrütteln, damit wir auch in Zukunft noch eine lebenswerte Umwelt haben!“ Dazu leistete die Ausstellung einen wichtigen Beitrag, denn sie fokussiert sich nicht nur auf die Schäden im Wald, sondern zeigt auch was bereits für den Klimaschutz und damit auch für den Wald getan wird. Darüber hinaus appelliert sie an jeden Einzelnen und an die Politik zu handeln. Regionalität, umweltbewusst konsumieren und reisen, nachhaltig wohnen und bauen und die erneuerbare Energieversorgung sind ein paar Stichworte, die den Gestaltungsspielraum jedes Einzelnen aufzeigen.
„Der Wald wird aber nicht nur als Opfer des Klimawandels, sondern dank seiner vielfältigen Ökosystemleistungen auch als Hoffnungsträger gezeigt“, ergänzt Professor Dr. Reinhard Mosandl, der als Vorsitzender des Fördervereins Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan e.V. die Medaille an Monika Klement überreichte.
„Holznutzung ist aktiver Klimaschutz!“
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ging in seiner Rede auf die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft in der bayerischen Bioökonomie sowie im Klimaschutz ein: „Holz ist ein wichtiger Bestandteil der heimischen Bioökonomie. Nachhaltige Nutzung, wie sie in Deutschland seit Jahrhunderten betrieben wird, ist der beste Schutz unserer Wälder und ersetzt fossile Rohstoffe. Von der Energiegewinnung über Baumaterial bis hin zu Papier, Verpackungsmaterial und Vorprodukten für
die chemische Industrie wie Lignin bietet das Holz eine breite Palette an unverzichtbaren Nutzungen. Holznutzung ist aktiver Klimaschutz! Die 700 000 privaten Waldbesitzer tragen genauso wie der öffentliche und staatliche Waldbesitz für die Stabilität der Wälder eine große Verantwortung. Hierbei ist die fachkundige Bewirtschaftung das Gebot der Stunde.“
Mit 40 Milliarden Euro Umsatz ist das Cluster Forst und Holz ein bedeutender Wirtschaftszweig und wichtiges Standbein im ländlichen Raum. Holz ist der energieeffizienteste Baustoff, regional verfügbar und damit besonders klimafreundlich. Zusätzlich speichert jeder Kubikmeter verbautes Holz eine Tonne Kohlendioxid. In Zeiten sich verknappender Energieversorgung rückt Holz auch verstärkt als Energieträger in den Fokus.
Stehempfang auf Einladung des Fördervereins
Beim anschließenden Empfang tauschten sich der Staatsminister, Abgeordnete, Vertreterinnen und Vertreter der Verbände, Forstwissenschaftler und Studierende aus. Dank geht an den Förderverein des Forstzentrums, der den Jahresempfang alljährlich unterstützt und die Dätzel-Medaille stiftet.
Die Ausstellung „WaldZukunft? Klimawandel, Wald und Du!“ war im Sommer und Herbst 2021 im Einsatz und soll auch weiter ausgestellt werden. Interessenten können sich an den Naturpark Altmühltal wenden.

Weitere Informationen
Georg-Dätzel-Medaille des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan
Tagung der AG Gastbaumarten
Die Tagung der Arbeitsgemeinschaft Gastbaumarten der Sektion Waldbau im Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten fand am 20. bis 21. April 2022 auf Einladung von Prof. Dr. Manfred Schölch am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan statt. Für Schölch, den Gründer und langjährigen Leiter der Arbeitsgemeinschaft Gastbaumarten war die Tagung zugleich ein Abschied. „Die AG Gastbaumarten in der Sektion Waldbau im Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten hat sich seit 2007 sehr gut entwickelt. Jedem der sich mit Wald beschäftigt ist inzwischen klar, dass wir uns intensiv mit Baumarten beschäftigen müssen, gerade auch mit nicht heimischen. Fundierte Informationen über Chancen und Risiken sind unverzichtbar“, so Schölch. Als neuer Leiter der AG Gastbaumarten wurde Prof. Dr. Torsten Vor (HAWK Göttingen) einstimmig gewählt; er übernimmt die Aufgabe vom bisherigen Leiter, Dr. Bertram Leder.

Exkursion im Weltwald
Die Tagung startete mit einer Exkursion in den „Weltwald", das Landesarboretum der Bayerischen Staatsforsten. Hier erläuterte Herbert Rudolf, Leiter des Weltwaldes, die strengen sachlich-ökologischen Kriterien und die Bedeutung feiner standörtlicher Unterschiede bei der Anlage von Arboreten. Zahlreiche Anbauten entwickeln sich prächtig, bedürfen jedoch auch intensiver Pflege. Der Weltwald wird von der Bevölkerung sehr intensiv besucht, wobei in erster Linie ästhetische Kriterien von Interesse sind.
Erkenntnisse der Tagung
Am zweiten Tag standen Kurzvorträge zum aktuellen Forschungsstand auf dem Programm. Als Erkenntnisse können folgende Punkte festgehalten werden:
- Eine bestimmte Baumart kann aus unterschiedlichen Herkunftsgebieten stammen, wobei diese äußerlich nicht erkennbare, jedoch erheblich unterschiedliche, Eigenschaften aufweisen kann. Daher sind Herkünfte praktisch ebenso bedeutsam wie Arten.
- Pflanzgut sollte nur von eindeutig geklärten und gesicherten Herkünften verwendet werden, am besten von solchen aus Samenplantagen.
- Um ggf. geeignete nichtheimische Baumarten bzw. Herkünfte identifizieren zu können, ist die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit örtlichen (meist staatlichen) Experten unverzichtbar. Kommerzielle Unternehmen können dies kaum leisten. Bereisungen im Vorfeld sind unumgänglich.
- Es werden deutschlandweit immer mehr ältere Anbauten bekannt, die jedoch vielfach ohne Herkunftsangaben existieren.
- Private Waldbesitzer müssen über den Anbau von Gastbaumarten beraten werden, da der "freie" Markt detaillierte Informationen oftmals nicht bieten kann.
- Leitlinien für Baumarten eignen sich gut, um Unsicherheiten zu mindern und Fehlanbauten zuvorzukommen. Allerdings sind Schulungen notwendig, um sowohl Vorurteile abzubauen als auch Risiken zu verdeutlichen.
- Bisherige Erfahrungen beziehen sich auf die Vergangenheit. Um die Potentiale von Baumarten für die zu erwartende Zukunft im Klimawandel einschätzen zu können, müssen neue Verfahren angewandt werden. Analoggebiete ("Zwillingsregionen") können hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Auch in dieser Hinsicht erweisen sich intensive Kooperationen mit dortigen Experten als unverzichtbar.
- Innerhalb Europas existieren zahlreiche Baumarten, die eine gute Prognose im Klimawandel zulassen. Anteile von Fichte und Kiefer werden weiterhin abnehmen.
- Angesichts des Umstandes, dass wir in Deutschland bisher im Wesentlichen mit nur einer Handvoll Baumarten arbeiten, wird es zukünftig wesentlich vielfältiger werden müssen: Baumarten (Herkünfte), Mischungen, Strukturen, Produktionszeiten etc. müssen sich aufweiten, um den zu erwartenden Risiken zu begegnen und Chancen gerecht zu werden. Dies gilt auch für Anbauten wie etwa "Anreicherungskulturen" anstelle von flächig homogenen Pflanzungen alter Art.
- Zunehmend stellen sich Fragen zur "potentiell natürlichen Vegetation". Angesichts der dynamischen Entwicklungen werden statische Ansätze nicht mehr ausreichen.
- Es wird bunter und vielfältiger werden!
Website des DVFFA
Frühjahrssitzung 2022 des Arbeitskreises Forstgeschichte
Herkunft und Zukunft der Buche – Baum des Jahres 2022
Der Arbeitskreis Forstgeschichte in Bayern hat sich auf seiner 60sten Sitzung mit der Buche beschäftigt. Pandemiebedingt fand die Veranstaltung als online-Konferenz mit insgesamt 57 Teilnehmenden statt. Die Buche wurde 2022 als erster Baum zum zweiten Mal nach 1990 zum Baum des Jahres gewählt. Sie gilt als die „Mutter des Waldes“, weil sie für den Wasserhaushalt und den Humus im Wald sehr förderlich wirkt und ohne den Menschen die dominierende Baumart in Mitteleuropa wäre.
In unserer Sprache und Kultur ist die Buche fest verankert: über 1500 Ortsnamen gehen auf die Buche zurück, wie Mariabuchen oder Heimbuchenthal. In Buchenstäbchen, die als Orakel dienten, wurden von den Germanen kleine Zeichen (Runen) geritzt. Unsere „Buchstaben“ weisen auf diesen Zusammenhang hin. Aus dem Holz der Buchen wurden später dünne Schreibtäfelchen hergestellt, die zusammengeheftet und so Vorläufer der heutigen Bücher wurden. Nach dieser kulturellen Einführung lag der Schwerpunkt allerdings auf der naturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Buche.
Nacheiszeitliche Ausbreitung der Buche

Der renommierte Geobotaniker Prof. Hans-Jörg Küster von der Universität Hannover berichtete über die nacheiszeitliche Ausbreitung der Buche. Als sich die Gletscher vor 10.000 Jahren zurückzogen, wanderten die Baumarten, die die Eiszeit im Mittelmeerraum überdauert hatten, im Laufe der folgenden Jahrtausende zurück. Wegen der unterschiedlichen Fruchtgröße und Verbreitungsart dauerte diese Rückkehr unterschiedlich lang. Das kann man gut anhand von abgelagerten Baum-Pollen in Mooren rekonstruieren. Auf Kiefern- und Birkenwälder folgten Eichenwälder mit Ulmen und Linden. Die Buche – so Küster – sei als eine der letzten Baumarten zurückgekehrt. Dabei sei ihre Ausbreitung, auffällig parallel zur Ablagerung von Getreidepollen in Mooren, die den damals in Europa eingeführten Ackerbau belegen. Küster erklärt den Zusammenhang so: Im dichten Urwald hätte die Buche keine Chance gehabt sich anzusamen und heranzuwachsen, aber auf aufgelassenen Feldern, die in einer ersten Sukzession von Birken und Kiefern licht bestockt wurden. Unter diesem lichten Schirm der Pionierbaumarten hätte sich dann die Buche gut etablieren und mit dem damals üblichen Wanderfeldbau über diese sekundäre Wiederbewaldung gut ausbreiten können. Auch sei der Höhepunkt der Buchenverbreitung erst um 1000 nach Christus erreicht worden.
Zukunft der Buche
Dr. Tobias Mette, Biologe und Modellierer an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, stellte die Zukunft der Buche für verschiedene Klima-Szenarien vor. Dabei wird die Buche beim mildesten Szenario (RCP 2.6), das den klimapolitisch gesetzten globalen Temperaturanstieg um maximal 2,0° Grad erfüllt, weiterhin vital sein. Lediglich am Oberrhein wird die Buche verschwinden und auf der fränkischen Platte deutlich in Stress geraten. Beim Szenario RCP 4.5, das einer (globalen) Erwärmung von ca. 2,6 °C gegenüber dem vorindustriellen Wert entspricht, wird die Buche in Teilen Frankens verschwinden und ebenso im Tertiären Hügelland im Raum um Straubing. Gleiches gilt für das Rhein-Main-Gebiet und weite Teile Brandenburgs und Sachsen-Anhalts. Außer in den Mittelgebirgslagen, wird die Buche überall in Stress geraten. Deutschland ist damit nur noch bedingt im Optimum der Buche, das sich nach Skandinavien verlagert. Das extremste Szenario RCP 8.5 entspricht einer Erwärmung der globalen Mitteltemperatur bis zum Jahr 2100 auf etwa 4,8 °C im Vergleich mit dem vorindustriellen Zustand. In diesem Fall sind nur noch die Hochlagen der Mittelgebirge und der Alpenraum für die Buche geeignet. Derzeit steuern wir auf eine Erwärmung um die 3° Celsius zu, also zwischen den Szenarien RCP 4.5 und RCP 8.6.
Die Diskussion zu den Vorträgen war rege und durchaus kontrovers.
Joachim Hamberger
Weitere Informationen zum Arbeitskreis Forstgeschichte
Die nächste Sitzung des AK Forstgeschichte in Bayern wird am 14.10.2022 in Präsenz in Aschaffenburg sein. Dort soll Professor Karl Gayer, der berühmte Waldbauer, der dort wirkte, im Mittelpunkt stehen, denn 2022 ist sein 200stes Geburtsjahr.
LWF regional – Unterfranken
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft veranstaltet auch 2022 wieder die Tagung „LWF regional“ – dieses Mal für Unterfranken! Dabei werden aktuelle Themen zum Wald und forstliche Schwerpunktthemen aus der Region Unterfranken aufgegriffen. Zielsetzung ist aber nicht nur der Wissenstransfer in die Praxis der Forstverwaltung, der Forstbetriebe und der forstlichen Selbsthilfeeinrichtungen, sondern auch der Dialog mit den Forstleuten aus der Region. Forstwissenschaftler stellen dabei aktuelle Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten vor und stehen Ihnen via Liveschaltung, Chat oder E-Mail Rede und Antwort.
Coronabedingt wird auch diesmal die Tagung wieder in einem digitalen Format angeboten, der regionale Bezug bleibt jedoch überwiegend erhalten.
Die Onlinetagung findet am 26. April 2022 von 09:00 bis 12:15 statt. Eingeladen sind alle Interessierten.
Anmeldung und weitere Informationen
zur Veranstaltungs-Website der LWF
Kitze retten und Wissenschaft unterstützen
Jedes Jahr fällt die Setz- und Aufzuchtzeit von vielen Jungtieren, wie z.B. Rehkitzen, mit der Frühjahrsmahd zusammen. Die Jungtiere werden aufgrund der guten Deckung und des Nahrungsangebots häufig in Grünlandflächen abgelegt. In den ersten Lebenswochen haben die Rehkitze keinen Fluchtreflex, sondern drücken sich bei annähernder Gefahr. Dadurch können Rehkitze jedoch von landwirtschaftlichen Maschinen erfasst werden. In dem Forschungsprojekt „Wildtierrettungsstrategien“ arbeiten die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und die Technischen Universität München (TUM) zusammen, um Maßnahmen zur Wildtierrettung zu erforschen. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die wildbiologischen Hintergründe, wie das Geißen- und Kitzverhalten, besser zu verstehen und verschiedene gängige Maßnahmen der Wildtierrettung, wie Detektions- und Vergrämungsmaßnahmen, zu evaluieren und zu optimieren. Unser gemeinsames Ziel ist: „Mehr Rehkitze sollen den Sommer erleben!“. Um dieses Ziel zu erreichen, möchten wir Sie um Ihre Mithilfe bitten.
Wenn Sie in den kommenden Wochen bei Ihrer Tätigkeit Kitze finden oder gezielt zu mähende Flächen absuchen, können Sie uns unterstützen- Melden Sie uns die Informationen zu den genauen Liegeplätzen der Tiere über ein Onlineformular z.B. mit Ihrem Mobiltelefon. Genauso wichtig für unser Projekt sind Informationen über landwirtschaftliche Flächen, in denen keine Kitze gefunden wurden, sowie die von Ihnen eingesetzten Techniken und Maßnahmen (https://www.wildtierportal.bayern.de/wildtierrettungsstrategien oder den QR-Code rechts scannen). Die Meldung ist alternativ auch über einen Aufnahmebogen mit Rücksendung per Post, Email oder Fax möglich (siehe gleicher Link und dann an kitzmeldung.oekoklim.wzw@tum.de). Alle übermittelten Daten sind für Dritte nicht zugänglich, werden selbstverständlich anonymisiert abgespeichert und auch nur anonymisiert ausgewertet.


Wir würden uns sehr über Ihre Unterstützung freuen. Mit Ihrer Erfahrung und der Übermittlung Ihrer Daten tragen Sie dazu bei, die Methoden zur Rettung von Wildtieren in den kommenden Jahren zu optimieren. Gerne dürfen Sie diesen Aufruf und den angefügten Link/QR-Code weiterleiten.
Ihr Team „Wildtierrettungsstrategien“

Sylviculture oeconomica
Wiederauflage des Urbuchs der Nachhaltigkeit
Hans Carl von Carlowitz, der als Oberberghauptmann in Sachsen wirkte, hat den Begriff der Nachhaltigkeit 1713 in die Forstwissenschaft eingeführt und damit langfristige Planung und ganzheitliche Vorsorge beschrieben. Carlowitz hatte ganz Europa bereist und in seinem Buch Antworten für eine bessere Forstpraxis zusammengetragen. Je größer die Energie- und Rohstoffkrise in den folgenden Jahrhunderten wurde, desto mehr wurde das Problem in Wörtern wie „Holznot“, “Ressourcenknappheit“ oder „Energiekrise“ verdichtet und die Lösung im Wort „Nachhaltigkeit“ komprimiert, stellt Joachim Hamberger, der Herausgeber, in seiner wissenschaftlichen Einführung fest. So entwickelte sich der Begriff Nachhaltigkeit seit dem 19. Jahrhundert zum Leitbegriff allen forstlichen Handelns und ist heute die Vision für eine gerechte und an die Natur angepasste Welt im 21. Jahrhundert.
Hans Carl von Carlowitz, Sylvicultura oeonomica; 640 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag; ISBN 978-3-96238-356-5; Print 75,00 € / 77,30 € (AT), E-PDF 59,99 € / 60,99 € (AT)
Hans Carl von Carlowitz
Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) ist als Schöpfer des Begriffes Nachhaltigkeit bekannt. Mit seinem Hauptwerk, der Sylvicultura oeconomica (1713), legte der Universalgelehrte das erste geschlossene Werk über die Forstwirtschaft vor. Als Leiter des Oberbergamtes Freiberg kritisierte er den Raubbau an der Ressource Holz und formulierte den Grundsatz, dass immer nur soviel Holz entnommen werden darf, wie natürlicherweise nachwächst. Die Vielfalt der Bäume begeisterte ihn, das kommt auch in seinen Texten zum Ausdruck.
Dr. Joachim Hamberger
Dr. Joachim Hamberger hat mit der kommentierten Edition die Sylvicultura oeconomica einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht. Er studierte Forstwissenschaften in München und war viele Jahre im Bildungsbereich und an Forstämtern tätig. Heute wirkt er am Bayerischen Amt für Waldgenetik in Teisendorf. Er ist Vorsitzender des Vereins für Nachhaltigkeit e.V. und lehrt Forst- und Umweltgeschichte an der TU München, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Universität der Bundeswehr in Neubiberg.
Interview mit Carlowitz – Ein Podcast
Der Podcast ist ein (fiktives) Interview mit Hans Carl von Carlowitz, das zu der Neuerscheinung seines berühmten Nachhaltigkeits-Buches, der Sylvicultura oeconomica, gemacht wurde. Es soll den Geist des (dicken) Carlowitz-Buches auf lockere (und kurze) Weise vermitteln (32 min). Am Ende sind auch der Klimawandel, der notwendige Waldumbau und Fridays for Future eingebaut.
Zum Verlag
Neue Professur an der Faktultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT
Richard Zinck auf die Professur Digital Forestry berufen
Professor Dr. Richard Zinck studierte Angewandte Informatik und Forstwissenschaften in Göttingen und Göteborg und promovierte am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Dort forschte er in der Arbeitsgruppe Ökologische Systemanalyse an der Dynamik von großen Waldbränden über lange Zeiträume mit Fokus auf Übergänge von leichten zu starken Feuerregimen. In seinem Postdoc an der University in Michigan in Ann Arbor führte er die Modellbildung und Simulation im Bereich Epidemiologie weiter und erforschte die räumliche Ausbreitung von Pathogenen. Er wechselte in die Industrie zu BMW wo er als Data Scientist und Lead Cloud Solution Architect arbeitete. Ziel war es Technologien und Trends aus der IT-Industrie für die Automobilindustrie zu evaluieren und im Konzern mehrwertig zu verankern. Diese Expertise nimmt Zinck mit in die Professur für Digital Forestry an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, auf die er zum Februar 2022 berufen wurde. Der Fokus der Professur liegt auf Themen zur Digitalisierung der Forstwirtschaft, im Forschungsinteresse stehen die Verbindung von modernen Public Cloud Infrastrukturen mit Machine Learning Verfahren in der Wertschöpfungskette forstlicher Betriebe.
Kontakt
Studierendenwettbewerb zum „Grünen Entrée“ ins Forstzentrum entschieden
Seit dreißig Jahren präsentiert sich die Freifläche am Westeingang zum Forstzentrum auf dem Weihenstephaner Campus seinen Besucherinnen und Besuchern als Schotterfläche für parkende Autos und einer dazwischen platzierten Holzskulptur des renommierten Bildhauers Rudolf Wachter. Ursprünglich war an dieser Stelle ein "Grünes Entrée“ zum Forstzentrum geplant. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs erarbeiteten nun Studierende der Landschaftsarchitektur Gestaltungsvorschläge für eine repräsentative Aufwertung des Westeingangs zum Campus.

Lisa Hirschberger begeisterte mit ihrem Entwurf "BRÜCKEN.SCHLAGEN" die Jury und erhielt den mit 1.000 Euro dotierten 1. Preis. Ihre Arbeit überzeugt mit dem Plan für einladenden grünen Empfangsraum, der den Ausblick in die angrenzende Feldflur gekonnt inszeniert. Eine elegante Fußgängerbrücke in Holzbauweise überspannt die Griesfeldstrasse und verspricht, als Landmarke das Forstzentrum zu akzentuieren.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie auf der Website des Lehrstuhls für Landschaftsarchitektur und Transformation von Professor Dr. Udo Weilacher




