Bayerisches Forstfrauen-Treffen in Franken 2022
Rund 40 berufstätige und angehende Försterinnen aus Bayern haben sich am 20. und 21. Oktober 2022 zu einem zwei-tägigen Treffen in Franken zusammengefunden. „Das ist eine erfreulich große Zahl“, freute sich Elfi Raunecker, Behördenleiterin am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg (AELF), Forstfrau der ersten Stunde und Gleichstellungsbeauftragte der Bayerischen Forstverwaltung.

Das Bayerische Forstfrauen-Treffen findet seit 1998 einmal im Jahr statt. Das Treffen wurde initiiert, um Frauen in dem männlich geprägten Forstbereich ein eigenes Forum für den gegenseitigen Austausch, zur Motivation und Vernetzung zu bieten. Corona-bedingt musste das Treffen in den letzten beiden Jahren ausfallen. Das diesjährige Treffen wurde von den Gleichstellungsbeauftragten der Bayerischen Staatsforsten und der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft mit Unterstützung des Interreg-Projekts „Fem4Forest – Wald in Frauenhänden“ organisiert.
Der erste Tag des diesjährigen Forstfrauen-Treffens fand in Handthal im Steigerwald-Zentrum statt, wo Nachhaltigkeit und Waldbewirtschaftung erlebbar gemacht werden. Neben dem Kennenlernen des Zentrums stand ein World Café zum Thema Führung im Forst auf der Tagesordnung und wurde eine Handreichung für ein Mentoring von weiblichen Nachwuchskräften im Forst intensiv diskutiert. Die Ergebnisse des ersten Tages werden aufbereitet und gegenüber Entscheidungsträgern kommuniziert.
Am zweiten Tag haben die Teilnehmerinnen den Irtenberger Naturwald bei Kist im Landkreis Würzburg besucht. Christoph Riegert, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Arnstein informierte dort über den neu ausgewiesenen Naturwald und Elfi Raunecker stellte das druckfrische Naturwaldentwicklungskonzept vor. Bis 2023 sollen 10% der Bayerischen Wälder zu Naturwäldern werden. Der rund 500 Hektar große Bereich im Irtenberger Wald ist dabei der allererste.
Das nächste Bayerische Forstfrauen-Treffen ist für den Herbst 2023 vorgesehen. Die Veranstaltung wird rechtzeitig angekündigt und über verschiedene Kanäle bekannt gegeben.
Semesterstart am Forstzentrum Weihenstephan WS2022/23
Auch dieses Jahr sind die Forst- und Nachhaltigkeitsstudiengänge am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan (ZWFH) besonders beliebt. In diesen Studiengängen haben an der Technischen Universität München (TUM) und an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) insgesamt fast 600 junge Menschen ihr Studium aufgenommen.

Um einen Studienplatz beworben haben sich über 2000 Interessierte. Mit 598 Bewerbungen ist der Bachelor-Studiengang Forstingenieurwesen an der HSWT der am stärksten nachgefragte, dicht gefolgt vom Master Sustainable Resource Management an der TUM mit 586 Bewerbungen. Nicht alle Bewerber können einen Studienplatz erhalten, den Studienplatz angenommen haben in diesen Studiengängen 130 bzw. 124 Personen.
Am meisten Studienanfänger verzeichnet der Bachelor-Studiengang Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement an der TUM mit 150 Immatrikulierten (375 Bewerbungen). Der Master Forst- und Holzwissenschaft (TUM) ist mit 64 Bewerbungen und 30 Immatrikulationen dieses Jahr nicht ganz so stark nachgefragt.

Die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT beteiligt sich an verschiedenen weiteren Studiengängen. So starten im Bachelor Management Erneuerbarer Energien 92 Studierende im ersten Semester (193 Bewerbungen), im Master Business Management und Entrepreneurship Erneuerbare Energien sind es 31 (85 Bewerbungen). Mit 30 neuen Studierenden im Master Climate Change Management sind die Studienplätze hier voll ausgeschöpft (215 Bewerbungen).
Die Geschäftsstelle des ZWFH hieß die neuen Studierenden herzlich willkommen. Dank der Unterstützung des Fördervereins Zentrum WFH e.V. konnten zahlreiche Begrüßungstaschen überreicht werden.
Junges Netzwerk Forst – Hochschulgruppe Weihenstephan
JNF und Bayerischer Forstverein bei der Karl-Gayer-Tagung in Aschaffenburg

Anlässlich der Karl-Gayer-Tagung am 14. und 15. Oktober 2022 in Aschaffenburg organisierte das Junge Netzwerk Forst (JNF) – die Nachwuchsorganisation des Forstvereins – ein gemeinsames Wochenende für Studierende. Finanziert vom Bayerischen Forstverein konnten so zehn jungen Försterinnen und Förster an der Tagung teilnehmen. Unterstützt durch die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) stand eine abendliche Waldführung im Forstbetrieb Heigenbrücken durch den Forstbetriebsleiter Maurice Schwarz sowie eine Übernachtung auf einer BaySF-Hütte im Spessart an. Nach Corona-geprägten Semestern erfreuten sich insb. die Studierende der TU München sowie der HSWT Weihenstephan über den institutionsübergreifenden Austausch und die Eindrücke aus der forstwirtschaftlichen Praxis.
Vortrag von Ulrich Mergner und Vorstellungsabend Junges Netzwerk Forst
Am 8. November lud die JNF-Hochschulgruppe am Campus Weihenstephan zu einer Abendveranstaltung mit Gastredner Ulrich Mergner ein. Mergner hat langjährig den BaySF-Forstbetrieb Ebrach geleitet und zu Waldnaturschutz, insbesondere dem Trittsteinkonzept, publiziert. Unter dem Titel „Denken ohne Abwägen – der Beitrag junger FörsterInnen zu Wald im Wandel“ spannte er einen Bogen vom Denken an sich – selbständig & miteinander, historisch & zukunftsorientiert, kritisch & hoffnungsvoll – über Beispiele aus der forstlichen Praxis, den Herausforderungen im Klimawandel bis hin zum Waldnaturschutz. Im Anschluss stellte Dr. Roman Koster als Landesvertreter Bayern das Junge Netzwerk Forst sowie den Forstverein näher vor. Über den Wechsel der Hochschulvertretung in Weihenstephan haben wir bereits in der September-Ausgabe (Punkt 2.10) berichtet – Ina Hohle, duale Studentin der BaySF an der HSWT, steht unter forst.tu-muenchen@jungesnetzwerkforst.de sowie eine Whatsapp-Gruppe als Ansprechpartnerin für alle Studierende von TUM und HSWT zur Verfügung.
Beide Aktionen standen im Zeichen der Schlagworte von JNF und Forstverein: Kennenlernen – Austauschen – Weiterbilden – Anstoßen – Netzwerken.
Beiträge aus Forst & Holz zum TUM Sustainability Day 2022
Der erstmalig ausgetragene TUM Sustainability Day fand am 27. Oktober 2022 an allen Standorten der Universität statt. Ob Forschung, Lehre oder Entrepreneurship – es gab viele Nachhaltigkeitsthemen zu entdecken. Präsident Thomas F. Hofmann stellte an diesem Tag zum ersten Mal die TUM Sustainable Futures Strategy 2030 vor. In Weihenstephan gab es zahlreiche Aktionen und Informationsstände im Zentralen Hörsaalgebäude und auf dem Campus.

Zum Beispiel hatte die Forschungsgruppe Stoffstrommanagement der Holzforschung München um Prof. Dr. Gabriele Weber-Blaschke einen eigenen Stand, an dem die von TUM-Absolventen, Mitarbeitern und Studierenden entwickelte ClimateWe-App vorgestellt und erklärt wurde. Die App möchte die Nutzer dabei unterstützen das Konsumverhalten klimafreundlich neu auszurichten, jeder kann mit ihr auch seinen persönlichen CO2-Fußabdruck berechnen.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Nachhaltigkeitsbewertung und Klimaschutzleistungen von Wald und Holz rund um die holzbasierte Bioökonomie. Das von Besuchern begeistert gespielte Holz-Quiz am Stand wurde durch Give aways vom Forstzentrum unterstützt. Am Stand daneben zeigte Professor Benz von der HFM (Professur für Pilz-Biotechnologie in der Holzwissenschaft) mit seiner Forschungsgruppe Beispiele für „Fungis for Future“, wie Pilze für das Erreichen einer zirkulären Bioökonomie, sowohl als Material (z.B. in Pilz-Holz-Kompositen) als auch biotechnologisch von Bedeutung sind.

Die Pflanzentauschbörse wurde von den Fachschaft Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement an der TUM in Zusammenarbeit mit der IFSA Hochschulgruppe organisiert. Von der Grünlilie über Aloe Vera bis Passionsfrucht und Orchideen oder Kakteen gingen hier verschiedenste Zimmerpflanzen über den Tresen.
Weihenstephaner Forsttag: Vom Waldsterben zum Klimawandel
50 Jahre Forstausbildung an der HSWT

Am 32. Weihenstephaner Forsttag am 30. September und 01. Oktober 2022 gab es ein besonderes Jubiläum zu feiern, denn genau vor 50 Jahren startete die Forstausbildung an der damaligen Fachhochschule Weihenstephan. Dem Anlass entsprechend nahmen mit Forstministerin Michaela Kaniber und Wissenschaftsminister Markus Blume gleich zwei Staatsminister an der Veranstaltung teil und lobten in ihren Grußworten die in Weihenstephan angebotene forstliche Ausbildung.
Der weitere Vormittag wurde zu einem Rückblick aus den Augen von vier unterschiedlichen Alumni des Studiengangs genutzt. Nicole Schmidtmeyer (Betriebsleiterin der Heiliggeist-Spital-Stiftung Nürnberg), Stephan Millitzer (Projektleiter Bayerisches Waldinformationssystem an der LWF), Steffi Klatt (Geschäftsführerin Umweltbildungsstätte Haus im Moos) und Manfred Kröninger (Finanzvorstand Bayerische Staatsforsten AöR) zeigten in Ihren Rückblicken die Vielfalt der Berufswege, die nach einem Studienabschluss an der Forstfakultät der HSWT möglich sind, auf.
Am Nachmittag stellten vier neuberufene Dozentinnen, Dozenten und Alumni, Prof. Dr. Fiona Schönfeld (FH Erfurt, ehemalige Lehrkraft für besondere Aufgaben an der HSWT), Prof. Andrea Stübner (Fachgebiet Forstökonomie), Florian Rauschmayer (Fachgebiet Holzerntetechnik und Waldarbeitslehre) und Prof. Dr. Christian Zang (Fachgebiet Forests and Climate Change) ihre Ideen und Perspektiven für den Wald und die Forstausbildung an der HSWT vor.
Bevor am zweiten Tag viele der Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den sechs verschiedenen Exkursionen teilnahmen, war am Abend noch Gelegenheit sich beim gemütlichen Beisammensein im Innenhof des HSWT-Forstgebäudes intensiv auszutauschen. Wie die hohen Anmelde- und Zulassungszahlen der Studiengänge am Forstzentrum zeigen, wollen sich sehr viele Menschen beruflich für den Wald einsetzen. Wir wünschen alles Gute für die Zukunft der Forstausbildung!
Symposium zum 200. Geburtstag von Karl Gayer
Karl Gayer und die Eiche
Am 14. und 15. Oktober 2022 veranstaltete das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan die Tagung „Karl Gayer und die Eiche“ in Aschaffenburg. Der Geburtstag dieses wegweisenden Vordenkers für Nachhaltigkeit und naturnahe Waldbewirtschaftung jährte sich am 15. Oktober 2022 zum 200. Mal. Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verfolgten im Schloss Johannisburg die Vorträge, die das Leben und Wirken Gayers näher beleuchteten. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Eiche gerichtet, die an vielen Orten als die Zukunftsbaumart in unseren Wäldern gilt.

Karl Gayer – vom armen Forstgehilfen bis zum Rektor der Universität München
Karl Gayer, geboren am 15. Oktober 1822, musste sein nach seiner Gymnasialzeit in Speyer sein am Polytechnikum München begonnenes Studium der Architektur und Mathematik abrechen. Da er bereits im Alter von 12 Jahren Vollwaise geworden war, reichten seine finanziellen Mittel hierfür nicht aus. Er kehrte in die Pfalz zurück, um als Forstgehilfe zu arbeiten. Rasch stieg er zum Revierförster auf und wurde schon im Alter 33 Professor für Forstwissenschaft an der Königlich-Bayerischen Nationalen Forst-Lehranstalt in Aschaffenburg, einer Ausbildungsstätte für Forstbeamte des Königreiches Bayern. Im Jahr 1878 kam Gayer mit der Verlegung eines ersten Teils der Aschaffenburger Forst-Lehranstalt an die Universität München, wo er später sogar zum Rektor ernannt werden sollte.
Staatsministerin Kaniber: „Nur ein gemischter und naturnah bewirtschafteter Wald wird die Herausforderungen der Klimakrise meistern und unser bedeutendster Klimaschützer bleiben.“
„Zur Gemeinsamkeit der Person Karl Gayer und der Baumart Eiche fällt mir zuerst die Standhaftigkeit ein“, betonte Staatsministerin Michaela Kaniber in ihrem Grußwort. Karl Gayer hat sich nicht von der damaligen Strömung, dem Wald einen maximalen Ertrag abgewinnen zu wollen, mitreißen lassen. Als Professor in Aschaffenburg brachte er seine Lehre des gemischten Waldes den Studenten nahe und hielt seine Erkenntnis in bekannten Büchern fest. „Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft noch eine weitere Gemeinsamkeit hinzukommt – ein großes Verbreitungsgebiet. Denn gerade in Zeiten des Klimawandels ist die Lehre vom gemischten Wald als Basis für die multifunktionale Forstwirtschaft aktueller und wichtiger denn je. Nur ein gemischter und naturnah bewirtschafteter Wald wird die Herausforderungen der Klimakrise meistern und unser bedeutendster Klimaschützer bleiben“, so Kaniber.
Karl Gayer ein „forstwissenschaftlicher Gigant“
Dr. Joachim Hamberger, Leiter des Amtes für Waldgenetik und Moderator des Arbeitskreises Forstgeschichte in Bayern unterstrich im ersten Vortrag den visionären Blick Karl Gayers. Die Begriffe Ökologie und Biodiversität gab es zur damaligen Zeit noch nicht, Karl Gayer habe trotzdem in diesen Kategorien gedacht. Indem er die Vorteile von Mischwäldern und natürlicher Verjüngung für die Bewahrung der Standortqualität unterstrich, erweiterte er den forstlichen Begriff von Nachhaltigkeit erstmals um eine ökologische Dimension. „Ohne Karl Gayer sind die naturnahe und die naturgemäße Waldwirtschaft nicht denkbar“, so Hamberger. Gayer begründete noch heute geltende Grundsätze der Forstleute – auf der Grundlage des Standorts kleinräumig zu arbeiten und differenzierte Licht- und Schattenverhältnisse gezielt zur Waldpflege einzusetzen. Hambergers Fazit: „Karl Gayer war mehr als ein forstlicher Klassiker, er war ein „Gigant“.




In den weiteren Vorträgen befassten sich Forstwissenschaftler mit Karl Gayers „Eichenzucht“ im Kontext neuerer waldbaulicher Forschung, der Dynamik der Eichenverjüngung sowie der Ökonomie des Gayerschen Waldbaus. Prof. Dr. Reinhard Mosandl, Vorsitzender der Stiftung Karl Gayer Institut für Waldbau forderte als Konsequenz seines Vortrages eine Eichenpflegeinitiative und ein Eichennachzuchtprogramm, um die vorhandenen Eichen zu erhalten und den Anteil der Eichen in den bayerischen Wäldern gezielt zu erhöhen. Der Waldwachstumskundler Enno Uhl von der Technischen Universität München (TUM) zeigte welche Erkenntnisse zur waldbaulichen Behandlung von Eichen aus langfristigen Versuchs- und Beobachtungsflächen gezogen werden sollten und wies auf den umfangreichen kürzlich erschienenen Forschungsbericht zur Eiche hin. Prof. Dr. Thomas Knoke (TUM) erklärte, dass die meisten Prinzipien der Waldbewirtschaftung Gayers auch heute noch zukunftsweisend sind, da sie zu höherer Resistenz und Resilienz der Bestände führen. Klimawandelbedingt werden aber in Zukunft mehr Lichtbaumarten gebraucht, die es im Gayerschen Waldbau schwer haben.
Die Eiche als Zukunftsbaumart
Unter den heimischen Baumarten verfügen die Eichenarten (Quercus sp.) über Eigenschaften, die sie als einen wichtigen Bestandteil künftiger Wälder prädestinieren. Die Eichenarten sind besonders trockenresistent und haben ein tiefreichendes Wurzelsystem, mit dem sie die mechanische Bestandsstabilität gegenüber Wind und Sturm erhöhen können.



Dr. Peter Pröbstle, Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft zeigte anhand verschiedener Instrumente und Forschungsprojekte der Bayerischen Forstverwaltung, dass sich das Anbaurisiko für Stiel- und Traubeneiche im zukünftig erwarteten Klima auf vielen Standorten nicht verschlechtert. Die Eichenarten können bei wärmerem Klima vielmehr auch in höher gelegenen Gebieten mit geringerem Risiko als bisher angebaut werden. „Unsere heimischen Eichenarten sind zwei wichtige Bausteine für die Klimaanpassung unserer Wälder. Aber die beiden Eichen sind nur zwei von vielen Baumarten, die wir im Klimawandel brauchen. Noch wichtiger als die Klimaanpassung der Wälder ist jedoch der Klimaschutz an sich, also die schnellstmögliche Reduktion fossiler Energieträger!“ betonte Pröbstle.
Dr. Sebastian Höllerl, Teilbereichsleiter Waldbau beim größten Forstbetrieb Deutschlands, den Bayerischen Staatsforsten, betonte wie wichtig die Eiche angesichts des Klimawandels ist. Für die in den bayerischen Staatswäldern geplante Erhöhung des Eichenanteils in Eichenmischbeständen ist eine gezielte und aktive Förderung der Eiche notwendig. Das Bundesland mit dem höchsten Eichenanteil ist Rheinland-Pfalz. Ministerialrat Georg Josef Wilhelm erklärte in seiner Funktion als oberster rheinland-pfälzischer Waldbauer wie die Eiche als wichtigste Mischbaumart dort erfolgreich naturnah bewirtschaftet wird.
Die Sicht von Naturschutz und Naturgemäßer Waldwirtschaft
In seiner Funktion als Wald- und Jagdreferent beim BUND Naturschutz in Bayern zitierte Dr. Ralf Straußberger Karl Gayer mit dem Satz: „Der Waldbau ist Sache des Localbeamten“ und kritisierte den massiven Stellenabbau seit 2005. Neben dem fehlenden Personal hob er auch den vielerorts zu hohen Schalenwildverbiss als Hemmnis für den Aufwuchs junger Eichen hervor und stellte großflächige und mechanisierte Bewirtschaftungskonzepte zur Eichenverjüngung in Frage, die nach seiner Meinung dringend angepasst werden sollten.
Prof. Dr. Manfred Schölch beleuchtete Schnittmengen und Differenzen zwischen dem Gayerschen Waldbau und den Grundsätzen der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), deren bayerischer Landesvorsitzender er ist. In die Schnittmenge fallen die Bedeutung der Humus- und Bodenpflege sowie der Erhalt der Bodenfeuchte, die für Gayer von elementarer Wichtigkeit waren. Als Fazit stellte Schölch fest: „Die ANW praktiziert seine Gedanken, erweitert um Elemente der Biodiversität und Schalenwildregulation.“



Die Botschaft Karl Gayers für die forstliche Ausbildung heute
Prof. Dr. Volker Zahner von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf unterstrich die Bedeutung der digitalen Kompetenz und des Lernens am konkreten Anschauungsobjekt Wald auf wissenschaftlicher Basis. Für die Studierenden wünscht er sich, dass sie den Wald lesen lernen – ähnlich wie es Karl Gayer einst vorgemacht hat. Zahner fordert auch, dass Wälder in erster Linie als Ökosysteme begriffen werden müssen. Ein Zitat Gayers kann als heute noch gültige Botschaft gewertet werden: „In der Harmonie aller im Walde wirkenden Kräfte liegt das Rätsel der Produktion“.
Die Eichensaat auf dem Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe – Filmpremiere „Eichensaat und Eichenwirtschaft im Spessart“
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Seit über 200 Jahren ziehen, immer wenn es eine Eichenmast gibt, insbesondere die Spessarter Frauen mit ihren Kindern in die Wälder, um Eicheln zu sammeln. Mit diesen können dann neue Eichenkulturen angelegt werden. 2020 wurde diese Tradition in die Landesliste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Mit finanzieller Unterstützung durch den Förderverein des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan haben der Filmemacher und Video-Künstler Paul Rohlfs und Joachim Hamberger einen Dokumentarfilm über die Eichen im Spessart produziert. Der Film zeigt die Arbeit und Leidenschaft der mit der Eiche verbundenen Menschen und diskutiert die Gegenwart und Zukunft der Eiche im Rahmen der sich verändernden klimatischen Bedingungen. Als Schlusspunkt des ersten Veranstaltungstages wurde der Film mit großem Applaus von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung aufgenommen.



Zu Beginn der Tagung hatte bereits der Leiter des Zentrums Wald-Forst-Holz und Moderator Prof. Dr. Klaus Richter von der TUM darauf hingewiesen, dass es nicht viele Menschen gibt, für die zum 200. Geburtstag solch eine Feier ausgerichtet wird. Besonders sei auch, dass mit der Urururenkelin Constanze Gayer und deren Vater, Ururenkel Peter Gayer auch noch Familienangehörige des Jubilars dabei waren. Die Bedeutung Karl Gayers für die Forstwissenschaft und die große Sorge um die Zukunft des Waldes zeigte ebenfalls, dass nicht nur viele aktive und pensionierte Forstleute, sondern auch viele junge Forstleute in Ausbildung zum ehemaligen Forsthochulstandort Aschaffenburg gekommen sind.
Exkursion „Auf den Spuren von Karl Gayer“
Getreu dem Gayerschen Motto den Wald lesen und sehen zu lernen führten am zweiten Tag der Veranstaltung Forstdirektor Wolfgang Grimm und Lukas Nitzl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Strietwald, den ehemaligen Hochschulwald der Stadt Aschaffenburg. Während der etwa dreistündigen Wanderung wurden neben der Geschichte des Waldes insbesondere die Folgen des Klimawandels für den Wald diskutiert und an Beispielen gezeigt. Der traurige Anblick aufgrund von Trockenheit abgestorbener Buchen und die daraus resultierenden Folgen für den Wald und dessen Bewirtschaftung waren ebenso Thema wie alternative Baumarten, die den neuen klimatischen Anforderungen besser gerecht werden können.
Bis eine Eiche reift braucht es meist mehr als 10 Menschengenerationen. Die Veranstaltung richtete den Blick auf die Leistungen des großen Forstmannes Karl Gayer, aber auch in die Zukunft mit ihren großen Aufgaben für die heutige und kommende Generationen.
Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den Bayerischen Staatsforsten AöR und dem Förderverein Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan.
Forstlicher Forschungsbericht
Unter dem Titel „Die Eiche – Facetten zu Ökologie, Naturschutz, Wachstum und waldbaulichen Perspektiven“ hat Kilian Stimm den Forstlichen Forschungsbericht München 221 herausgegeben. Dieses Kompendium kann über den Förderverein Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan bezogen werden.
Programm
Downloadbereich
Podcast "Karl Gayer und die Eiche"
Mit freundlicher Unterstützung der Bayerischen Forstverwaltung, der Bayerischen Staatsforsten AöR und des Fördervereins Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan e.V.
Waldtag Bayern 2022
„Wer braucht den Wald?“
Multifunktionale Wälder für Mensch, Natur, Klima … und Zukunft!
Beim diesjährigen Waldtag Bayern der Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft (VBF) am 23. September 2022 wurde die Frage „Wer braucht den Wald?“ umfassend bearbeitet und beantwortet. Zunächst am Vormittag durch vier Impulsreferate und in einer Podiumsdiskussion. Am Nachmittag am konkreten Objekt im Siebentischwald der Stadt Augsburg. Die Vortragenden zeigten an verschiedenen Beispielen, welche extrem wertvollen Leistungen unsere Wälder für uns Menschen, unsere Natur und den Klimaschutz bringen. In der Diskussion wurde aber auch von Urban Treutlein vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung Landwirtschaft und Forsten klar herausgestellt, dass der Klimawandel unsere Wälder an vielen Orten in Bayern aufs ärgste bedroht und sehr schnell gehandelt werden muss, damit unsere Wälder auch in Zukunft überleben und ihre wertvollen Leistungen für alle bereitstellen können.

Veranstalter des Waldtages Bayern sind die Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft, ein bundesweit einmaliger Zusammenschluss von 20 bayerischen Forstverbänden und -organisationen in Kooperation mit dem Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan sowie der Forstverwaltung der Stadt Augsburg.
Isabelle Jarisch, die Sprecherin der VBF, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und leitete zum Thema hin. „Multifunktionalität bedeutet viele Ansprüche auf einer Fläche zu vereinen und die Bereitstellung dieser Ökosystemleistungen nimmt eine immer wichtigere Rolle in der Waldbewirtschaftung ein. Das braucht Fachwissen, Kommunikation, Zusammenhalt und auch Kompromissbereitschaft.“ Jarisch übergab das Wort an Moderatorin des Vormittages Dr. Monika Arzberger.
„Wir sind stolz auf unseren Stadtwald“
Die Stadt Augsburg ist mit ihrem Waldbesitz von 7679 ha der größte kommunale Waldbesitzer in Bayern. Eva Weber, die Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg ging in ihrem Grußwort direkt auf das Thema der Veranstaltung ein: „Wer braucht den Wald? – das kann ich für Augsburg klar beantworten: Die gesamte Stadt Augsburg braucht ihren Stadtwald!“ Er versorgt die Augsburgerinnen und Augsburger mit frischem, sauberem Trinkwasser, bietet jährlich circa drei Millionen Besucherinnen und Besuchern Ruhe und Naherholung, filtert 10.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus der Luft. Der innerhalb der Stadtgrenzen liegende Teil von ca. 2000 Hektar ist Naturschutzgebiet, macht ein Viertel der Stadtfläche grün und beherbergt eine unglaubliche Vielfalt an Tier und Pflanzenarten. „Wir sind stolz auf unseren Stadtwald“, so Weber.
Impulsvorträge
Rohstoff Holz im Klimawandel – „Die Baubranche braucht Holz!“
Anne Niemann, Architektin an der Technischen Universität München (TUM), referierte über den Rohstoff Holz im Klimawandel. Ihre Botschaft ist: „Die Baubranche braucht Holz!“ Holz ist der einzige nachwachsende Baustoff. Die nachhaltige Forstwirtschaft ermöglicht, dass nachhaltig mehr Holz als bisher im Bau verwendet werden kann. Holz zu verbauen maximiert die Klimaschutzleistung der Forstwirtschaft. Der im Holz gespeicherte Kohlenstoff wird über Jahrzehnte der Atmosphäre entzogen und gleichzeitig wird der Einsatz emissionsintensiver Baustoffe wie Zement und Stahl verringert. Die naturnahe Bewirtschaftung der Wälder und der Klimawandel führen dazu, dass in der Zukunft weniger Fichtenholz und mehr Buchenholz geerntet werden kann. Verschiedene Holzarten müssen im Bau intelligent eingesetzt werden. Als Beispiel zeigte sie ein innovatives Parkhaus aus Buchenholz.
Wald und Gesundheit – „Je höher der Stress, desto höher die heilsame Wirkung“
Dr. Gisela Immich von der Ludwig-Maximilians-Universität München betrachtete das Thema von einer anderen Seite. Sie interessiert sich dafür, wie Wald und Gesundheit zusammenhängen. Viele Studien belegen die gesundheitsförderliche Wirkung von Waldaufenthalten. „Je höher der Stress desto höher die heilsame Wirkung“, betonte Immich. Während das Thema in Deutschland in den letzten Jahren zum Megathema avancierte, legte in Bayern schon vor rund 150 Jahren Sebastian Kneipp den Grundstein für „verordnete“ Walderholung. Der gesundheitsförderliche oder waldtherapeutische Waldaufenthalt wird in Bayern mittlerweile in 13 neu zertifizierten Kur- und Heilwäldern angeboten. Jede interessierte Kommune, Gesundheitseinrichtung oder jeder Waldeigentümer kann sich auf den Weg machen, einen eigenen Kur- und Heilwald ausweisen zu lassen. Für eine engere Verzahnung zwischen Erholungsnutzung und Fortwirtschaft fordert Immich eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den „grünen“ und „weißen“ Berufen, auch auf politischer Ebene.
Kleinststadtwälder und Stadtoasen – „Miniwälder in der Größe von Tennisplätzen werden oft unterschätzt“
Monika Egerer, Professorin für Urbane Produktive Ökosysteme an der TUM stellte das Konzept Stadtoasen vor. Sie meint: „Miniwälder in der Größe von Tennisplätzen werden oft unterschätzt.“ Kleinststadtwälder und Grünflächen tragen zum lokalen Klimaschutz bei, indem sie Ökosystemleistungen wie Temperaturregulierung, Lärmminderung und Lebensraum für Tiere und Pflanzen erbringen. Sie verbessern auch das Wohlbefinden der Stadtbewohner, indem sie Raum für Entspannung, Erholung und soziale Kontakte bieten. Egerers Forschungsprojekt verbindet qualitative Sozialwissenschaften mit quantitativen Naturwissenschaften und untersucht 60 unterschiedlich große Gebiete in der Stadt München auf deren gesundheitsfördernde Wirkung. Das laufende Projekt möchte Informationen für die zukünftige Stadtplanung liefern.
Ökosystemleistungen im Stadtwald Augsburg – „Das Management wird schwieriger“
Ökosystemleistungen (ÖSL) sind als direkte und indirekte Beiträge von Ökosystemen zum menschlichen Wohlergehen definiert. Im letzten Impuls kam Christoph Schulz von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft wieder auf den Wald der Stadt Augsburg zurück. In seinem Forschungsprojekt wurde das Konzept der ÖSL auf den Augsburger Kommunalwald angewendet Bis zu 13 ÖSL stellt der zentrumsnahe Wald gleichzeitig vielen Menschen bereit. Für den gesamten Kommunalwald der Stadt Augsburg quantifizierte und lokalisierte das Projekt insgesamt 15 ÖSL.
Seine Hypothese ist jedoch: „Das Management wird schwieriger.“ Sowohl Umweltänderungen wie der Klimawandel als auch gesellschaftliche Veränderungen erhöhen die Anforderungen an Waldbesitzer und Forstleute zur optimalen Bereitstellung der ÖSL.
Gemeinsame Botschaft der Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft
Die vielfältigen Leistungen des Waldes werden in Zeiten globaler Krisen und mit dem fortschreitenden Klimawandel immer wichtiger. Gleichzeitig greifen die Folgen des Klimawandels unsere Wälder an und machen sie immer fragiler. Als Zusammenschluss forstlicher Verbände und Organisationen liegen den Vertretern der Bayerischen Forstwirtschaft Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder am Herzen, gerade auch um die Ökosystemleistungen langfristig zu sichern.

Mensch, Natur, Klima… alle brauchen den Wald – heute und in Zukunft!
Deshalb fordern die 20 Mitgliedsverbände und -organisationen:
- langfristige Strategien zur Sicherung des Nachwuchses an Fachkräften
- eine holzbasierte Bioökonomie, vor allem Bauen mit heimischem Holz
- aktive Klimaanpassung der Wälder durch Mischwald und klimatolerante Baumarten
- eine gegenseitige Akzeptanz verschiedener Ansprüche an den Wald
- mehr qualifizierte Fachleute mit Ortskenntnis
- sowie politische, finanzielle und gesellschaftliche Unterstützung des Forstsektors
Diese gemeinsamen Forderungen stellte Isabelle Jarisch als Sprecherin der Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft dem Publikum vor. In voller Länge können die Positionen und Forderungen in der „Gemeinsamen Botschaft“ zum Waldtag Bayern 2022 nachgelesen werden.
Podiumsdiskussion – Wer braucht den Wald? Was braucht der Wald?
Bei der Podiumsdiskussion konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Referenten der vier Impulsvorträge vertiefende Fragen stellen. Erweitert wurde das Podium durch Roland Barth, dem Kämmerer der Stadt Augsburg, Josef Ziegler, dem Präsidenten des Bayerischen Waldbesitzerverbands sowie Urban Treutlein, dem Leiter des Referates Privat- und Körperschaftswald im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Honorierung von Ökosystemleistungen?
Ein wichtiges Thema der vielseitigen Diskussion war die Honorierung der Ökosystemleistungen. Es wird allgemein anerkannt, dass der Wald viele wertvolle Leistungen erbringt. Waldbesitzerpräsident Josef Ziegler stellte fest, dass dies durchaus eine gute Nachricht für Waldbesitzende sei. Problematisch findet er jedoch, dass davon nur eine Leistung – die Holzernte – finanziell honoriert würde. Dem Kämmerer Roland Barth war es wichtig zu betonen, dass die vielfältigen Ökosystemleistungen im Augsburger Auwald nicht zum Nulltarif zu haben sind. Es bedeutet viel Arbeit, diese zu erreichen und zu erhalten. Rund eine halbe Million Euro ist der Stadt Augsburg ihr Auwald jedes Jahr Wert. Damit neben der Holznutzung weitere Ökosystemleistungen finanziell in Wert gesetzt werden können, arbeitet die Bundesregierung derzeit an einem Förderprogramm. Urban Treutlein meinte, dass es eine echte Wertschätzung für Waldbesitzende bedeutet, wenn sie in der Bewirtschaftung ihrer Waldflächen durch ein zusätzliches Förderprogramm honoriert würden. Allerdings könnten Flächenprämien allein den Wald nicht retten, die Förderung der Anpassung der Wälder an den Klimawandel sei noch wichtiger. Ziegler hob in diesem Zusammenhang hervor, dass der Klimawandel insbesondere durch die Nutzung fossiler Energiequellen entstanden ist und der Wald und die Waldbesitzenden nun darunter leiden müssen. Wichtig für ihn sei die Verursacher des Klimawandels, also alle Emittenten an den Kosten der Maßnahmen zur Schadensbehebung zu beteiligen.
Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt für den Klimaschutz ist das klimafreundliche Verhalten sowohl jedes Einzelnen als auch der politisch Verantwortlichen. Entscheidungen für mehr Klimaschutz hängen häufig direkt von emotionaler Betroffenheit ab. Darin waren sich Gisela Immich und Monika Egerer einig – und dies fange beim Walderlebnis an. Um hier weiterzukommen sei der Schulterschluss mit den Waldbesitzenden wichtig. Anne Niemann betonte außerdem, dass von Seiten der Architekten und Planer seit langem pro Holz argumentiert würde, Kommunen und Auftraggeber aber auch in der Pflicht seien, sich zu informieren und Klimaschutz umzusetzen.
Exkursion zur Multifunktionalität im Augsburger Stadtwald

Per Tram fuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den Nachmittag in den Siebentischwald. Dieser Wald ist ein Teil des Augsburger Stadtwaldes. Es ist ein Auwald mit großer Bedeutung für den Naturschutz und die Naherholung. Im dortigen städtischen Forstmuseum „Waldpavillon“ und im Siebentischwald bietet die Forstverwaltung vielfältige waldpädagogische Angebote vom Kindergeburtstag über die Schulklassenführung bis hin zum Shinrin Yoku – dem Waldbaden – an. Die Stadtwerke Augsburg betreiben hier mehrere Brunnen für die Trinkwassergewinnung. An verschiedenen Stationen und Waldbildern wurden die Vielfalt des Waldes und dessen Leistungen für Mensch, Natur und Klima erlebbar. Verschiedene Fachleute und örtlich zuständige Forstleute erläuterten und diskutierten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wichtige Themen wie das Eschentriebsterben, die Holzproduktion, den Waldumbau und den Naturschutz oder die Bedeutung des Arbeitsplatzes Wald.
Weitere Informationen
Projekt an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
"Neue Herausforderungen im Management von Schwarzwild"

Im Juli 2022 übernahm Dr. Egbert Gleich die Bearbeitung des Projektes »Neue Herausforderungen im Management von Schwarzwild« an der LWF. Seit 1988 ist er mit der wissenschaftlichen Bearbeitung von wildtierspezifischen und jagdlichen Aufgabenstellungen in der Eberswalder Wildforschung in Brandenburg beschäftigt gewesen. Hier wurde seine berufliche Entwicklung maßgeblich durch Prof. Dr. Egon Wagenknecht, Prof. Dr. Christoph Stubbe und Dr. Lutz Briedermann geprägt. Der ausgebildete Diplomagraringenieur komplettierte sein Wissen durch eine Ausbildung zum Diplomforstingenieur an der Fakultät Forstwissenschaften der TU Dresden. Im Rahmen seines wissenschaftlichen Berufsweges promovierte Gleich an der FU Berlin. In jüngster Zeit war er maßgeblich an der Bearbeitung von schwarzwildrelevanten Themen mit telemetrischen Studien beteiligt. Mit dem Seucheneintritt der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf das Gebiet der Europäischen Union war Gleich in der wissenschaftlichen und praktischen Bearbeitung der ASP-Tierseuchenprävention und -bekämpfung in Deutschland tätig. An der Bekämpfung der ASP in Brandenburg wirkte er maßgeblich mit. Im Rahmen seiner jetzigen Tätigkeit in Bayern bringt er sein erworbenes Wissen und seine praktischen Fertigkeiten in die Vorbereitung aller ASP-relevanten Bezüge ein.
INTERFORST 2022 – Ein Rückblick
Vom 17.–20. Juli 2022 öffnete die Messe München ihre Tore für die INTERFORST. Die Besucher erwartete das komplette Leistungsspektrum für die gesamte Branche. Von der Aufforstung über die Holzernte bis hin zum Sägewerk mit dem Bereich Holzenergie waren Aussteller der gesamten Wertschöpfungskette vertreten. 353 Aussteller aus 21 Ländern sowie 31.000 Besucher aus knapp 60 Ländern nutzten die Gelegenheit, Innovationen zu entdecken, Kontakte zu knüpfen und Eindrücke zu sammeln. Mit dem wissenschaftlichen Kongress, Foren, Diskussionsrunden und Sonderschauen bot die INTERFORST ein facettenreiches Rahmenprogramm.
Gemeinschaftsstand vom Forstcampus Weihenstephan
Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan war in der Messehalle vis-á-vis zur Grünen Couch – dem forstpolitischen Podium der Messe – platziert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller drei Partner, TUM, HSWT und LWF sowie Studierende von TUM und HSWT boten den Besuchern ein vielseitiges Informationsangebot. Einen Rückblick auf den gelungenen Gemeinschaftstand gibt diese Fotostory mit zahlreichen Bildern: (zum Öffnen auf das Bild klicken)








