Wissenschaftliche Buchentagung 2023
Die Zukunft der Buche im Klimawandel
10. und 11. Mai 2023 in Würzburg
Die Rotbuche (Fagus sylvatica L.) ist die Laubbaumart in unseren Wäldern, deren Anteil in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. Noch vor wenigen Jahren wurde sie als konkurrenzkräftige, weitgehend angepasste Baumart angesehen, die mit den Herausforderungen des Klimawandels aufgrund eines hohen Anpassungspotenzials sowie ihrer ökologischen Valenz gut zurechtkommen würde. Vor diesem Hintergrund wurde sie als bisher einzige Baumart bereits zum zweiten Mal zum Baum des Jahres in Deutschland gewählt. Die zurückliegenden, klimatischen Extremjahre haben allerdings gezeigt, dass auch die Rotbuche starke Schädigungen zeigt und in einigen Bereichen Deutschlands bereits jetzt an ihre Grenzen stößt. In den vergangenen Monaten wurde deswegen die Zukunft der Buche intensiv diskutiert.
Um den aktuellen Wissensstand zur Zukunft der Rotbuche im Klimawandel im deutschsprachigen Raum wissenschaftlich fundiert und mit Gültigkeit für den gesamten deutschsprachigen Raum in einer Veranstaltung darzustellen und weiteren Forschungsbedarf herauszuarbeiten, haben die Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalten eine wissenschaftliche Tagung zur Buche initiiert. Diese findet vom 10.05.2023 bis zum 11.05.2023 in Würzburg statt.
Weitere Informationen
Neuer Vizepräsident Forschung und Wissenstransfer
Prof. Dr. Christoph Moning ist ab dem 15. März neuer Vizepräsident Forschung und Wissenstransfer der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Er folgt auf Prof. Dr. Markus Reinke, der seit 2017 dieses Amt innehatte.

Der HSWT-Professor Moning freut sich auf seine neuen Aufgaben: „Ein Vizepräsident für Forschungs- und Wissenstransfer ist in meinen Augen ein Katalysator von Möglichkeiten im Bereich der Forschung. Wir müssen Visionen gemeinsam voran-treiben. Wir sind gut darin, Lösungen für Zukunftsfragen zu liefern, die uns als Gesellschaft herausfordern. Die angewandte Forschung an der HSWT löst Fragen, die andere nicht lösen.“
Moning studierte Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung an der TU München. An der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft war er für Auswertungsarbeiten im Projekt »Vogelmonitoring im Bayerischen Staatswald« tätig. Nach freiberuflicher Tätigkeit in der Landschaftsplanung bearbeitete er das Projekt »Waldökologische Schlüsselwerte in Bergmischwäldern als Grundlage für eine ökologisch nachhaltige Waldnutzung« im Nationalpark Bayerischer Wald. An der TU Berlin promovierte er im Fachgebiet Biodiversitätsdynamik. Seit 2014 ist Moning Professor für Zoologie und Tierökologie an der HSWT und engagiert sich dort in zahlreichen Ämtern und Funktionen. Unter anderem ist er Prodekan der Fakultät Landschaftsarchitektur und Mitglied im Senat. Darüber hinaus ist er seit 2016 Mitglied des Präsidiums der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege.
Projektstart WINALP21
Klimawandel-Update für die Bergwälder der Nordalpen
Mit dem Jahreswechsel und einem ersten virtuellen Treffen aller Beteiligten ist das bayerisch-österreichische Verbundprojekt "WINALP 21 – Bergwälder fit im Klimawandel" am Forstzentrum Weihenstephan gestartet.
Mit 2°C Erwärmung seit Beginn der Messungen betrifft der Klimawandel die Nordalpen überproportional und bedingt tiefgreifende Veränderungen der Bergwälder, die proaktiv an die Dynamik der Standortbedingungen angepasst und nach dem Motto "das Richtige am richtigen Standort" fit für das 21. Jahrhundert gemacht werden müssen. In den nächsten drei Jahren werden Forstwissenschaftler und GIS-Spezialisten unter der Verbundprojektleitung von Prof. Dr. Jörg Ewald (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf), Standortfaktoren, Waldtypen und Baumartenempfehlungen in den Nordalpen Bayerns, Tirols, Vorarlbergs sowie in einem Pilotgebiet in Oberösterreich hinsichtlich der klimasensitiven Komponenten Wärme- und Wasserhaushalt dynamisieren (Zielzeitraum bis 2100). Auf Grundlage dieser Modellierungen und eines im Projekt angelegten Netzwerkes von Demonstrationsflächen sollen Strategien und Konzepte zur proaktiven Anpassung der Bergwälder an den Klimawandel entwickelt werden, welche in betriebliche und behördliche Informationssysteme und waldbauliche Praxishilfen integriert werden können. Gefördert und kofinanziert wird das Projekt durch das INTERREG Programm Bayern-Österreich 2021-2027, die Bayerische Forstverwaltung, die Ämter der Vorarlberger und der Tiroler Landesregierungen sowie das Land Oberösterreich.
Link zur Homepage: https://forschung.hswt.de/de/forschungsprojekt/1929-winalp-21


Erfolgreiches kleines Team des Campus Weihenstephan beim Bayerischen Forstlichen Biathlon 2023
Blaschke, M. & Weber-Blaschke, G.

Alle freuten sich, dass es dem Verein für Forstlichen Skilauf in Bayern nach drei Jahren Corona-Pause endlich wieder gelungen war, am 24. Februar 2023 im Hohenzollern-Skistadion am Fuße des Arbers im Bayerischen Wald den traditionellen Bayerischen Forstbiathlon durchzuführen. Tiefer sulziger Schnee, leichte Regenschauer und zeitweise kräftige Windböen machten die Bedingungen für die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer allerdings nicht gerade einfach. Unter den heuer leider nur rund 40 Teilnehmenden befand sich auch ein kleines Team vom Campus Freising-Weihenstephan, das sich diesen Herausforderungen gestellt hatte. Möglich wurde die Veranstaltung durch den Forstbetrieb (FB) Fichtelberg, der zunächst als Ausrichter vorgesehen war, aber heuer Pech mit der Schneelage im Fichtelgebirge hatte, und den FB Bodenmais, der kurzfristig mit Ersatzort eingesprungen war. Ein großer Dank gilt ihnen für das Engagement bei der Organisation, der Streckenpräparation der Zeitnahme, der Schießaufsicht, der Verpflegung und der Sponsorengewinnung.
Ein Start war sowohl in der klassischen Langlauf-Technik als auch in der Skating-Technik möglich. Die Männer mussten drei, die Frauen zwei Runden mit je einer Schießeinlage a fünf Schuss absolvieren. Für jeden Fehlschuss musste eine kleinere Strafrunde gelaufen werden. Die Einzelzeiten dreier Teammitglieder wurden zu einer Teamwertung zusammenaddiert.
In der Klassischen Technik war Tobias Miladinov von der TU München in der Altersklasse H41 mit dem zweiten Platz erfolgreich. In der freien Technik (Skating) siegte sein Sohn Elias in der Schülerklasse, Isabella Klein (LWF-Mitarbeiterin und TUM-Studentin) siegte bei der Damen-Hauptklasse D19, Gabriele Weber-Blaschke (TUM) erreichte bei den Damen D51 den zweiten Platz und Martin Högl (LWF) konnte den dritten Platz bei der H61 erreichen.
Abgerundet wurden die Erfolge für den Campus Weihenstephan durch das Männer-Team (Miladinov, Högl, Blaschke) mit dem dritten Platz in der Mannschaftswertung hinter zwei Mannschaften aus dem FB Ruhpolding. Leider fehlte für die Wertung eines Damenteams die dritte Läuferin. Meldungen zur Teilnahme im Team Campus Weihenstephan für den nächsten Bayerischen Forstlichen Biathlon, der 2024 in Ruhpolding stattfinden wird, werden ab jetzt gerne entgegengenommen: E-mail: markus.blaschke@lwf.bayern.de
Neue Stabsstelle „Wildbiologie und Wildtiermanagement“ an der Bayer. Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Die Bayerische Landesanstalt ändert ihre interne Organisation und stärkt damit den Forschungsbereich Wildbiologie und Wildtiermanagement. Mit Beginn des Jahres 2023 wird hierzu der Aufgabenbereich der wildbiologischen Forschung aus der LWF-Abteilung 6 „Biodiversität, Naturschutz und Jagd“ herausgelöst und direkt dem LWF-Präsidenten zugeordnet. Mit diesem Schritt trägt die LWF der wachsenden Bedeutung und Dynamik der wildbiologischen Forschung Rechnung. Die neu etablierte Stabsstelle führt den Namen "Wildbiologie und Wildtiermanagement" und wird von Dr. Wibke Peters geleitet. Ihr Stellvertreter ist Dr. Hendrik Edelhoff.
Das Forschungsteam Wildbiologie an der LWF besteht seit 2016. Die derzeit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befassen sich mit aktuellen Fragestellungen zur Ökologie von Wildtieren ebenso wie zu Themen des Wildtiermanagements. Dazu gehören Schwerpunkte wie das grenzübergreifende Rotwildmanagement im Gebiet Bayern-Tschechien, den Überschneidungen menschlicher Landnutzung und den Ansprüchen der Wildtiere im Bergwald, der Populationsschätzung der Wildkatze oder auch dem Raum-Zeit-Verhalten der Schalenwildarten unter dem Einfluss des Wolfes. In den kommenden Jahren stehen für die Wildbiologinnen und Wildbiologen neue Forschungsthemen im Bereich der Genetik, der Tierseuchenprävention (z.B. Afrikanische Schweinepest) und der Weiterentwicklung der Methodenkompetenz im Wildtiermonitoring an.

Dr. Wibke Peters ist seit 2016 für den wildbiologischen Aufgabenbereich an der Landesanstalt zuständig. Der Weg zur LWF führte sie über die USA, Kanada, Italien und Norwegen, wo sie Untersuchungen unter anderem zu Räuber-Beute-Beziehungen und menschlichen und klimatischen Einflüssen auf die Raumnutzung des Schalenwilds durchführte. Dr. Hendrik Edelhoff ist seit 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem Arbeitsbereich und befasste sich im Rahmen seiner Promotion intensiv mit der Biologie und dem Management heimischer Wildtiere.
Kuratorium für Forstliche Forschung
Einladung zum 27. Statusseminar
Mittwoch, 29. März 2023, online
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen aktuelle Ergebnisse ihrer praxisnahen Forschungsprojekte vor. In diesem Jahr stehen die Folgen der klimawandelbedingten Trockenheit und Hitze auf verschiedene Baumarten und die Handlungsoptionen bei Massenvermehrungen des Schwammspinners in Bayern im Vordergrund.
Die Projekte werden schwerpunktmäßig von den Partnern des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan, der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, des Studienbereiches Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der Technischen Universität München und der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf durchgeführt.
Programm
Anmeldung
Die Anmeldung ist online bis Sonntag, 26. März 2023 möglich.
- Link zur Anmeldung (Website der LWF Bayern)
Die Veranstaltung wird mit “Cisco Webex Meetings” durchgeführt, die Teilnahme ist kostenlos. Nach Ihrer Anmeldung senden wir ihnen die Zugangsdaten zum Webex-Meeting wenige Tage vor der Veranstaltung zu.
Wir freuen uns darauf, Sie zum Statusseminar online begrüßen zu dürfen.
Towards understanding carbon dynamics in forests and forestry
Annual meeting and training activity of Skill-For.Action in Freising
I am writing to share my experience of the recent annual meeting and training activity within the European Training Network (ETN) Skill-For.Action funded from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation program under the Marie Skłodowska-Curie grant agreement No 956355. The session took place from December 14th to 20th, 2022 and was hosted by the Chair of Forest Growth and Yield Science at the TUM School of Life Sciences and arranged by the University of Padua, Italy (coordinator). The ETN Skill-For.Action (S4A) project aims at a better understanding of the carbon fluxes in forests and forestry and adapting forest management regimes in different climates to optimize carbon balance.
As an early stage researcher (ESR) out of 12 (from 5 European countries and South Africa) in the S4A project and a member of the Chair of Forest Growth and Yield Science, I was privileged to attend the meeting and training. The training courses provided valuable experience in the use of advanced technologies such as unmanned aerial vehicles (UAV), terrestrial laser scanners (T-Lider), etc. to conduct remote sensing-based forest management, with the goal of achieving carbon-smart forest management.
As a researcher working on carbon dynamics in forested ecosystems, I am utilizing terrestrial laser scanning to more precisely characterize crown shape in order to better understand the relationship between crown structure and tree ring patterns. This work has the potential to improve our understanding of how external tree appearances affect internal growth and has implications for forest management under carbon smart forestry in the context of global change. Additionally, the knowledge gained from this research can be applied to the work of other ESRs studying carbon optimization and simulation and may serve as a useful example of the integration of remote sensing techniques in their research.
Overall, this training enhanced the multidisciplinary expertise of ESRs and may lead to more efficient forest operations. The incorporation of remote sensing techniques and the application of this knowledge to carbon dynamics research has the potential to make significant contributions to the field and may be valuable for those working in related areas.
Shamim Ahmed (https://www.waldwachstum.wzw.tum.de/en/staff/shamim-ahmed/)
Skill-For.Action (https://etnskillforaction.com/)
Forest Growth and Yield Science
Technical University of Munich, Germany
Professur für "Land Surface-Atmosphere Interactions"
Cross-Project Modelling Meeting
Vom 16.–18. November 2022 kamen WissenschaftlerInnen der EU-geförderten Projekte ForestPaths, CLIMB-Forest, FORECO, WildE, Holisoils, FORWARDS, RESCUE und ForMII zum Cross-project Modelling Meeting in Weihenstephan zusammen, um künftige Synergien zwischen den Projekten zu identifizieren und um Möglichkeiten und Strategien zu diskutieren, wie die künftigen Workflows zwischen den Projekten möglichst gut gebündelt werden können.

Knapp 40 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Finnland, Schweden, Norwegen, Niederlanden und Slowenien nahmen an der Veranstaltung für drei Tage in Präsenz teil, einige Gäste auch remote.
Am ersten Tag wurden die unterschiedlichen Projekte vorgestellt, nachmittags folgten die ersten Diskussionsrunden, um Synergien der Projekte zu den Themen Modellierung von Waldmanagement, Störungen und Zukunftsszenarien, Modellevaluierung und Modellvergleiche zu identifizieren. Der Tag klang bei einer Brauereiführung durch die TUM Forschungsbrauerei und einem anschließenden Besuch im Bräustüberl aus.
Am zweiten Tag ging es um gemeinsame Ziele der Projekte im Bereich der Biodiversitätsmodellierung und der Kopplung und Weiterentwicklung von Vegetations- und Landnutzungsmodellen. Weitere Kooperationen wurden abends in einem italienischen Restaurant ausgelotet.
Der dritte und letzte Tag war für spezifische Diskussionen des Developer Teams des dynamischen Vegetationsmodells LPJ-GUESS vorgesehen, an dem die TUM gemeinsam mit KollegInnen der Universität Lund, des KIT Garmisch und des BIK-F Frankfurt arbeiten. Dieses Modell spielt eine Schlüsselrolle in den oben aufgelisteten Projekten.
Die Veranstaltung wurde von der Professur für Land Surface-Atmosphere Interactions, TUM (Prof. Anja Rammig) organisiert.
Bund Deutscher Forstleute (BDF)
Berufsinformationsforum Weihenstephan 2022

Am 16. November 2022 fand institutionenübergreifend an der Hochschule Weihenstephan Triesdorf und der TU München ein Berufsinfoforum für die angehenden Förster*innen statt. Organisiert wurde es vom Lehrwaldförster der HSWT Kilian Spicher für den Bund Deutscher Forstleute (BDF) und dem Fachstudienberater Forst an der TUM Ralf Moshammer. Dabei hatten die Studierenden die Chance sich bei möglichen Arbeitgebern zu informieren und deren potenzielle Einsatzgebiete zu erfragen. Die unterschiedlichen Unternehmen hielten dafür kurze Präsentationen von 20 Minuten und bauten Messestände auf, um mit den Interessierten direkt ins Gespräch zu kommen. Vorgestellt haben sich: Bayerische Staatsforsten, Bayerische Forstverwaltung mit LWF, Bundesforste, Deutsche Bahn, ForstBW und Landesforstverwaltung BW, Hessen Forst, Bayerischer Waldbesitzerverband, Waldbesitzervereinigung, Pfeifer Group, JNF und natürlich das BDF Sozialwerk und der Verband selber.


Die Veranstaltung wurde zahlreich von den Studierenden angenommen und es gab viele tolle Gespräche und Praktikavermittlungen. Somit waren die Stimmen zur Wiederholung von beiden Seiten her laut, so dass diese Veranstaltung hoffentlich als fester Bestandteil im Wintersemester etabliert werden kann. Vielen Dank an den BDF für das Sponsoring der Getränke, an Ralf Moshammer für die Mitorganisation auf TU Seite und die Fachschaft beider Institutionen für Auf- und Abbau.


