Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft 2020 und SRM Award der Audi Stiftung für Umwelt 2020

Die Masterarbeiten im Studiengang Sustainable Research Management (SRM) der Forscherinnen Astrid Manciu und Tiffany Yu von der TUM School of Life Sciences wurden mit dem „Sustainable Resource Management Award“ (SRM) der Audi Stiftung für Umwelt ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird zum zehnten Mal vergeben – dieses Jahr in einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Thurn und Taxis Förderpreis für Forstwirtschaft. Die Preisträgerinnen erhalten jeweils 1.500 Euro Preisgeld für ihre Abschlussarbeiten.
Der Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft 2020 wurde an Herrn Dr. habil Simon Thorn (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) verliehen. In seinen Forschungsarbeiten hat er völlig neue Aspekte zur Bedeutung und zum Management von Störungsflächen herausgearbeitet und entwickelte Strategien für einen integrativen Umgang mit Störungsflächen. Seine Ergebnisse wurden in internationalen Spitzenzeitschriften, aber auch in deutschsprachigen Fachzeitschriften veröffentlicht. Besonders bemerkenswert ist dabei die Breite der Arbeiten. Seine Arbeiten fokussieren dabei auf Schutzgebiete und Wirtschaftswälder in gleichem Maße. Durch seine exzellenten Arbeiten ist Dr. Thorn als einer der führenden Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Störungsökologie in Wäldern weltweit anerkannt.
I.D. Fürstin Gloria von Thurn und Taxis gratulierte dem Preisträger mit einer Videobotschaft und betonte, dass wissenschaftliche Erkenntnisse ein treibender Faktor für die Bewältigung der Klima- und Umweltkrisen sind.
Bereichert wurde die Veranstaltung mit einem Festvortrag von Frau Prof. Dr. Carola Paul (Georg-August-Universität Göttingen) mit dem Titel „Vielfalt zahlt sich aus (?!) – Ökonomische Aspekte der Diversifizierung in Wald und Landschaft“. Unter dem Motto „Vielfalt hat viele Gesichter“ ermutigte sie mit erfrischenden Ausführungen zu mehr Vielfalt, da es gute ökonomische Gründe dafür gibt.
Weitere Informationen zum Preisträger des Thurn und Taxis Förderpreises 2020
Link zur Pressemitteilung "Preisgekrönter Waldökologe" der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Wechselwirkungen zwischen Mensch und Klima: Studierende der TUM School of Life Sciences ausgezeichnet
Mehr Informationen zu Verleihung des SRM-Award 2020 und den Preisträgerinnen finden Sie im Artikel der TUM: https://www.wzw.tum.de/index.php?id=185&L=0&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2666&cHash=45d074645c1e796c25371421d0b1e5ff
BDF Campusgruppe Weihenstephan
Studieren in Zeiten von Corona
Im November 2019 veranstaltete die Campusgruppe Weihenstephan des Bunds Deutscher Forstleute (BDF) ein Berufsinformationsforum. Ungefähr 200 Studierende der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf als auch der TU München konnten sich unter Moderation des Studiendekans Prof. Dr. Richter (TUM) ein Bild möglicher Berufsfelder machen. Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Staatsforstbetrieben waren für die Studierenden zum persönlichen Austausch vor Ort.
Weiterhin geplant sind verschiedene Exkursionen in ganz Bayern und Deutschland, die aufgrund der aktuellen Situation leider abgesagt bzw. verschoben werden mussten. Beispielsweise war für den Mai vergangenen Jahres eine Exkursion in den Nordschwarzwald geplant, für welche ein waldbaulicher Exkurs mit Schwerpunkt Dauerwald und ein Sammelansitz geplant war. Abschließen sollte die Exkursion mit einer Probe lokaler Weine. Leider mussten wir im März aufgrund von Planungsunsicherheit diese auf unbekannte Zeit verschieben.
Die Corona-Situation mindert allerdings auch den Austausch zwischen Forststudierenden am Campus Weihenstephan. Der Umstieg beider Hochschulen auf digitale Lehrformate seit März 2020 ließ den Campus aus studentischer Sicht zum Erliegen kommen. Auch die Hochschulgruppe musste sich dieser Situation fügen. Digitale Formate können keine persönlichen Treffen ersetzen, geplante Exkursionen und Ausflüge mussten verschoben werden. Ebenso das Berufsinformationsforum in Kooperation mit der Fachschaft Forstwissenschaft (TUM) und dem Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan ist aktuell auf unbestimmte Zeit vertagt.
Tortzdem freuen wir uns nach der Corona-Pandemie die anstehenden Projekte durchzuführen, denn nach zwei Online-Semestern ist der Praxisbezug des Forststudiums wichtiger denn je und wir blicken mit Freude auf die weitere Studienzeit nach der Pandemie.
Benedikt, Severin und Dominik der Campusgruppe Weihenstephan
FOWITA 2021 goes digital
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Die COVID-19-Situation hält uns noch fester im Griff als wir es Ende letzten Jahres erhofft haben. Nach dem aktuellen Stand wird die vollständige Impfung der Bevölkerung noch bis in den Spätsommer reichen und die Virusmutanten gestalten die Situation sehr dynamisch. Wir müssen daher davon ausgehen, dass die COVID Auflagen nach wie vor im September gelten. Das heisst, soweit eine Präsenztagung erlaubt sein sollte, können die Hörsäle nur mit einer sehr eingeschränkten Teilnehmerzahl belegt werden und es muss ein strenges Hygienekonzept verfolgt werden.
Diese Lage erfordert eine frühzeitige Entscheidung, wie es mit der FOWITA Jahrestagung 2021 weitergehen soll, um Planungssicherheit für Teilnehmer und Organisatoren zu schaffen. Die Organisatoren der FOWITA Tagung, als auch Veranstalter der Tagung sind daher zu dem Schluss gekommen, dass auch eine Hybride Variante dieses Jahr noch nicht die gewünschten Vorteile erbringen würde, bzw. schwer zu realisieren ist. Wer dürfte z.B. Vorort teilnehmen und wer nicht? Daher wird die FOWITA 2021 in einem digitalen Format stattfinden!
Ein digitales Format bietet eine Reihe von offensichtlichen Vorteilen, die wir gerne nutzen wollen. Wir wollen zum einen die schon erwähnte Planungssicherheit bieten, zum anderen aber auch ganz neue Elemente umsetzen, wie z.B. Meet the Speakers, Meeting groups mit Senior Scientists und ganz jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen. Wir werden Vorort-Elemente (Keynotes, Preisverleihung) mit sehr kleinem Teilnehmerkreis (z.B. Stifter und Preisträger) berücksichtigen und live streamen sowie Möglichkeiten der Interaktion der Tagungsteilnehmer/innen in den Pausen anbieten. Zudem tragen wir zur Einsparung von Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten bei. Ein virtuelles Format erhöht schließlich die Zugänglichkeit und Einbeziehung, indem es Barrieren für die Teilnahme reduziert.
Wir sind zurzeit dabei ein Konzept für ein erfolgreiches digitales Format zu planen, das uns gerade wegen seiner Digitalität Raum für Networking und Austausch ermöglicht.
Wir halten Sie über die weiteren Entwicklungen unter https://www.fowita-konferenz.de/index.php?cat=show_start auf dem Laufenden.
Wir freuen uns darauf, mit Ihrer tatkräftigen Unterstützung und aktiven Teilnahme eine anregende FOWITA 2021 zu gestalten!
Thomas Knoke (im Namen des wissenschaftlichen Komitees und der Organisatoren)
Prof. Dr. Thomas Knoke, Technische Universität München, Professur für Waldinventur und nachhaltige Nutzung
Heli Logging – Baumkletterer in Aktion
Baumfällungen am Weihenstephaner Südhang und an der Moosach
Die TU München hatte am 1.–2. Februar 2021 einen Helikopter-Einsatz für eine Fällaktion in Freising beauftragt. Nicht mehr standsichere Weiden und Eschen wurden mit diesem Spezialverfahren schrittweise abgetragen. Nachdem im vorangegangenen Jahr vom Eschentriebsterben und Hallimasch befallene Eschen am Weihenstephaner Südhang spontan umgefallen waren, musste dieser Verkehrssicherungshieb geplant und durchgeführt werden. Dank Helikopter-Abtransport konnten Schäden am verbleibenden Bestand weitestgehend vermieden werden. Ökologisch wertvolle Stümpfe wurden stehen gelassen und der Großteil des Holzes zum Verbleib im Bestand abgelegt. Die stark frequentierten Wege am Weihenstephaner Südhang sind damit wieder ein gutes Stück weit sicherer.
Bei Wind und Regen hatten alle Beteiligten - Organisatoren, Pilot, Baumkletterer und Einsatzkräfte - hervorragende Arbeit geleistet.
Link zur Presseinformation (Ankündigung der Fällaktion)
Zum vergrößern eines der Bilder bitte auf das Foto klicken. (Fotos: C. Josten, ZWFH)
Neues Clusterprojekt als Teil der Bayerischen Bioökonomiestrategie
Das 21. Jahrhundert ist geprägt von wesentlichen, globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Erhalt der Biodiversität, Schutz der Böden sowie Verknappung endlicher Ressourcen. Mit der aktuellen Bioökonomiestrategie „Zukunft.Bioökonomie.Bayern“ verpflichtet man sich unter Führung des Wirtschaftsministeriums, durch die Erzeugung und Nutzung biogener Ressourcen und biologischen Wissens Produkte, Prozesse und Dienstleistungen bereitzustellen.
Dabei rückt Holz als mengenmäßig wichtigster Rohstoff neben Stroh in den Fokus bez. einer zukünftigen Nutzung in einer Bioraffinerie. In ersten industriellen Anlagen sollen die Neben- bzw. Koppelprodukte systematisch hochwertig genutzt werden. Ein Beispiel stellt hierfür UPM dar, die aktuell in Leuna 550 Millionen Euro in eine industrielle Bioraffinerie investieren. Hier sollen ab 2022 Biochemikalien auf Holzbasis produziert werden. Erste Pilot- und Demonstrationsanlagen von Lignocellulose-Bioraffinerien sind auch in Bayern im Aufbau, so z.B. in Straubing, Waldkraiburg.
Begleitend dazu sollen bis Ende 2021 durch die Cluster-Initiative Forst und Holz die verfügbaren Aufkommen von Holz und Stroh im Freistaat analysiert werden. In Kombination mit einer Standortsanalyse für eine mögliche Bioraffinerie kann dann Bayern auch im internationalen Kontext für Investitionen verstärkt beworben werden.
https://www.stmwi.bayern.de/biooekonomie
Umfangreiche Informationen zum Zukunftsthema Bioökonomie und zwei aktuelle Broschüren finden Sie unter:
https://www.cluster-forstholzbayern.de/de/informationen/biooekonomie
Professor Dr. Rupert Seidl unter den 16 bayerischen Consolidator Grants Preisträgern 2020

16 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der Technischen Universität München (TUM), der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der Universität Regensburg, der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie des Universitätsklinikums Erlangen erhalten im Rahmen des Programms Consolidator Grants 2020 eine mit bis zu 2 Millionen Euro hinterlegte Förderung für ihre Forschungsprojekte. Das hat der Europäische Forschungsrat (ERC) bekanntgegeben. Wissenschaftsminister Bernd Sibler freute sich über diese Nachricht des ERC und gratulierte: „Dieses beeindruckende Ergebnis bei den Consolidator Grants 2020 ist ein echtes Gütesiegel für die herausragende Qualität der Forschung unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Freistaat. Ich bin stolz auf ihre international anerkannte, wegweisende Arbeit für Innovation und Fortschritt, die sie an unseren bayerischen Universitäten und Universitätsklinika leisten. Ich gratuliere jeder Wissenschaftlerin und jedem Wissenschaftler herzlich zu diesem Erfolg! Vonseiten des Freistaats werden wir mit unserer Hightech Agenda Bayern und dem Beschleunigungsprogramm Hightech Agenda Plus auch weiterhin exzellente Rahmenbedingungen bieten, damit die klügsten Köpfe aus aller Welt in Bayern unsere Zukunft gestalten können.“
Die Forschungsprojekte reichen von Politik, Geschichte der Spätantike und Archäologie über Medizin, Chemie und Physik bis hin zu Wirtschaftswissenschaften und Life Sciences.
Rupert Seidl, Professor für Ökosystemdynamik und Waldmanagement in Gebirgslandschaften an der TUM, twitterte dazu:
"This is an incredible honor and a wonderful opportunity to intensify our research on understanding the causes and consequences of forest change. @ERC_Research."
Zielgruppe der ERC Consolidator Grants sind exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren eigene unabhängige Arbeitsgruppe sich in der Konsolidierungsphase befindet. Die Förderung durch den ERC erfolgt für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. Entscheidend ist dabei die wissenschaftliche Exzellenz des Forschungsprojekts. Insgesamt steht ein Fördervolumen von rund 655 Millionen Euro zur Verfügung. Jeder Grant ist mit rund 2 Mio. Euro dotiert. Das Programm unterstützt die Arbeit von Nachwuchswissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftlern aller Fachbereiche. 50 der europaweit insgesamt 327 Forschungsprojekte aus 23 Staaten werden an einer Einrichtung in Deutschland durchgeführt, 16 Grants und damit rund ein Drittel gehen davon an Forscherinnen und Forscher, die an bayerischen Universitäten arbeiten.
Gesunder Wald der Zukunft
HSWT als wissenschaftlicher Partner im Umwelt- und Klimaprojekt "Future Forest"
Weihenstephan - Die HSWT ist wissenschaftlicher Partner des EU-Umwelt- und Klimaprojekts "Future Forest" mit dem Landkreis Landsberg als federführendem Part. Das Modellprojekt hat zum Ziel, den Waldboden zu verbessern, den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren und die Ökosystemleistungen des Waldes in Wert zu setzen. Finanziert wird es durch das EU-Finanzierungsinstrument "LIFE". Mitte Dezember unterzeichneten die Projektpartner den Vertrag, das Projekt läuft bis Ende 2023.
Das Landsberger Projekt will mit einem lokalen Beispiel einen Beitrag dazu leisten, dass dauerhaft nachhaltige Bewirtschaftungsansätze für Wälder und Waldboden EU-weit akzeptiert und breit umgesetzt werden. Ökosystemleistungen werden gefördert, gemessen und bewertet: Zum Beispiel sollen Holzmenge und -qualität steigen, indem Wälder und Böden optimal entwickelt werden. Holzernte ohne Rinde, eine höhere Feinwurzeldichte und ein größeres Regenwurmvorkommen durch geeignete Baumartenwahl sollen Bodenqualität und Artenvielfalt stärken. Ein weiteres Ziel ist es, das Wasserrückhaltevermögen des Waldes sowie Verfügbarkeit und Qualität des Trinkwassers für die Region zu erhöhen. Auch einen Anstieg der CO2-Speicherkapazität des Waldes und der Wurzelmasse wollen die Projektbeteiligten erreichen. Trinkwasserqualität und saubere Luft als wirtschaftliche Faktoren zu bewerten, statt wie bislang in dieser Hinsicht lediglich auf die Holznutzung zu schauen, ist ein neuer Ansatz, den das Projekt einführt.
Die HSWT führt als wissenschaftlicher Partner beispielsweise Studien zum Wachstumsverhalten verschiedener Baumarten durch und untersucht, wie schnell Blätter, Nadeln und Rinde zersetzt und somit dem Nährstoffkreislauf zugeführt werden. Darüber hinaus messen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierenden Feinstaubbelastung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Wald und arbeiten an Modellen, Ökosystemleistungen auf regionaler Ebene zu honorieren.
240.000 Tonnen CO2 sollen durch "Future Forest" bis 2023 gespeichert werden und auf 10.000 Hektar Waldfläche "lebendige" Böden entstehen. Projektpartner sind Stadt und Landkreis Landsberg, der Markt Kaufering, die Gemeinden Fuchstal, Igling, Obermeitingen und Scheuring sowie der Privatwald mit der Waldbesitzervereinigung Landsberg.
Professor Klaus Richter in Bioökonomierat der Bundesregierung berufen
Der Bioökonomierat der Bundesregierung startet in die dritte Arbeitsperiode. Anlässlich der konstituierenden Sitzung des neuen Rats begrüßten Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am 7. Dezember 2020 die neu berufenen Mitglieder die in digitaler Form zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammentraten. Mit Professor Dr. Klaus Richter wurde der Leiter des Lehrstuhl Holzwissenschaft der TU München und des TUM Forschungslaboratorium Holz (Holzforschung München) berufen. Seine aktuellen Forschungsthemen umfassen u. a. Holzmodifikationen, Holzverklebung sowie die Kaskadennutzung von Holz zur Steigerung der Ressourceneffizienz.
Professor Richter ist langjähriges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Waldpolitik des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), des Beirats des Cluster Forst und Holz in Bayern und Mitglied des Kuratoriums des Fraunhofer-Institut für Holzforschung (WKI).
“Nachdem ich in den letzten sechs Jahren im Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern an der Konzeption für die Transformation hin zu einer biobasierten Wirtschaft und Gesellschaft mitgewirkt habe, und dabei die Möglichkeiten und Potenziale der Forst- und Holzwirtschaft vertreten durfte, freue ich mich auf die Herausforderungen, die mit der Berufung in den nationalen Bioökonomierat einhergehen. Die nationale Strategie ist in vielen Bereichen offener und weniger konkret formuliert als ihr bayerisches Pendant, so dass die notwendige Ausgestaltung mit Massnahmen forciert initiiert werden muss. Ich nehme mir vor, in den dazu notwendigen Diskussionen und Abstimmungen die Erfahrungen aus Bayern sowie die Interessen der Forstwirtschaft und holzbasierten Wertschöpfung einzubringen“ kommentiert Klaus Richter seine Ernennung. Er ist der einzige Fachexperte in dem zwanzigköpfigen Gremium mit fachlichem Bezug zur Forst- und Holzwirtschaft.
Mit der Nationalen Bioökonomiestrategie der Bundesregierung, die Anfang des Jahres vom Kabinett beschlossen wurde, bündelt Deutschland ressortübergreifend die bisherigen Aktivitäten und den weiteren Ausbau der Bioökonomie. Das Kernziel: eine nachhaltige, kreislauforientierte und innovationsstarke deutsche Wirtschaft, die auf der Nutzung biologischer Ressourcen und Systeme fußt.
Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, sagt hierzu: „Mit der Bioökonomiestrategie wollen wir unabhängiger von fossilen Rohstoffen werden. Denn auf unseren Äckern wächst, was wir sonst importieren müssen. In der Bioökonomie steckt ein enormes Potential. Gleichzeitig müssen wir über Grenzen und Zielkonflikte diskutieren. Denn die landwirtschaftliche Fläche ist begrenzt, und die Hauptaufgabe der Landwirte bleibt die Erzeugung unserer Nahrungsmittel. Diese Debatten müssen wir unter Einbindung der Gesellschaft führen. Dafür ist der Bioökonomierat ein entscheidendes Gremium. Allen Mitgliedern wünsche ich eine glückliche Hand.“
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erklärt: „Die Bioökonomie ermöglicht uns auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe und biologischen Wissens einen Weg in eine nachhaltige Zukunft. Sie bietet uns die Chance, den weltweiten Herausforderungen des Klimawandels, des Artensterbens und der Ernährungssicherheit wirksam zu begegnen. Der neue Bioökonomierat wird die Bundesregierung bei der Umsetzung der Nationalen Bioökonomiestrategie unterstützen. Ich freue mich, dass wir hochrangige Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft für den Rat gewinnen konnten. Mit ihren unterschiedlichen Hintergründen und Fachkenntnissen decken die Mitglieder eine große Bandbreite relevanter Perspektiven auf die Bioökonomie ab. Genau diese Vielschichtigkeit von Blickwinkeln brauchen wir, um Ziele wissensbasiert zu priorisieren und Handlungsoptionen gegeneinander abzuwägen. Ich bin mir sicher, dass wir vom Bioökonomierat wichtige Impulse für die politische Entscheidungsfindung erwarten können.“
Der kürzlich berufene dritte Bioökonomierat wird die Bundesregierung als unabhängiges und neutrales Gremium hinsichtlich der Umsetzung der Strategie im Rahmen von Empfehlungen und Stellungnahmen beraten und gleichzeitig öffentliche Debatten zur Bioökonomie fördern. Die Mitglieder des Rates werden für zunächst drei Jahre berufen. Mit der konstituierenden Sitzung nimmt der Bioökonomierat nun seine Arbeit auf.
Weitere Informationen: https://biooekonomierat.de/
Nachhaltige Almwirtschaft im Klimawandel
Doktorandenförderung im Kooperations-Projekt von HSWT und Nationalpark Berchtesgaden
Hintergrund
Geografisch und kulturhistorisch bedingt umfasst der Nationalpark Berchtesgaden große almwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Produktivität der Almen wird im Klimawandel durch die Verlängerung der Vegetationszeit ansteigen. Almbauern reagieren, wenn möglich, auf diese Veränderungen teilweise durch einen früheren Auftrieb des Viehs. Jedoch sind viele Bauern aufgrund ihrer Weiderechtstitel an späte Auftriebszeiten gebunden. Sowohl die Veränderungen in den Wuchsbedingungen als auch das veränderte Weideregime haben das Potential, die Pflanzen- und Tiergemeinschaften der Almen zu verändern. Es fehlen jedoch wissenschaftliche Untersuchungen, die anhand belastbarer Zahlen die Auswirkungen von Klimawandel und verändertem Weideregime auf Ertrag und Biodiversität von Almen dokumentieren.
Die Nationalparkverwaltung (NPV) Berchtesgaden unterstützt die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) bei der Durchführung von Forschungsarbeiten im Rahmen des Projekts "Nachhaltige Almwirtschaft im Klimawandel“. Der Projektzeitraum beträgt drei Jahre und endet im August 2023.
Ziel des Projekts
Ziel dieses Projektes ist es, die Veränderung in Futterertrag und Produktivität und die Auswirkungen des Weideregimes, speziell Auftriebszeitpunkt und Besatz, auf Ertrag, sowie Pflanzen- und Insektengemeinschaften zu untersuchen. Daraus sollen Empfehlungen abgeleitet werden, wie die Bewirtschaftung mit Blick auf agronomische Leistungsfähigkeit und Erhalt der Biodiversität optimiert werden kann.
Durchführug und Versuchsdesign
Im August 2020 startete das Projekt mit der Flächenauswahl. Die Doktorandin Verena Styrnik (HSWT) arbeitet hierfür eng mit den Mitarbeiter*innen der Nationalparkverwaltung zusammen und wird fachlich durch die Expert*innen Prof. Dr. Martina Hofmann (Futterbau, Grünland und Biologie, HSWT), Prof. Dr. Jörg Ewald (Botanik und Vegetationskunde, HSWT) sowie Dr. habil. Sebastian Seibold (Insekten, TU München& Nationalpark Berchtesgaden) unterstützt.
Jede Projektalm besteht aus zwei Koppeln, die sich im
Auftriebszeitpunkt unterscheiden, um die Rolle des unterschiedlich frühen Bestoßes zu untersuchen. Der Zeitpunkt des frühen Auftriebs auf die erste Koppel orientiert sich an der Vegetationsentwicklung im Frühjahr 2021. Die zweite Koppel wird bestoßen, sobald das Datum erreicht ist, das im Forstrecht festgelegt ist (Variante später Auftrieb). Um die Rolle des Viehbesatzes zu untersuchen werden in beiden Koppeln Teilflächen nach einiger Zeit ausgezäunt, sodass sie weniger intensiv beweidet werden als die Restflächen. Zusätzlich soll eine unbeweidete Nullfläche (20m x 20m bis 30m x 30m) als Kontrolle eingerichtet werden.
Eine frühzeitige Einbindung und enge Zusammenarbeit mit den Almbauern ist entscheidend für die erfolgreiche Durchführung des Projekts. Bis Anfang Dezember standen sieben Almen fest, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. Sechs davon liegen im Nationalpark (Halsalm, Mittereisalm, Saletalm, Krautkaser, Gotzenalm, Regenalm). Die Lattenbergalm befindet sich außerhalb des Nationalparks auf einer Fläche der Bayerischen Staatsforsten. Damit werden unterschiedliche Höhenstufen von montan bis subalpin und eine Vielzahl von Pflanzengesellschaften abgedeckt. Die Zaunführung wurde in Absprache mit den Almbauern unter Berücksichtigung der vorhandenen Geologie, Biotoptypen, Wasserstellen und der bereits bestehenden Weideführung festgelegt.
Die Vegetations- und Ertragserhebungen finden jeweils von Mai bis September 2021 und 2022 statt. Auch Insektenkartierungen werden in diesem Zeitraum stattfinden. Die Auswertungen werden ab Mai 2021 bis August 2023 durchgeführt.
Um betroffene Institutionen und Personenkreise während der gesamten Projektzeit einzubinden, wird ein Projektbeirat einberufen. Der Projektbeirat wird in regelmäßigen Abständen informiert und beratend hinzugezogen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite.














