Overtourism und Klimakrise: Alpen unter Druck
Im ZDF nano Magazin sprechen Prof. Dr. Rupert Seidl (Ökosystemdynamik und Waldmanagement in Gebirgslandschaften, TUM), Christina Dollinger (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, TUM)
und Dr. Werner Rammer (Ökosystemmodellierung „iLand“, TUM) über die Folgen von Tourismus und Klimawandel für die Alpen.
Schmelzender Permafrost, Skipisten oberhalb der Waldgrenzen und künstliche Beschneiung gefährden den Bergwald und erhöhen das Lawinenrisiko. Der Beitrag zeigt, wie Forschung der TUM zu nachhaltigem Waldmanagement beiträgt – für den Schutz unserer alpinen Ökosysteme.
Fachtagung Waldbautraining 2025

Am 21.-23. Oktober 2025 kamen über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet zur Fachtagung Waldbautraining nach Unterfranken zusammen. Die Veranstaltung wurde gemeinschaftlich von den Waldbauspezialisten der Bayerischen Staatsforsten und den Waldbautrainern der Forstverwaltung mit Unterstützung vom AELF Schweinfurt ausgetragen. Im Fokus stand die waldbauliche Behandlung von Eichen- und Buchenbeständen an acht Exkursionspunkten, die auf der fränkischen Platte zum Teil unter schweren Schäden zu leiden haben.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung Waldbautraining 2025 im Gramschatzer Wald. Foto: C. Josten, LWF
Am ersten Tag gab es Vorträge und Diskussionen, unter anderem zur forstlichen Organisation in Bayern. Die Waldbautrainer der Forstverwaltung und die Waldbauspezialisten der BaySF stellten ihre Arbeitsbereiche vor. Die Waldbautrainings sind i.d.R. als Fortbildungen für Revierleiterinnen und Revierleiter sowie den Leitungsdienst konzipiert. Eine größere Rolle spielten auch die Themen BaSIS 2.0 als Tool zur Baumartenwahl im Klimawandel sowie die Waldschutzsituation in Bayern und insbesondere an der Eiche.
Herzlicher Dank geht an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie alle Mitwirkenden für die gelungene Austauschplattform mit zahlreichen Gesprächen und intensiven Diskussionen!
Die Staffelübergabe erfolgte an Mecklenburg-Vorpommern, wo voraussichtlich in zwei Jahren die nächste Fachtagung Waldbautraining stattfinden wird.
Gerade in der Holzerntetechnik und Waldarbeitslehre, gelehrt von Florian Rauschmayr, ist der Bezug zur Praxis spürbar und wichtig. Besonders wenn die Lehrveranstaltung von Forstpraktikern unterstützt wird- ganz nach dem Motto: Aus der Praxis für die Praxis gab Andreas Gabler von der Firma Donau Wald Forstmaschinen Einblicke in die Welt der Forstmaschinen.
Im dritten Semester, nach dem ersten Praktikum und dem Motorsägenkurs, geht es für die angehenden Forstingenieure zurück in den Hörsaal.
Im Schwerpunkt Forstmaschinen – Einsatzbereiche, Leistung und Technik spielt die Einbindung von Praxispartnern aus der Forstwirtschaft und Technik eine zentrale Rolle.
In der Veranstaltung mit John Deere standen Themen wie Kranreichweite, Kranaufbau, Harvester-Aggregate, Achsen (insbesondere 8-Rad-Bogieachsen), Gewichtsverteilung, Maschinenleistung und Kosten im Fokus.
So erhielten die Studierenden aus erster Hand aktuelle Informationen aus der Praxis und der freien Wirtschaft, die sie in ihr Wissen und Portfolio zur modernen Waldarbeit einfließen lassen konnten.
Unserer besonderer Dank geht an Andreas Gabler, Geschäftsführer der Firma Donau Wald Forstmaschinen GmbH & Co. KG
Danke für die tollen Einblicke und den praxisbezogenen Vortrag für die Studierenden!
Prof. Dr. Stefan Wittkopf neuer Dekan
Seit dem 1. Oktober 2025 ist Prof. Dr. Stefan Wittkopf Dekan der Fakultät Wald und Forstwirtschaft (WF) an der HSWT. Er folgt auf Prof. Dr. Jörg Ewald, der dieses Amt seit Oktober 2023 innehatte.

Nach dem Studium der Forstwissenschaften in München und Weihenstephan sowie dem Referendariat trat Stefan Wittkopf 1997 in die Bayerische Staatsforstverwaltung ein. Von 1998 bis 2005 war er an der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft als Fachberater für Holzenergie tätig. In dieser Zeit promovierte er an der TU München über Bereitstellungsverfahren für Energieholz.
Es folgten Stationen im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten – zunächst im Ministerbüro, später als Referent für Nachwachsende Rohstoffe und Agrarforschung. 2008 wurde Wittkopf an die HSWT auf die Professur für Holzenergie berufen, wo er den Studiengang Management erneuerbarer Energien mit aufbaute und von Beginn an als Praxisbeauftragter betreute.
Seit 2009 engagiert er sich im Fakultätsrat, war drei Amtszeiten Mitglied des Senats und zuletzt Prodekan der Fakultät. Neben der Lehre in mehreren Bachelor- und Masterstudiengängen liegt ihm besonders die angewandte Forschung am Herzen. Seine Projekte zu stofflicher und energetischer Holznutzung, Kurzumtriebsplantagen oder entrindenden Harvesterfällköpfen führten zu zahlreichen Abschlussarbeiten, Praxisprojekten und Kooperationen.
Jüngst wurde das EU-LIFE-Projekt Future Forest erfolgreich mit einem Handbuch und Praxisleitfaden abgeschlossen. Aktuell leitet Wittkopf ein neues Agroforstprojekt mit sieben Praxisflächen in Bayern, das Wuchsleistung und Wirtschaftlichkeit von Baumstreifen untersucht.
Als Dekan möchte Stefan Wittkopf Kolleginnen und Kollegen gewinnen, die Lehre und Forschung gleichermaßen bereichern. Ihm ist wichtig, die Studienangebote der HSWT über Fakultäten hinweg zu vernetzen und Synergien zu nutzen.
Als echtes „Kind“ des Zentrums Wald Forst Holz Weihenstephan, das an allen Partnerinstitutionen studiert, promoviert und gearbeitet hat, liegt ihm ein gutes Miteinander besonders am Herzen – ebenso wie das Engagement für die Studierenden am Campus und die enge Zusammenarbeit der Institutionen.
Moritz Mayr ist neuer Revierleiter im Lehrrevier der HSWT

Seit dem 1. September 2025 verstärkt der aus Augsburg stammende Moritz Mayr als Forstingenieur der Bayerischen Staatsforsten das Team der Fakultät Wald und Forstwirtschaft an der HSWT.
Er übernimmt neben klassischen Revierleitertätigkeiten im Lehrwald auch die Betreuung der dortigen Versuchsflächen. Zudem unterstützt er den Lehrbetrieb der angehenden Försterinnen und Förster.
Nach seiner Berufsausbildung zum Forstwirt studierte Herr Mayr bereits dual Forstingenieurwesen an der HSWT. Nach dem forstlichen Vorbereitungsdienst und Stationen im Großprivatwald und der Zentrale der BaySF, kehrt er nun an die HSWT zurück.
Herr Mayr freut sich sehr über die Rückkehr nach Weihenstephan – sein Ziel ist klar „Lernen und Begeisterung vermitteln“.
Leiterwechsel im Forstzentrum Weihenstephan: Andreas Rothe folgt auf Peter Pröbstle

Das Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan (ZWFH) hat einen neuen Leiter: Prof. Dr. Andreas Rothe. Der frühere Dekan der Fakultät Wald und Forstwirtschaft an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf übernahm diese Funktion turnusgemäß zum 1. Oktober 2025 von Dr. Peter Pröbstle, dem Präsidenten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Das Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan ist der Zusammenschluss der drei forstlichen Forschungs- und Lehrinstitutionen am Campus Freising-Weihenstephan. Seit über 20 Jahren arbeiten die Technische Universität München (TUM), die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) im Forstbereich vertrauensvoll zusammen. Eine solche institutionalisierte Zusammenarbeit mit eigener Geschäftsstelle ist auf dem Gebiet der Wald-, Forst- und Holzwirtschaft europaweit einmalig. Alle zwei Jahre wählt der Koordinierungsrat einen neuen Vorsitzenden. Mit dem Vorsitz im Rat ist auch die Leitung des Forstzentrums verbunden. Prof. Dr. Rothe bleibt nach wie vor Professor an der HSWT, die Funktion der Zentrumsleitung übernimmt er zusätzlich. „Als langjähriger Kenner aller drei Partner liegt mir das Forstzentrum besonders am Herzen. Deshalb freue ich mich besonders, diesen Zusammenschluss dreier renommierter Einrichtungen jetzt als Leiter zu vertreten. Gerne will ich die bewährte Zusammenarbeit bei Ausbildung, Forschung und Praxistransfer weiterentwickeln und auch neue Impulse setzen, z.B. bei der Einwerbung gemeinsamer Forschungsprojekte.“, so Rothe.
Prof. Dr. Andreas Rothe
Der studierte Forstwissenschaftler arbeitete nach erfolgreicher Referendarzeit und kurzer Tätigkeit am Forstamt München sieben Jahre als abgeordneter Forstbeamter am damaligen Lehrstuhl für Bodenkunde und Standortslehre der TUM. Dort promovierte er mit summa cum laude über Mischbestände aus Fichte und Buche. Nach mehrjähriger Tätigkeit im Referat Waldbau und Nachhaltssicherung am bayerischen Forstministerium wurde er 2005 als Professor für das Lehrgebiet „Angewandte Standortslehre und Ressourcenschutz“ an die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf berufen. Prof. Rothe war lange Jahre in der Leitung der Fakultät Wald und Forstwirtschaft tätig, darunter 6 Jahre als Dekan. Von 2016 bis 2019 arbeitete er im Zuge einer Freistellung für die Bayerischen Staatsforsten im Bereich Forsteinrichtung und als Revierleiter. Auslandstätigkeiten führten ihn nach Australien, USA und verschiedene Länder Europas. Prof. Rothe kennt den Forststandort Weihenstephan seit Anfang der 1990er Jahre und ist seit 2007 Mitglied im Koordinierungsrat des Zentrums. Entsprechend seines beruflichen Wirkens hat er sich stets für eine enge Vernetzung von forstlicher Praxis, Ausbildung und Forschung eingesetzt.
Baumverjüngung in den Auwäldern der Mittleren Isar
Auwälder gehören zu den artenreichsten Ökosystemen Mitteleuropas – doch jahrzehntelange Flussregulierungen, Landnutzung und Krankheiten haben ihre Struktur und Dynamik stark verändert. In einem neuen Fachartikel in Forest Ecology and Management zeigen Forschende im Rahmen des vom BMFTR geförderten A-DUR-Projekts (Verbundvorhaben REGULUS), wie sich die Baumverjüngung in diesen „neuartigen Auwäldern“ entwickelt und welche Standortfaktoren die natürliche Regeneration bestimmen.

Das Forschungsteam um Clemens Detsch und Korbinian Tartler untersuchte 122 Untersuchungsflächen entlang der Mittleren Isar nördlich von München. Die Region wurde 2020 als großflächiges Naturwaldgebiet ausgewiesen und bietet seither die Möglichkeit, die natürliche Waldentwicklung zu beobachten. Ziel der Studie war es, eine ökologische Ausgangsbasis für die zukünftige Entwicklung der Auwälder zu schaffen und zu verstehen, welche abiotischen (z. B. Licht, Bodenfeuchte) und biotischen Faktoren (z. B. Konkurrenz, Verbiss, Krautschicht) das Aufkommen junger Bäume steuern.
Die Ergebnisse zeigen: Lichtverfügbarkeit spielt für die Verjüngung eine geringere Rolle als erwartet, während die Krautschicht und andere Vegetationsstrukturen das Aufkommen junger Bäume stark beeinflussen. Zudem verdeutlicht die Studie, dass sich die Artenzusammensetzung im Zuge der natürlichen Entwicklung verändert – die Esche geht infolge von Krankheiten zurück, während der Bergahorn zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Forschenden betonen, dass eine langfristige Beobachtung dieser Prozesse entscheidend ist, um zu beurteilen, ob und wann ergänzende Maßnahmen – etwa zur Förderung typischer Auwaldarten oder zur Reaktivierung hydrologischer Prozesse – notwendig werden.
Der Artikel “Determinants of tree regeneration in degraded temperate floodplain forests under recent passive conservation” ist im Journal Forest Ecology and Management als Open Access Publikation verfügbar.
-> Zur Publikation bei ScienceDirect
Semesterstart an der TUM School of Life Sciences: 240 neue Studierende in den forstlichen Studiengängen
Zum Wintersemester 2025/26 haben vorläufig rund 240 Studierende ihr forstliches Studium an der TUM School of Life Sciences aufgenommen. Davon starten etwa 125 Studienanfänger*innen im Bachelor „Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement“, während rund 60 Personen ihr Studium im Masterprogramm „Forst- und Holzwissenschaft“ beginnen.
Besonders international zeigt sich der englischsprachige Masterstudiengang „Sustainable Resource Management“: 55 Studierende aus insgesamt 20 Herkunftsländern haben sich für das Programm entschieden, um ihre Kenntnisse im Bereich der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen zu vertiefen. Die internationale Zusammensetzung bereichert die Lehrveranstaltungen mit vielfältigen Perspektiven – ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung von Strategien für den verantwortungsvollen Umgang mit lebenswichtigen Ressourcen. Im Studium lernen die angehenden Expertinnen und Experten, das komplexe System der Nachhaltigkeit in seinen ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen zu verstehen und mit interdisziplinären Ansätzen aktiv zu gestalten.
Ein weiterer Impuls zum Semesterstart: Prof. Peter Annighöfer, Inhaber der Professur für „Wald- und Agroforstsysteme“, übernimmt die Rolle des Academic Program Directors für die forstlichen Studiengänge am TUM Campus Weihenstephan. Er folgt auf Prof. Thomas Knoke, der diese Aufgabe zuvor innehatte. Prof. Annighöfer wird sich künftig für eine exzellente Lehre und Weiterentwicklung der Studienprogramme einsetzen.
Innovative Lehrformate sind ebenfalls in Planung: Ein neues VR-Labor soll Studierenden künftig ermöglichen, virtuelle Räume zu erkunden – etwa digitale Wälder im Rahmen des Forststudiums. Damit wird ein weiterer Schritt in Richtung zukunftsorientierter Lehre gemacht.
Was der Klimawandel Europas Waldwirtschaft kostet
Waldbrände, Stürme und Borkenkäfer belasten Europas Wälder immer mehr. Das hat neben ökologischen auch ökonomische Konsequenzen. Forschende der Technischen Universität München (TUM) haben nun ermittelt, welche wirtschaftlichen Einbußen der Klimawandel in Europas Wäldern mit sich bringen kann. Die Zahlen zeigen große regionale Unterschiede: Während Nordeuropa sogar vom Klimawandel profitieren kann, müssen sich besonders Zentral- und Südeuropa zeitnah anpassen.

Störungen in Wäldern verursachen regelmäßig Schäden in Millionenhöhe. Der Holzpreis sinkt aufgrund großer Schadholzmengen in kurzer Zeit drastisch oder das Holz ist so stark beschädigt, dass es gar nicht mehr verkauft werden kann. Ein Team um Rupert Seidl, Professor für Ökosystemdynamik und Waldmanagement, Thomas Knoke, Professor für Waldinventur und nachhaltige Nutzung, und Doktorand Johannes Sonnweber Mohr hat erstmals berechnet, wie der Klimawandel den ökonomischen Wert europäischer Wälder beeinflussen kann.
Für die Studie, die jüngst in Nature Climate Change erschienen ist, haben die TUM-Forschenden die Effekte des Klimawandel betrachtet, wie er für das Ende des Jahrhunderts erwartet wird. Mit Modellrechnungen haben sie simuliert, wie die Wälder Europas unter verschiedenen Klimabedingungen wachsen und wie sich Brände, Stürme und Borkenkäfer auf die Waldentwicklung und Holzernte auswirken.
Bild: Rupert Seidl/TUM


