A-DUR: Hospitation im Donau-Forschungsprojekt in Bulgarien
Im Frühjahr 2026 nahm A-DUR1-Doktorand Korbinian Tartler (Lehrstuhl für Renaturierungsökologie, Technische Universität München) im Rahmen einer projektbezogenen Hospitation an einer internationalen Feldkampagne in Bulgarien teil.
Gemeinsam mit Forschenden aus Bulgarien und Rumänien untersuchte er auf den Donauinseln Vetren und Aydemir die Vegetation von Auwäldern entlang der unteren Donau. Ziel der Kampagne war es, Vegetationsaufnahmen aus dem Jahr 2019 zu wiederholen und so die Veränderungen der Auen über die vergangenen Jahre zu analysieren.
Nach der langen Anreise durch Bulgarien brachte die Feldarbeit alles mit sich, was Auenforschung auszeichnet: holprige Wege bis an den Fluss, die Überfahrt per Motorboot auf die Inseln und dichte, kaum zugängliche Auwälder. Vor Ort arbeiteten die Teams in teils überfluteten Beständen mit meterhoher Vegetation, Lianen und Dornensträuchern – stellenweise kam man ohne Machete nicht weiter.
Dennoch konnten die meisten Untersuchungsflächen erfolgreich wiedergefunden und erneut aufgenommen werden. Im Fokus standen die Erfassung der Waldstruktur sowie die vollständige Kartierung der krautigen Vegetation. Insgesamt wurden 93 Pflanzenarten nachgewiesen, mit deutlichen Unterschieden zwischen den Lebensraumtypen – von geschlossenen Schwarzpappelbeständen bis hin zu offenen, artenreichen Sandflächen.
Der fachliche Austausch im internationalen Team baut auf Kontakten auf, die bereits im Rahmen einer vom Zentrum Wald Forst Holz organisierten Exkursion nach Bulgarien2 im Jahr 2024 entstanden sind. Im Mittelpunkt dieser Exkursion standen damals andere Waldökosysteme außerhalb der Auen sowie standörtliche Fragestellungen in verschiedenen Regionen des Landes. Die dort geknüpften Kontakte bildeten die Grundlage für die nun erfolgte Hospitation und ermöglichten die vertiefte Zusammenarbeit in einem aktuellen Donau-Forschungsprojekt.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit blieb Raum für informellen Austausch und gemeinsame Aktivitäten – darunter gemeinsames Grillen frisch gefangener Fische sowie musikalische Abende am Lagerfeuer mit rumänischen und deutschen Liedern. Die Hospitation war insgesamt geprägt von intensiver Feldarbeit, enger internationaler Kooperation und einem offenen, kollegialen Miteinander.

1A-DUR ist Teil des BMBF-geförderten Verbundvorhabens REGULUS und beschäftigt sich mit der Entwicklung und Steuerung nachhaltiger Auen- und Flusslandschaften an der mittleren Isar. (Link)
2Fottner, K. und Rothe, A. (2026): Wald der Zukunft: Bulgarien als Vorbild?. Bay. Landwirtschaftliches Wochenblatt. Heft 17. S. 31-32.
2. Fachforum CrossConnect: Materialoffenheit als Schlüssel für zukunftsfähiges Bauen
MAI Carbon und CU Bau des Composites United e.V. sowie die Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern diskutieren erneut mit Expertinnen und Experten im Kloster Benediktbeuern, wie innovative Werkstoffe und hybride, zirkuläre Bauweisen zur Bauwende beitragen und in die Anwendung überführt werden können
Augsburg / Freising | 22.05.2026 Wie kann das Bauwesen ressourcenschonender, leistungsfähiger und zugleich wirtschaftlicher werden? Welche Rolle spielen Holz, Carbon, Beton, Lehm, Naturfasern und weitere innovative Werkstoffe dabei? Und wie gelingt es, neue Materiallösungen schneller und skalierbar in die Praxis zu bringen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des „2. Fachforum CrossConnect“ vom 18. bis 20. Mai 2026, das von den beiden Clustern MAI Carbon und CU Bau des Composites United e.V. sowie der Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH im Kloster Benediktbeuern veranstaltet wurde.
Historischer Ort mit aktueller Relevanz
Bereits der Veranstaltungsort machte deutlich, worum es beim Fachforum ging: Um das Zusammenspiel von Bestand, Innovation, Nachhaltigkeit und Praxis. Das Kloster Benediktbeuern bot dafür einen besonderen Rahmen – als historischer Ort, Bildungs- und Naturschutzzentrum sowie Tagungsstätte mit unmittelbarem Bezug zu Fragen der Klimaanpassung und resilienten Bauweise. So wurde das Kloster Benediktbeuern am 26. August 2023 Opfer eines verheerenden Hagelsturms. Binnen zehn Minuten beschädigten tennisballgroße Hagelkörner fast die Hälfte aller Dächer und verwüsteten großflächig die Außenfassaden – ein konkretes Beispiel für die Herausforderungen, denen sich die Baupraxis künftig verstärkt stellen muss.
Werkstoffe intelligent kombinieren und in die Anwendung bringen
Ein zentraler Gedanke des Fachforums war: Zukunftsfähiges Bauen braucht Materialoffenheit. Nicht ein einzelner Werkstoff steht im Mittelpunkt, sondern die intelligente Kombination unterschiedlicher Materialien und ihrer spezifischen Eigenschaften. Dies zeigte sich in Beiträgen zu Bestanderhaltung, Umnutzung, Denkmalpflege, Carbonbeton, Holz-Beton-Verbund, Lehmbaustoffen, Holzschweißen, Faserverbundanwendungen und Holzhybridbauten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der entscheidende Schritt nicht allein in der Entwicklung neuer Materialien liegt, sondern in deren Überführung in praxistaugliche, wirtschaftlich tragfähige Lösungen und skalierbare Anwendungen.
„Das Fachforum hat eindrucksvoll gezeigt, dass zukunftsfähiges Bauen nicht durch ein einzelnes Material oder eine einzelne Technologie gelöst wird. Entscheidend ist Materialoffenheit: Wir müssen die spezifischen Eigenschaften der Werkstoffe verstehen, intelligent kombinieren und in praxistaugliche Anwendungen überführen – mit messbaren Vorteilen über den gesamten Lebenszyklus“, sagt Roy Thyroff, Netzwerkgeschäftsführer CU Bau des Composites United e.V.
Zirkuläre Bauweisen als wirtschaftlicher und ökologischer Hebel
Neben technischen Lösungen standen auch zirkuläre Bauweisen und neue Geschäftsmodelle im Fokus. Diskutiert wurde der notwendige Wandel von linearen hin zu kreislauforientierten Wertschöpfungsmodellen: Weg vom Verbrauch, hin zum Gebrauch; weg vom Abfall, hin zum Wertstoff. Für Unternehmen ergeben sich daraus nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch klare wirtschaftliche Potenziale, etwa durch längere Nutzungsdauern, reduzierte Instandhaltungskosten, Rückbau- und Wiederverwendungskonzepte sowie neue digitale Lösungen.
Auch die Diskussion mit dem Publikum machte deutlich, dass Innovation im Bauwesen nicht allein eine technologische Frage ist. Neue Bauweisen brauchen geeignete normative Rahmenbedingungen, angepasste Ausschreibungs- und Zulassungsprozesse sowie ein stärkeres Zusammenspiel mit öffentlichen Auftraggebern und Politik.
„Unser Fachforum CrossConnect steht genau für diesen Brückenschlag zwischen Materialien, Branchen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Anwendern. Die Bauwende braucht solche Formate, weil Innovationen dort entstehen, wo unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen und gemeinsam weitergedacht werden“, betont Stefan Torno, Leiter Cluster- und Projektmanagement bei der Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH.
Von der Diskussion zur Umsetzung
Mit Führungen durch das Kloster und die Alte Schäfflerei wurde der fachliche Austausch direkt mit realen Sanierungs- und Anwendungsfällen vor Ort verknüpft.
In der abschließenden Innovationswerkstatt wurden die Impulse des Fachforums mittels LEGO® Serious Play® in ein gemeinsames Zukunftskonzept übertragen. Die Teilnehmenden entwickelten ein Konzept für eine alpinen Forschungsinfrastruktur mit mehreren Stationen, die unterschiedlichen klimatischen und baulichen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Dabei wurde der Leitgedanke von CrossConnect konkret: Zukunftsfähiges Bauen entsteht durch Materialoffenheit, Wiederverwendung, intelligente Verbindungstechnologien und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit einem klaren Fokus auf Umsetzung und Skalierung.
Fazit
Das 2. Fachforum CrossConnect machte deutlich: Die Herausforderungen im Bauwesen sind komplex, doch viele Lösungsansätze sind bereits vorhanden.
Entscheidend wird sein, Forschung, Industrie, Planung, Anwendung und Politik noch stärker zu vernetzen und innovative Werkstofflösungen schneller, gezielter und wirtschaftlich in die Baupraxis zu überführen.
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Die Gäste des 2. Fachforum CrossConnect zu Gast am Campus Tölz als Auftakt der dreitägigen Veranstaltung.
© Composites United/MAI Carbon
Staatsminister Markus Blume auf dem Jahresempfang
Die Tische waren geschmückt, die Getränke gekühlt und die Sonne strahlte doch:
Am 21. Mai durfte das Zentrum Wald-Forst-Holz zum Jahresempfang einladen. Und unserem Ruf folgten viele Expertinnen und Experten, Freundinnen und Freunde und Mitarbeitende des Zentrums und ihrer drei Institutionen.
Besonders begrüßen durften wir den Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume.
Eröffnet wurde der Abend vom Leiter unseres Zentrums, Prof. Andreas Rothe.
In seiner Ansprache hob er die Vielzahl an forstlichen Studiengängen, Akteuren und Ideen hervor, die im Zentrum zusammenkommen.
Diese Zusammenarbeit griff auch Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume in seinen Grußworten auf:
„Wald braucht Wissenschaft! Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan ist seit über 20 Jahren Thinktank und Kümmerer für unsere bayerischen Wälder. Holz ist zentraler Rohstoff und wertvolle Ressource aus unserer Heimat. Die Expertise von HSWT, TUM und LWF im Forstbereich kommt im Zentrum unter einem Dach zusammen – hier wird unbürokratische Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Disziplinen extrem erfolgreich gelebt! Schneller und effizienter Wissenstransfer zu allen Themen rund um den Wald ist die große Stärke des Zentrums. Herzlichen Dank für die Einladung zum Jahresempfang. Und herzlichen Glückwunsch an die Preisträger der diesjährigen Georg-Dätzel-Medaille für besondere Leistungen bei der Anwendung, Umsetzung und Verbreitung von Waldwissen!“
Der Preisträger durfte im Anschluss seine Ehrung entgegennehmen: Der Arbeitskreis Forstliche Bildungsarbeit erhielt die vom Förderverein gestiftete Georg-Dätzel-Medaille für über 30 Jahre herausragende Leistungen in der Waldpädagogik. (Mehr dazu hier)
Für herausragendes Engagement und Wissenstransfer erhielt Herbert Rudolf den Ehrenpreis des Forstzentrums (Mehr dazu hier)
Wir danken allen Mitarbeitenden, den Streichern der Musikschule Freising für die musikalische Gestaltung und Ihnen allen, die sich über den Abend ausgetauscht, gelacht und den Zentrumsgedanken aufleben haben lassen!
Arbeitskreis Forstliche Bildungsarbeit erhält Georg-Dätzel-Medaille
Im Rahmen des Jahresempfangs durfte das Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan wieder die Georg-Dätzel-Medaille übergeben. Empfänger war dieses Jahr der Arbeitskreis Forstliche Bildungsarbeit, für seine herausragenden Verdienste um die Waldpädagogik.
Seit über 30 Jahren entwickelt das interdisziplinäre Team aus Forstfachleuten, Pädagogen und weiteren Expertinnen und Experten praktische Werkzeuge für die waldbezogene Bildungsarbeit. Der „Leitfaden Forstliche Bildungsarbeit“ ist wohl das bekannteste Werkzeug. Mittlerweile in zehn Sprachen übersetzt, ist er ein Standardwerk, um Waldwissen für Jung und Alt aufzubereiten.
Somit werden nicht nur Brücken zwischen den beteiligten Disziplinen gebaut, sondern auch von der Gesellschaft in den Wald.
Diese metaphorische Brücke wurde während der Dankesrede von Prof. Robert Vogel sichtbar: Die Mitglieder des Arbeitskreises brachten ihre eigenen Brückenteile, symbolisch für ihr Fachwissen, mit, und konnten so die Brücke stabil bauen.
Die vom Förderverein Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan e.V. gestiftete Medaille erinnert an den ersten Leiter der Forstschule Weihenstephan, Prof. Dr. Georg Anton Dätzel (1752 – 1847), Mitbegründer der angewandten Forstwissenschaft und Mittler zwischen Forstwirtschaft und Gesellschaft.
Herbert Rudolf erhält Ehrenpreis des Forstzentrums
Für seine jahrzehntelanges Engagement um die Freisinger Wälder und den Wissenstransfer erhält Herbert Rudolf den Ehrenpreis des Zentrums Wald Forst Holz Weihenstephan auf dessen diesjährigen Jahresempfang.
Im Laufe seines Berufslebens leistete der Förster Herausragendes in der forstlichen Praxis, der Lehre und im Wissenstransfer. Vier Jahrzente hatte er bis zuletzt das Forstrevier Freising der Bayerischen Staatsforsten inne und hat die damaligen Fichtenwälder in intensiver waldbaulicher Arbeit in strukturreiche Mischwälder überführt. Unermüdliches Engagement zeigt er bei der Vermittlung von Wissen in Vorlesungen, Vorträgen und unzähligen Führungen im Wald: Mit allen Sinnen lässt er Studierende sowie Besucherinnen und Besucher den Wald erleben und eröffnet ihnen damit einen einzigartigen Zugang zu den von ihm gestalteten Dauerwäldern. Rudolf zeigt dabei ein tiefes Verständnis für Waldästhetik und waldbauliche Meisterschaft. Der Weltwald mit dem Landesarboretum ist heute ein Wahrzeichen Freisings und steht für die gelungene Verbindung von Wissensvermittlung und Erholung im Wald.
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Im Bild: Staatsminister Markus Blume, Förster Herbert Rudolf und |
Herbert Rudolf bei seiner Dankesrede | Herbert Rudolf und Prof. Dr. Andreas Rothe mit den überreichten Preisen |
Neuer Förster für Freising und den Weltwald

Wer an Wälder in Freising denkt, der denkt vermutlich schnell an den Weltwald – und dieser hat nun einen neuen Förster: Andreas Schwaiger.
Der Revierleiter übernahm die Stelle von Herbert Rudolf, und ist dabei nicht nur für das Landesarboretum, sondern auch für das Revier Freising und den Lehrwald der Hochschule Weihenstephan zuständig.
Für den gebürtigen Freisinger ist es ein Heimkommen, und das gleich im mehrfachen Sinn:
Seine Forstkarriere begann mit dem Studium an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, nach dem Anwärter arbeitete er unter anderem an der Landesanstalt für Wald und Forst in Freising.
Auch den Forstbetrieb Freising kennt er bereits gut, bis 2023 war er dort Servicestellenleiter.
„Hier ist mir so vieles vertraut“, freut sich Andreas Schwaiger über sein neues Revier Freising, welches er „schon seit Kindesbeinen an kennen und schätzen gelernt“ hat.
Der oben genannte Dreiklang aus Revier, Weltwald und HSWT machen die Arbeit im Revier so abwechslungsreich und spannend. Und gerade für die Studierenden hat Andreas Schwaiger ein Ziel:
„Ich möchte auch in der Lehre die Studenten:innen von meiner über 25-jährigen Erfahrung profitieren lassen und ihnen das klassische Forsthandwerk praxisnah vermitteln.“

Geschäftsführer Dr. Markus Schaller begrüßt Andreas Schwaiger am Forstzentrum
Bilder: Jakob Hiller
Vom Wald bis zum Weltall: Wie Förster plötzlich mit Satelliten arbeiten (und warum das ziemlich genial ist)
Vom Wald bis zum Weltall: Wie Förster plötzlich mit Satelliten arbeiten (und warum das ziemlich genial ist)
Was haben Wälder und Raumfahrt gemeinsam? Mehr, als man denkt. Denn während Raketen ins All starten, liefern Satelliten Daten, die direkt im Wald ankommen.
Die neu ernannte Landsat Science Team (2026–2030) der U.S. Geological Survey und NASA sorgt genau dafür. Dieses internationale Expertenteam betreut eines der wichtigsten Erdbeobachtungsprogramme der Welt. Seit über 50 Jahren liefert das Landsat-Programm frei verfügbare Satellitendaten – eine Art „Google Maps für Wissenschaftler“, nur deutlich präziser und mit Zeitreise-Funktion.
Mit dabei ist auch Prof. Cornelius Senf von der Technischen Universität München. Seine Forschung verbindet moderne Satellitentechnologie mit Fragen rund um Wälder, Klimawandel und Landnutzung.
Satelliten wie Landsat liefern dabei nicht nur Bilder, sondern entscheidende Informationen: den Zustand von Wäldern, die Ausbreitung von Bränden und langfristige Veränderungen von Ökosystemen.
Durch die Kombination von US-amerikanischen Landsat-Daten mit europäischen Sentinel-Satelliten entstehen völlig neue Möglichkeiten. Ganze Ökosysteme lassen sich über Jahrzehnte hinweg analysieren – quasi ein „Langzeitgedächtnis“ für unseren Planeten.
Das Team arbeitet an Methoden, um riesige Datenmengen intelligenter auszuwerten. Ziel ist es, aus Satellitendaten konkrete Entscheidungen abzuleiten für bessere Waldbewirtschaftung, präzisere Klimaanpassungsstrategien oder effizientereren Naturschutz.
Die Berufung von Prof. Senf zeigt: Moderne Forstwissenschaft endet nicht am Waldrand. Sie reicht bis in den Orbit.
Bild Professor Cornelius Senf: Andreas Heddergott, TUM
Beitragsbild: Landsat / United States Geological Service
Weitere Informationen (TUM News; NASA Science News)

Großalarm im Weltwald: Übung für den Ernstfall im gefährlichen Arbeitsumfeld
Große Forstliche Rettungsübung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Blaulicht flackert zwischen den Bäumen, Sirenen durchbrechen die Ruhe des Waldes. Was für vorbeifahrende Autofahrer und Sparziergänger wie ein Großeinsatz wirkt, ist in Wirklichkeit eine Übung und doch hat sie einen ernsten Hintergrund. Denn die Arbeit im Wald gehört weiterhin zu den gefährlichsten Tätigkeiten.
Hohe Unfallzahlen in der Forstwirtschaft
Aktuelle Zahlen unterstreichen das Risiko: In der Forstwirtschaft wurden zuletzt 5.188 meldepflichtige Unfälle registriert, die Zahl der tödlichen Unfälle liegt mit 35 Fällen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Besonders häufig sind es herabfallende Äste, Stürze im unwegsamen Gelände oder der Umgang mit Maschinen wie Motorsägen und Seilwinden, die zu schweren Verletzungen führen. Auffällig ist zudem der deutliche Anstieg von Unfällen mit technischen Geräten, so die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau SVLFG
Training unter realistischen Bedingungen
Vor diesem Hintergrund trainieren Studierende des Studiengangs Forstingenieurwesen an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf gemeinsam mit Rettungsdienst und Feuerwehr den Ernstfall. Die Szenarien sind realitätsnah und bewusst drastisch: eingeklemmte Waldarbeiter, schwere Verletzungen durch herabstürzende Baumteile, komplexe Rettungseinsätze abseits befestigter Wege. Geübt wird die gesamte „Rettungskette Forst“ vom ersten Notruf bis zur Versorgung und Bergung der Verletzten. Entscheidend ist dabei nicht nur medizinisches Wissen, sondern vor allem schnelles, koordiniertes Handeln und gezielte Vorbereitungen etwa durch einen schriftlichen Arbeitsauftrag mit Rettungsplan. Denn im Ernstfall zählt jede Minute.
Forstliches Notfalltraining als Teil des Studiums
Die Übung ist inzwischen integraler Bestandteil eines forstlichen Notfalltrainings innerhalb des Studiums. In einem speziellen Seminar erwerben die Studierenden grundlegende Kenntnisse der Rettungskette Forst, Notruf, der Ersten Hilfe und trainieren lebensrettende Maßnahmen wie Wiederbelebung, die Versorgung schwerer Blutungen oder den Umgang mit bewusstlosen Personen. Ergänzt wird dies durch praktische Übungen und realitätsnahe Simulationen, die die Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Rettungsdienst einschließen.
Vorbereitung rettet Leben
Mehr als 150 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, unter möglichst realistischen Bedingungen Erfahrungen zu sammeln. Die Übung zeigt eindrücklich, wie wichtig eine fundierte Ausbildung ist. Denn trotz technischer Fortschritte bleibt die Waldarbeit ein Arbeitsfeld mit hohem Risiko. Eine funktionierende Rettungskette kann im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen. An der Übung beteiligt waren unter anderem die Werkfeuerwehr der TU München am Standort Weihenstephan, die Rettungsdienstschule München mit angehenden Notfallsanitätern in Ausbildung und mehreren Notärzten die gemeinsam mit den Studierenden praktische Erfahrungen sammelten.
Einzigartiges Ausbildungskonzept
Mit diesem Ausbildungskonzept nimmt die Hochschule bundesweit eine Vorreiterrolle ein: Das forstliche Notfalltraining im Wald verknüpft die Rettungskette Forst und Erste Hilfe mit einer engen Verbindung von Theorie und Praxis sowie mit einer groß angelegten Rettungsübung, im forstlichen Studium wohl bislang einzigartig.
Text und Bilder: Florian Rauschmayr, HSWT
Das Borkenkäfermonitoring startet wieder
Pünktlich zum 1. April startet wie gewohnt das bayernweite Borkenkäfermonitoring. Die Fallen sind aufgestellt und die Bruthölzer ausgelegt: wir sind also bestens im Bilde, wenn bzw. wo Buchdrucker und Co. ihren Schwärmflug im Frühjahr beginnen. Sobald die ersten Fichtenborkenkäfer starten, werden wir Sie wieder regelmäßig über den neuesten Stand informieren.
Nutzen Sie jetzt noch die derzeitige kühle Witterung aus, um mögliche Resthölzer und nicht aufgearbeitete Käferbäume aus dem Wald zu entfernen! Noch besteht die Möglichkeit, damit die Ausgangspopulationen für den Start in die diesjährige Borkenkäfersaison deutlich zu reduzieren! Achten Sie auch auf (vereinzelte) Schnee- und Windbrüche – besonders in der Rhön!
Denn sobald die günstigen Witterungsbedingungen für das Ausschwärmen der überwinternden Fichtenborkenkäfer erreicht sind, ist mit Neubefall zu rechnen und in entsprechend gefährdeten Beständen muss dann mit der regelmäßigen Befallssuche begonnen werden. Buchdrucker benötigen warme (> 16,5 °C) und trockene Bedingungen zum Ausfliegen.
Auch wenn die Borkenkäferschäden 2025 zum zweiten Jahr in Folge deutlich zurückgegangen sind, verursachten sie mit rund 1,9 Mio. EFM nach wie vor das meiste Schadholz in Bayerns Wäldern. Neu ist, dass sich die Hauptschadgebiete in Bayern verschoben haben: Von den bisherigen Käferhotspots in Nordbayern und im Bayerischen Wald nach Südbayern (vgl. Abbildung). Besonders Regionen mit Vorschädigungen durch Hagel, Schnee- und Sturmbruch aus 2023 und 2024 bildeten im letzten Jahr die Schwerpunkte des Befallsgeschehens. Dazu zählen Teile der Amtsbereiche Augsburg, Ebersberg-Erding, Holzkirchen, Rosenheim und Weilheim. Auch in Fürstenfeldbruck, Regensburg und Landau zeichnet sich eine starke Zunahme der gemeldeten Borkenkäferschäden ab.
Die weitere Befallsentwicklung ist stark von den Witterungsbedingungen abhängig und lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Dennoch sollte man gerade in den Fichtenwäldern südlich der Donau besonders auf der Hut sein und die „saubere Waldwirtschaft“ konsequent und gewissenhaft umsetzen. Das gilt aber auch für alle anderen Regionen, denn mit wiederansteigenden Populationen ist entsprechend der nach wie vor vielerorts hohen Fichtenvorräte und des guten Entwicklungspotenzials der Borkenkäfer-Bruten in Folge der oft überdurchschnittlichen Temperaturen jederzeit zu rechnen!

Borkenkäfer-Schadholzmengen an der Fichte im Jahr 2025 nach Forstämtern in Bayern für allen Besitzarten.
Im Gegensatz zu den letzten Jahren hat sich das Schadgeschehen verschoben: zum ersten Mal sind die höchsten Mengen nun in Oberbayern gemeldet.
(Datenquelle: Waldschutzmeldewesen)
Text: Cornelia Triebenbacher und Tobias Frühbrodt, LWF
Bild: T. Hase, StMELF



















